Russland blockiert WhatsApp – 100 Millionen Nutzer abgeschnitten
19.02.2026 - 06:22:12 | boerse-global.deDie russische Regierung hat den Messenger-Dienst WhatsApp vollständig gesperrt. Rund 100 Millionen Nutzer verlieren damit einen zentralen Kommunikationskanal. Der Schritt ist der bisher massivste in Moskaus Kampagne für ein abgeschottetes, staatlich kontrolliertes Internet.
Vom Druck zur kompletten Blockade
Der endgültige Zugriff wurde bereits um den 12. Februar herum technisch unterbunden. Die Aufsichtsbehörde Roskomnadzor strich die Domains von WhatsApp aus dem russischen Domain-Name-System. Für die meisten Nutzer ist der Dienst damit nicht mehr erreichbar. Offiziell begründet der Kreml den Schritt mit der Weigerung von Mutterkonzern Meta, russische Gesetze zu befolgen. Kritiker sehen darin jedoch einen gezielten Schachzug, um Menschen auf die staatliche Alternative „Max“ zu lenken.
Die Blockade kam nicht überraschend. Seit August 2025 hatte der Druck schrittweise zugenommen: Zuerst wurden Sprach- und Videoanrufe bei WhatsApp und Telegram eingeschränkt, im Oktober folgte ein Stopp für Neuregistrierungen. Die jetzige Löschung aus dem Kernverzeichnis des Internets ist die radikalste Maßnahme. Sie zwingt Nutzer, auf oft umständliche und unsichere VPN-Dienste auszuweichen – auch diese werden vom Staat zunehmend bekämpft.
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Staatliche Alternative „Max“ als einziger Ausweg?
Anstelle von WhatsApp drängt der Staat auf die heimische Plattform „Max“. Der Kreml-Sprecher Dmitri Peskov bezeichnete sie als „zugängliche Alternative“. Seit 2025 muss die App auf allen neuen Smartphones in Russland vorinstalliert werden. Für Beschäftigte im öffentlichen Dienst, darunter Lehrer und Schüler, ist die Nutzung mittlerweile oft verpflichtend.
Genau hier liegen die größten Bedenken von Digitalrechtlern und Meta. WhatsApp wirft der Regierung vor, sie wolle Menschen in eine „staatliche Überwachungs-App“ zwingen. Der entscheidende Unterschied: Während WhatsApp eine Ende-zu-Ende-Verschlüsselung nutzt, fehlt diese bei „Max“ vermutlich. Damit könnten die Behörden theoretisch alle Kommunikationen mitlesen.
Digitale Souveränität um jeden Preis
Das WhatsApp-Verbot ist ein Meilenstein in der globalen Entwicklung hin zu einem gespaltenen Internet – Experten sprechen vom „Splinternet“. Für Russland ist es der logische nächste Schritt nach der Blockierung von Facebook und Instagram 2022, nachdem Meta als „extremistisch“ eingestuft wurde.
Die Folgen für den Alltag sind massiv. Millionen Menschen nutzten den Messenger für private Kontakte, aber auch für geschäftliche Kommunikation ins Ausland. Sie stehen nun vor einer unmöglichen Wahl: Wechsel auf eine überwachbare Staats-App oder der riskante Kampf mit immer schlechter funktionierenden VPNs. Der Kreml nimmt diesen sozialen und wirtschaftlichen Reibungsverlust bewusst in Kauf, um seine digitale Souveränität durchzusetzen.
Was kommt nach der Blockade?
Eine Rückkehr von WhatsApp gilt als äußerst unwahrscheinlich. Die Grundsatzfragen zu Datenspeicherung in Russland und staatlichem Datenzugriff sind zwischen Meta und Moskau unüberbrückbar. Die Aufmerksamkeit richtet sich nun auf die verbleibenden Plattformen.
Die Nutzer dürften vor allem zu Telegram abwandern – doch auch hier berichten Nutzer bereits von Einschränkungen. Langfristig zementiert der Staat so seine Kontrolle über den Informationsfluss. Die vollständige Abschottung des russischen digitalen Raums schreitet mit der WhatsApp-Blockade einen großen Schritt voran.
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