Russland, WhatsApp

Russland blockiert WhatsApp und drängt auf Staats-App „Max“

12.02.2026 - 20:23:12

Russland hat WhatsApp vollständig blockiert und drängt Nutzer auf die staatliche Messenger-Alternative Max. Die Maßnahme ist Teil einer umfassenden Strategie zur digitalen Souveränität.

Moskau setzt seinen Kurs zur digitalen Souveränität radikal um: Der Messenger-Dienst WhatsApp ist ab sofort für die meisten Nutzer im Land nicht mehr erreichbar. Die Regierung wirbt offensiv für den Wechsel zur staatlich kontrollierten Alternative „Max“. Kritiker warnen vor Überwachung und Zensur.

Vollblockade nach monatelangem Druck

Der Kreml begründet den radikalen Schritt mit der angeblichen Weigerung des Meta-Konzerns, russische Gesetze zu befolgen. Konkret geht es um die umstrittene Vorschrift, Daten russischer Bürger auf Servern im Land zu speichern und Sicherheitsbehörden Zugriff zu gewähren. „WhatsApp war nicht bereit, sich an die Normen und den Buchstaben des russischen Rechts zu halten“, erklärte Kremlsprecher Dmitri Peskow.

Technisch wurde die Blockade durchgeführt, indem die Domain-Namen von WhatsApp aus dem russischen nationalen Domain-Name-System (DNS) entfernt wurden. Damit können Internetanbieter im Land Nutzer nicht mehr zu den Servern des Dienstes leiten. Seit August 2025 waren bereits Funktionen wie Sprach- und Videoanrufe eingeschränkt. Diese Woche traf es auch die Zugänge zu YouTube, Facebook und Instagram.

Staats-App „Max“ als vorgeschriebene Alternative

Parallel zur Sperre wirbt der Staat massiv für den heimischen Messenger „Max“. Die vom staatlich kontrollierten Technologiekonzern VK entwickelte App wird als „nationaler Messenger“ vermarktet und soll eine Art „Super-App“ nach dem Vorbild des chinesischen WeChat werden. Sie vereint Nachrichtendienste, E-Commerce, Behördengänge über das Portal „Gosuslugi“, digitale Identitätsverifikation und Zahlungsfunktionen.

Seit September 2025 muss „Max“ per Gesetz auf allen neuen Smartphones und Tablets in Russland vorinstalliert sein. Die Behörden preisen die App als Vereinfachung des Alltags an. Doch Menschenrechtsaktivisten und Kritiker sehen in ihr ein Instrument für flächendeckende Überwachung und politische Zensur – eine Anschuldigung, die der Kreml zurückweist.

Teil einer langfristigen „Runet“-Strategie

Die Blockade von WhatsApp ist kein Einzelfall, sondern ein zentraler Baustein in Russlands langfristiger Strategie für ein „souveränes Internet“. Seit der Invasion der Ukraine 2022 hat die digitale Abgrenzung massiv an Fahrt aufgenommen. Meta wurde als „extremistische Organisation“ eingestuft, seine Plattformen blockiert.

Der Druck trifft auch andere Dienste. So wurden kürzlich neue Restriktionen gegen den beliebten Messenger Telegram verhängt, mit ähnlichen Begründungen. Dessen Gründer Pavel Durov wirft der Regierung vor, die Bürger in eine staatliche Überwachungs-App zwingen zu wollen – eine Anschuldigung, die auch WhatsApp erhebt.

Fragmentiertes Netz und ungewisse Zukunft

Die Sperre betrifft über 100 Millionen Nutzer. Viele Russen greifen bereits jetzt auf Virtual Private Networks (VPN) zurück, um die Zensur zu umgehen. Die Behörden arbeiten jedoch daran, auch diese Lücke zu schließen.

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WhatsApp kündigte an, alles zu tun, um seine Nutzer weiter zu verbinden. Eine Wiederaufnahme des Dienstes sei laut Kreml nur im Dialog und bei voller Compliance mit russischem Recht möglich. Die Zukunft der digitalen Kommunikation in Russland deutet auf ein zunehmend fragmentiertes und kontrolliertes Online-Umfeld hin. Die staatliche Push-Strategie für heimische Plattformen markiert einen entscheidenden Schritt hin zu einem abgeschotteteren „Runet“.

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