Sellas Life Sciences Aktie: 567 Prozent Aufstieg in zwölf Monaten
Veröffentlicht: 13.07.2026 um 03:23 Uhr, Redaktion boerse-global.de
Eine Aktie steigt binnen zwölf Monaten um mehr als das Fünffache. Grund dafür sind Fortschritte in der Krebsforschung. Bei Sellas Life Sciences trifft klinischer Erfolg auf extreme Kursschwankungen.
Die Biotech-Firma entwickelt den Wirkstoff SLS009, auch Tambiciclib genannt. Es handelt sich um einen CDK9-Hemmer, lizenziert von GenFleet Therapeutics. Sellas testet ihn aktuell gegen akute myeloische Leukämie (AML), eine aggressive Form von Blutkrebs.
Kombinationstherapie mit prominenten Partnern
Die laufende Studie kombiniert SLS009 mit zwei etablierten Wirkstoffen. Venetoclax kommt von AbbVie, Azacitidin stammt von Bristol Myers Squibb. Zusammen sollen sie das Überleben und Wachstum von Krebszellen blockieren.
Die Studie zielt auf Hochrisiko-Patienten ab, deren AML nach einer Venetoclax-Behandlung zurückgekehrt ist oder nicht mehr anspricht. Rund 160 Patienten sollen teilnehmen. Sellas rechnet mit ersten Abschlussdaten Ende 2026.
Parallel treibt das Unternehmen sein wichtigstes Projekt voran: Galinpepimut-S (GPS) befindet sich in der entscheidenden Phase-3-Studie REGAL, ebenfalls für AML. Die zuständige Auftragsforschungsorganisation meldete im Mai 2026 bereits 78 sogenannte Events. Für die finale Analyse braucht es 80 Events — die Schwelle ist also fast erreicht.
Extreme Kursbewegung spiegelt Spekulation
Am Kapitalmarkt zeigt sich der Optimismus deutlich. Die Aktie schloss am Freitag bei 11,30 Euro und hat in den vergangenen zwölf Monaten um 567,85 Prozent zugelegt. Die Marktkapitalisierung liegt inzwischen bei rund 2,20 Milliarden Euro.
Der Weg dorthin verlief alles andere als geradlinig. Noch im November 2025 notierte das Papier bei einem 52-Wochen-Tief von 1,22 Euro. Am 30. Juni 2026 erreichte es mit 15,25 Euro sein Jahreshoch — aktuell liegt der Kurs 25,90 Prozent darunter.
Kurzfristig zeigt sich die Nervosität im Kurs besonders klar. Auf Sieben-Tage-Sicht verlor die Aktie 7,38 Prozent, auf 30-Tage-Sicht stieg sie dagegen um 64,24 Prozent. Die annualisierte 30-Tage-Volatilität liegt bei 127,10 Prozent — ein Wert, der die Risikobereitschaft der Investoren unterstreicht.
Der Blick auf die gleitenden Durchschnitte bestätigt den Aufwärtstrend. Der Kurs liegt 44,77 Prozent über dem 50-Tage-Durchschnitt und sogar 183,40 Prozent über dem 200-Tage-Durchschnitt. Der 14-Tage-RSI steht bei 59,4 und signalisiert damit weder Überkauft- noch Überverkauft-Zustand.
Für Sellas bleiben zwei Termine entscheidend. Die REGAL-Studie steht kurz vor der finalen Analyse, sobald das 80. Event erreicht ist. Die SLS009-Kombinationsstudie soll ihre primären Ergebnisse bis Ende 2026 liefern — beide Daten dürften den weiteren Kursverlauf maßgeblich prägen.
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