Sivers: Quartalsbericht am 29. Mai verschoben
22.05.2026 - 03:10:00 | boerse-global.deSivers Semiconductors baut den Verwaltungsrat um, während der Quartalsbericht erneut wartet. Das passt zur größeren Story: Die Schweden richten ihre Finanzberichte auf US-Standards aus und prüfen eine Zweitnotiz an der Nasdaq New York. Der Weg dorthin wird konkreter, aber auch sperriger.
Neuer Verwaltungsrat mit US-Blick
Der Nominierungsausschuss schlägt für die Hauptversammlung einen Verwaltungsrat mit fünf Mitgliedern vor. Dr. Bami Bastani, Todd Thomson und Karin Raj sollen bleiben. Neu hinzukommen sollen Joakim Nideborn und Helena Svancar.
Nideborn bringt Erfahrung als Finanzchef börsennotierter Technologieunternehmen mit. Er soll als stellvertretender Vorsitzender vor allem Kunden, Mitarbeitende und Investoren in der nordischen Region betreuen. Das ist ein klares Signal: Sivers will Kapitalmarktkompetenz enger an die operative Entwicklung koppeln.
Svancar steht für internationale Führungserfahrung in Strategie, Corporate Governance und dem Hochskalieren von Technologieunternehmen. Bastani und Thomson bringen weiter starke US-Profile ein. Beide hatten frühere Rollen bei Schwergewichten wie GlobalFoundries, Bain & Company, GE Capital und Citigroup.
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Quartalsbericht verzögert sich erneut
Der Umbau kommt nicht isoliert. Sivers verschiebt den Zwischenbericht für das erste Quartal vom 20. Mai auf den 29. Mai. Als Grund nennt das Unternehmen die laufende Aufwertung der Prüfung im Zuge der möglichen Nasdaq-Zweitnotiz.
Der Prozess reicht tiefer als eine normale Kalenderänderung. Sivers hat die Konzernabschlüsse für 2024 und 2025 stärker an die Standards des US Public Company Accounting Oversight Board angepasst. Dabei änderten sich einzelne Finanzpositionen.
Betroffen sind unter anderem die Verteilung von Umsätzen zwischen Berichtsperioden, Bestandsbewertungen und Annahmen zum beizulegenden Zeitwert aktienbasierter Vergütung. Auch zuvor aktivierte Entwicklungsausgaben wurden wertgemindert. Kurz gesagt: Die US-Vorbereitung kostet Zeit und bringt Bilanzthemen auf den Tisch.
Die Hauptversammlung rückt deshalb ebenfalls nach hinten. Statt am 27. Mai soll sie nun am 15. Juni stattfinden. Dort steht dann auch die vorgeschlagene Zusammensetzung des Verwaltungsrats zur Abstimmung.
Verteidigungsprojekt liefert Rückenwind
Operativ gibt es parallel einen Auftrag aus dem US-Verteidigungsumfeld. Sivers meldete am 19. Mai eine Verlängerung des Electronic-Warfare-Projekts EW STAR um ein zweites Jahr. Das Programmvolumen liegt bei 6,6 Millionen Dollar.
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EW STAR zielt auf breitbandige Antennen-Arrays für elektronische Kampfführung. Die Technik soll gleichzeitiges Senden und Empfangen ermöglichen. Partner sind unter anderem BAE Systems, MIT Lincoln Laboratory und Columbia University.
Das Projekt läuft über den NEMC Hub im Rahmen des Microelectronics-Commons-Programms. Es wird über Strukturen finanziert, die mit dem CHIPS and Science Act verbunden sind. Für Sivers stärkt das die Position in einem Markt, in dem nationale Sicherheit und Halbleitertechnik enger zusammenrücken.
Der nächste konkrete Termin ist der 29. Mai mit dem verschobenen Quartalsbericht. Danach folgt am 15. Juni die Hauptversammlung. Beide Ereignisse zeigen, wie weit Sivers beim US-Kapitalmarktplan wirklich vorangekommen ist.
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