Sellas: Schiedsspruch frühestens im Juli
07.06.2026 - 17:04:12 | boerse-global.de
Sellas Life Sciences rutschte am Freitag spürbar ab. Der Grund liegt nicht im Labor, sondern im Schiedsverfahren mit dem chinesischen Partner 3D Medicines. Im Zentrum steht ein Streit um Meilensteinzahlungen und Entwicklungsverpflichtungen rund um den Immuntherapie-Kandidaten GPS.
Der Konzern wartet nun auf den nächsten Schritt im Verfahren vor dem Hong Kong International Arbitration Center. Die Schlussvorträge gingen am 21. April ein. Mit dem Ende der 45-Tage-Frist ist der Fall jetzt formal reif für die nächste Verfahrensmitteilung.
Streit um GPS eskaliert
Sellas fordert rund 13 Millionen Dollar aus strittigen GPS-Zahlungen. Das Unternehmen wirft 3D Medicines vor, das Programm in der Volksrepublik nicht mit genügend Einsatz vorangetrieben zu haben. Dazu gehört auch der Vorwurf, dass die geplante Rekrutierung in China für die globale REGAL-Phase-3-Studie nicht wie vereinbart zustande kam.
3D Medicines weist die Vorwürfe zurück. Die Gegenseite nennt die Forderungen unbegründet. Ein Urteil könnte nach aktuellem Ablauf frühestens im Juli und spätestens Anfang September kommen.
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Für Anleger bleibt damit ein juristischer Termin das prägende Thema. Die Aktie reagierte entsprechend nervös. Am Freitag schloss sie bei 7,20 Euro, minus 7,22 Prozent. Auf Sicht von sieben Tagen steht ein Rückgang von 7,93 Prozent zu Buche.
Solide Kasse, laufende Studien
Operativ steht Sellas derzeit nicht mit dem Rücken zur Wand. Im ersten Quartal lag der Verlust bei 0,05 Dollar je Aktie und fiel damit geringer aus als erwartet. Die liquiden Mittel beliefen sich Ende März auf rund 107,1 Millionen Dollar.
Dazu kamen frische Mittel aus Warrants. Im ersten Quartal flossen 44,1 Millionen Dollar zu, im zweiten Quartal noch einmal 7,5 Millionen Dollar. Das verschafft dem Unternehmen Spielraum für seine klinischen Programme.
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Auch die Pipeline liefert weiter Datenpunkte. Die entscheidende Phase-3-Studie REGAL mit Galinpepimut-S bei akuter myeloischer Leukämie nähert sich dem letzten Auswertungspunkt. Von den geplanten 80 Ereignissen waren bis zum 11. Mai bereits 78 eingetreten. Für die Phase-2-Studie mit SLS009 in der Erstlinienbehandlung der AML peilt Sellas Topline-Daten im vierten Quartal 2026 an.
Die Aktie bleibt trotz des Rückschlags klar im Aufwärtstrend. Über 30 Tage liegt sie noch 64,38 Prozent vorne, über zwölf Monate sogar 404,20 Prozent. Mit 7,20 Euro notiert sie aber 11,33 Prozent unter dem Hoch von 8,12 Euro vom 29. Mai.
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