Samsung, Arbeitnehmer

Samsung: 50.000 Arbeitnehmer drohen 18-Tage-Streik

13.05.2026 - 14:20:49 | boerse-global.de

Samsung droht ein 18-tägiger Streik mit Produktionsausfällen von Milliarden. Die Regierung interveniert, um die Chipversorgung für Nvidia und AMD zu sichern.

Samsung: 50.000 Arbeitnehmer drohen 18-Tage-Streik - Foto: über boerse-global.de
Samsung: 50.000 Arbeitnehmer drohen 18-Tage-Streik - Foto: über boerse-global.de

Wenn mehr als 50.000 Beschäftigte eines der weltgrößten Halbleiterunternehmen in den Streik treten, ist das kein rein koreanisches Problem. Bei Samsung Electronics ist genau das die drohende Realität— nach dem Scheitern eines 17-stündigen Verhandlungsmarathons zwischen Konzernleitung und der größten Gewerkschaft des Unternehmens.

Regierung greift ein

Die Gespräche unter Aufsicht der nationalen Schlichtungsbehörde endeten am Mittwochmorgen ohne Einigung. Premierminister Kim Min-seok berief daraufhin eine Dringlichkeitssitzung ein. Er mahnte zur Fortsetzung des Dialogs und betonte die wirtschaftliche Tragweite eines möglichen Arbeitskampfes. Finanzminister Koo Yun-cheol schloss sich an: Ein flächendeckender Streik müsse unbedingt verhindert werden.

Die Gewerkschaft NSEU plant einen 18-tägigen Ausstand, vorgesehen für die zweite Maihälfte. Branchenanalysten schätzen den täglichen Produktionsausfall auf rund eine Billion Won— umgerechnet etwa 671 Millionen Dollar. Über die gesamte Streikdauer könnten sich die Verluste auf mehr als 30 Billionen Won summieren, sofern die Fertigungslinien erheblich beeinträchtigt werden.

Streit um Boni und Gewinnbeteiligung

Im Kern geht es um Geld— und um Vergleiche mit dem Wettbewerb. Die NSEU fordert sieben Prozent mehr Grundgehalt sowie eine Gewinnbeteiligung von 15 Prozent des jährlichen operativen Ergebnisses. Außerdem soll die bestehende Bonusdeckelung fallen, die Auszahlungen derzeit auf 50 Prozent des Jahresgehalts begrenzt.

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Als Referenz verweist die Gewerkschaft auf SK Hynix: Der Rivale hat seinen Mitarbeitern eine Beteiligung von zehn Prozent am operativen Gewinn zugesagt. Samsung-Management bezeichnete die strukturellen Forderungen als langfristig nicht tragfähig.

Chipversorgung für Nvidia und AMD unter Druck

Die Brisanz geht weit über Korea hinaus. Samsung ist ein zentraler Lieferant von High Bandwidth Memory und KI-Chips— Kunden wie Nvidia und AMD wären bei einem Produktionsstopp direkt betroffen. Zwar sind Samsungs Fertigungsanlagen stark automatisiert, doch der Ausfall von mehr als 40.000 Technik- und Wartungsmitarbeitern könnte strukturelle Schäden verursachen. Besonders heikel: Das Unternehmen arbeitet gerade daran, die Ausbeute bei seinen 2-Nanometer-Prozessen zu stabilisieren— ein Rückschlag hier hätte Folgen für die gesamte nächste Chip-Generation.

An der Börse in Seoul fiel die Aktie zunächst um bis zu sechs Prozent, erholte sich nach Bekanntwerden der Regierungsintervention jedoch deutlich und schloss nur noch rund 0,7 Prozent im Minus.

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Samsung hat indes beim Suwon District Court eine einstweilige Verfügung beantragt, um die geplanten Arbeitsniederlegungen einzuschränken oder zu untersagen. Ein zweiter Anhörungstermin fand am Mittwoch statt, ein Urteil wird in den nächsten Tagen erwartet— und könnte die Machtfrage zwischen Konzern und Gewerkschaft vorerst entscheiden.

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