Sivers: MSCI-Aufnahme am 29. Mai
25.05.2026 - 20:27:48 | boerse-global.deSivers Semiconductors will den Sprung auf die Nasdaq vorbereiten. Ausgerechnet davor rückt nun eine Untersuchung wegen möglicher Marktmissbräuche in den Vordergrund. Die schwedische Wirtschaftskriminalitätsbehörde prüft Handelsaktivitäten im Vorfeld der Dual-Listing-Ankündigung. Das trifft eine Aktie, die zuletzt stark gelaufen ist.
Nasdaq-Pläne unter rechtlichem Schatten
Im Kern geht es um mögliche Insidergeschäfte vor der offiziellen Mitteilung zum geplanten Zweitlisting an der Nasdaq. Bestätigte Vorwürfe gibt es damit nicht. Für die Börsenstory ist die Untersuchung dennoch heikel, weil sie den Ausbau der US-Präsenz mit rechtlicher Unsicherheit überlagert.
Am Montag erreichte die Aktie im Tagesverlauf ein neues 52-Wochen-Hoch bei 89,45 SEK. Der Kursanstieg zeigt, wie viel Erwartung bereits eingepreist ist. Kein Wunder, dass jede regulatorische Unsicherheit jetzt stärker wirkt als in ruhigeren Phasen.
Restatement verschärft den Blick auf die Zahlen
Neben der Untersuchung belasten korrigierte Finanzzahlen das Bild. Für das Geschäftsjahr 2025 wurde der Nettoverlust nachträglich auf 222,6 Millionen SEK ausgeweitet, nach zuvor gemeldeten 186,5 Millionen SEK.
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Auch die Vergleichsbasis für 2024 sieht schwächer aus. Der Umsatz wurde auf 219,2 Millionen SEK gesenkt, der Nettoverlust auf 183,9 Millionen SEK angehoben. Damit fällt die finanzielle Ausgangslage weniger robust aus, als bislang kommuniziert.
Das ist besonders relevant, weil die Bewertung anspruchsvoll bleibt. Das Kurs-Umsatz-Verhältnis liegt bei 59,69, während einzelne Analysten ein Kursziel von 6,55 SEK nennen. Der Abstand zwischen Markterwartung und konservativen Bewertungsansätzen ist damit beträchtlich.
Doppelte Bewährungsprobe am Freitag
Der nächste wichtige Termin ist der 29. Mai. Nach Börsenschluss soll Sivers Semiconductors in den MSCI Sweden Small-Cap Index aufgenommen werden. Am selben Tag wird der Bericht zum ersten Quartal 2026 erwartet.
Im Blick steht dabei auch die Finanzierung aus den USA. Das Unternehmen hatte zuletzt einen Pentagon-Zuschuss über 6,6 Millionen Dollar für das zweite Jahr des EW-STAR-Projekts im Rahmen des CHIPS Act gesichert. Relevant wird nun, ob sich dieser Rückenwind bereits im Ausblick niederschlägt.
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Danach folgt die Hauptversammlung am 15. Juni. Zur Abstimmung stehen die Nominierungen von Joakim Nideborn und Helena Svancar für den Verwaltungsrat. Auf der Tagesordnung steht außerdem ein neues Aktienoptionsprogramm für das Management mit 7 Millionen Optionen und einer möglichen Verwässerung von rund 2 Prozent.
Frisches Kapital kam bereits über eine Kapitalerhöhung herein. Dabei wurden 8,62 Millionen neue Aktien zu 14,50 SEK platziert, was dem Unternehmen rund 125 Millionen SEK einbrachte. Bis zum Quartalsbericht am Freitag bleibt die Aktie damit zwischen Indexfantasie, Nasdaq-Hoffnung und Ermittlungsrisiko eingeklemmt.
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