Russland blockiert Zwangsversteigerung von Wiener Luxus-Immobilien
02.01.2026 - 14:23:12Russland geht juristisch gegen die geplante Versteigerung von fast 20 prestigeträchtigen Immobilien in Wien und Umgebung vor. Der Staat legte Rechtsmittel ein und blockiert damit vorerst den ukrainischen Energiekonzern Naftogaz. Dieser will mit dem Verkauf Schadenersatzforderungen in Milliardenhöhe durchsetzen. Der Fall gilt als Präzedenzfall für den Umgang mit sanktioniertem Staatsvermögen in der EU.
Anwälte der Russischen Föderation reichten kurz vor Weihnachten einen umfassenden Rekurs gegen den Beschluss des Bezirksgerichts Innere Stadt ein. Dieses hatte im Juli 2025 grünes Licht für die Zwangsversteigerung gegeben. Der Schachzug verzögert den für das erste Quartal 2026 geplanten Verkauf auf unbestimmte Zeit.
Im Streit stehen hochpreisige Wohn- und Bürogebäude in Top-Lagen Wiens. Ihr Gesamtwert wird auf über 120 Millionen Euro geschätzt. Es handelt sich nicht um diplomatische Vertretungen, sondern um Objekte, die laut Gericht wohnwirtschaftlich oder gewerblich genutzt werden.
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Moskaus Strategie: Zeit gewinnen vor dem Landesgericht
Mit dem Rekurs muss sich nun das Landesgericht für Zivilrechtssachen Wien mit dem Fall befassen. Juristische Beobachter werten dies als erwartetes Manöver, um die Vollstreckung zu torpedieren. Russland argumentiert weiterhin mit der Unantastbarkeit von Staatseigentum und erhebt verfahrensrechtliche Einwände.
Für Naftogaz bedeutet das: Zunächst muss eine Rekursbeantwortung verfasst werden. Bis zu einem rechtskräftigen Beschluss bleiben die Grundbücher zwar mit Pfandrechten belastet – ein Verkauf ist aber erst einmal vom Tisch. Die Strategie Moskaus ist klar: Das Verfahren durch alle Instanzen treiben.
Diese Luxus-Liegenschaften stehen auf der Liste
Die betroffenen Immobilien lesen sich wie ein Portfolio für Luxus-Investoren. Sie stammen teilweise noch aus der Zeit der Sowjetunion.
- Währing (18. Bezirk): Herrschaftliche Wohnsitze im noblen Cottageviertel, etwa in der Sternwartestraße oder Gentzgasse.
- Wieden (4. Bezirk): Gebäude in Innenstadtnähe, darunter ein Komplex in der Technikerstraße.
- Weitere Standorte: Liegenschaften in der Donaustadt, in Purkersdorf, Kaltenleutgeben und sogar in Salzburg.
Viele der Objekte stehen seit Jahren leer. Ihr Wert ist dennoch hoch, da allein die Grundstücke in diesen Lagen massiv an Wert gewonnen haben. Bei einer Versteigerung würden sie auf enormes Interesse stoßen.
Hintergrund: Die Milliarden-Forderung für die Krim
Auslöser ist ein Schiedsspruch aus Den Haag von 2023. Das Gericht sprach Naftogaz über vier Milliarden Euro Schadenersatz zu. Grund ist die Enteignung von Konzernvermögen auf der annektierten Krim 2014.
Da Russland die Zahlung verweigert, versucht Naftogaz, russische Staatsgüter im Westen pfänden zu lassen. Immobilien in Österreich sind dafür ein ideales Ziel – sie sind “unbeweglich”. Die Wiener Versteigerung soll etwa 120 Millionen Euro der Gesamtsumme einbringen.
Ein Drahtseilakt für die österreichische Justiz
Der Fall stellt die Justiz vor eine heikle Frage: Wo endet staatliche Immunität und wo beginnt pfändbares kommerzielles Vermögen? Das Bezirksgericht entschied klar: Wer als Staat Wohnungen vermietet oder Investmentobjekte hält, kann sich bei Schulden nicht pauschal auf Souveränität berufen.
Sollte die Versteigerung am Ende doch durchgeführt werden, könnte das ein Signal für andere Gläubiger sein. Eine Welle ähnlicher Verfahren in der EU wäre möglich. Für den Wiener Immobilienmarkt friert der Rekurs derzeit dringend benötigte Luxus-Wohnflächen ein.
Was kommt als nächstes?
Das Landesgericht Wien muss sich nun mit dem komplexen Fall befassen. Eine Entscheidung wird nicht vor dem späten Frühjahr 2026 erwartet. Sollte es den Rekurs abweisen, könnte Russland den Obersten Gerichtshof anrufen – das würde den Prozess bis weit ins Jahr 2027 verzögern.
Für Naftogaz ist es eine Geduldsprobe. Die Wiener Luxusvillen und Bürogebäude verharren weiter im juristischen Schwebezustand: unbewohnt, unverkäuflich und im Zentrum eines geopolitischen Wirtschaftskonflikts.
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