Sellas: 458 Prozent in zwölf Monaten
01.06.2026 - 19:02:09 | boerse-global.deSellas Life Sciences erlebt gerade eine Phase, in der sich Hoffnung und Nervosität eng überlagern. Die Biotech-Aktie wird von der Nähe zu wichtigen klinischen Meilensteinen getragen, während der Handel zugleich auffällig spekulativ geworden ist. Vor allem im Derivatemarkt hat sich die Stimmung spürbar zugunsten der Bullen verschoben.
Am Montag notierte die Aktie bei 7,70 Euro und lag damit leicht unter dem Schlusskurs vom Freitag. Auf Sicht von sieben Tagen steht trotzdem ein Plus von 11,92 Prozent zu Buche, über zwölf Monate sogar ein beeindruckender Anstieg von 458,78 Prozent. Der Titel bewegt sich nahe am 52-Wochen-Hoch von 7,88 Euro, das am 28. Mai erreicht wurde.
Spekulation treibt den Handel
Für Aufsehen sorgt vor allem das Optionsgeschäft. Am 1. Juni wurden 116.714 Call-Optionen gehandelt, aber nur 10.590 Put-Optionen. Das ergibt ein Put-Call-Verhältnis von 0,09 und zeigt: Viele Trader setzen weiter auf steigende Kurse.
Der Handel ist dabei alles andere als ruhig. In den jüngsten Sitzungen schwankte die Aktie intraday teils um bis zu 10 Prozent, begleitet von einem Tagesvolumen von rund 25,87 Millionen Aktien. Der 14-Tage-RSI liegt bei 58,1. Das ist nicht extrem überkauft, aber die Dynamik bleibt hoch. Auch die annualisierte 30-Tage-Volatilität von 118 Prozent spricht für nervöse, schnelle Bewegungen.
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Der klinische Auslöser rückt näher
Der eigentliche Treiber liegt in der Pipeline. Im Mittelpunkt steht die Phase-3-Studie REGAL mit galinpepimut-S bei Patienten mit akuter myeloischer Leukämie in zweiter kompletter Remission. Das Unternehmen hat bestätigt, dass die Studie sich dem entscheidenden Analysezeitpunkt nähert. Auslöser ist das Erreichen von 80 Ereignissen beim Gesamtüberleben.
Parallel dazu rückt auch SLS009 in den Fokus. Der selektive CDK9-Inhibitor wird in einer Phase-2-Studie bei neu diagnostizierten AML-Patienten geprüft. Für dieses Programm peilt Sellas erste Ergebnisse im vierten Quartal 2026 an. Für Anleger ist das die zweite wichtige Datenquelle, falls REGAL nicht den erhofften Impuls liefert.
Solide Kasse, offenes Verwässerungsrisiko
Finanziell steht das Unternehmen zunächst nicht unter unmittelbarem Druck. Ende des ersten Quartals 2026 verfügte Sellas über 107,1 Millionen Dollar an liquiden Mitteln. Kurz darauf kamen durch ausgeübte Warrants weitere rund 7,5 Millionen Dollar hinzu.
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Zusätzliche Flexibilität verschafft eine ATM-Fazilität über bis zu 150 Millionen Dollar. Das kann helfen, die Entwicklung der Programme abzusichern. Es erhöht aber auch das Risiko weiterer Aktienausgaben, falls die Finanzierung darüber läuft. Das durchschnittliche Kursziel der Analysten liegt derzeit bei etwa 10,00 Dollar — nur etwas über dem aktuellen Niveau.
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