Sellas: REGAL-Studie benötigt Event 80
21.06.2026 - 21:54:15 | boerse-global.de
Die Aktionäre von Sellas Life Sciences haben auf der Jahreshauptversammlung Mitte Juni alle fünf Tagesordnungspunkte gebilligt. Damit erhält das Biotech-Unternehmen mehr Spielraum für die Finanzierung seiner spätklinischen Krebsprojekte – zu einem Preis: Aktionäre müssen mit weiterer Verwässerung rechnen.
20 Millionen neue Aktien und ein millionenschweres Aktienpaket für den CEO
Die zentrale Entscheidung: Die Anteilseigner stimmten einer Erhöhung des Aktienvolumens im bestehenden Aktienoptionsplan um 20 Millionen Stück zu. Parallel dazu wurde Baker Tilly US als Wirtschaftsprüfer für das Geschäftsjahr 2026 bestätigt. Auch die Vorstandsmitglieder Robert Van Nostrand und Jane Wasman wurden für drei Jahre wiedergewählt.
Noch am selben Tag kündigte das Unternehmen eine Vergütungsmaßnahme an: CEO Angelos Stergiou erhielt 1,065 Millionen Restricted Stock Units. Die Anteile werden in vier gleichen Tranchen ab Dezember 2026 verfügbar. Nach der Zuteilung hält der Vorstandsvorsitzende direkt rund 1,76 Millionen Aktien.
Diese Ausweitung der Belegschaftsbeteiligung ist kein Zufall. Erst Ende Mai hatte Sellas einen Wertpapierprospekt über 154,6 Millionen Dollar für den Verkauf von bis zu 20 Millionen Aktien eingereicht. Das Programm soll vor allem die Finanzierung der klinischen Studien sichern. Zugleich bedeutet es für bestehende Aktionäre: weitere Verwässerung.
Entscheidende Daten von der Krebsfront stehen bevor
Der Markt blickt derweil auf zwei zentrale klinische Programme des Unternehmens. Das wichtigste: die Phase-3-Studie REGAL, die das Krebsmittel Galinpepimut-S (GPS) gegen akute myeloische Leukämie testet. Hier läuft eine kritische Zählung. Die finale Analyse des Gesamtüberlebens benötigt 80 Ereignisse. Bis zum 11. Mai waren 78 eingetreten – die Marke ist also nah.
Das zweite Großprojekt: der CDK9-Hemmer SLS009, der ebenfalls gegen AML getestet wird. Für die Phase-2-Studie an neu diagnostizierten Patienten erwartet Sellas die ersten Daten im vierten Quartal 2026.
Die Aktie schloss am Freitag bei 7,16 Euro – ein Plus von 1,4 Prozent. Damit liegt der Kurs gut 25 Prozent über dem 50-Tage-Durchschnitt und mehr als doppelt so hoch wie der 200-Tage-Durchschnitt. Der RSI von 57 signalisiert eine neutrale Marktlage. Die annualisierte Volatilität liegt bei 126 Prozent.
Die kommenden Monate könnten für Sellas richtungsweisend sein. Der Ausgang der REGAL-Studie entscheidet mit über den Wert der gesamten Pipeline – und damit über die weitere Kursentwicklung.
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