Ring-Kameras: 10.000 Euro für lokale Speicher-Lösung ohne Amazon
22.02.2026 - 18:42:12 | boerse-global.deDie Fulu Foundation setzt Amazon mit einem Kopfgeld von 10.000 Euro unter Druck. Gesucht wird eine Methode, um Ring-Kameras völlig unabhängig von Amazons Cloud zu betreiben. Der Vorstoß trifft den Nerv einer Debatte um Datensouveränität und Abo-Zwang bei Smart-Home-Geräten.
Kopfgeld gegen Cloud-Zwang
Hinter der Initiative steht die Fulu Foundation, die gemeinsam mit dem „Right-to-Repair“-Aktivisten Louis Rossmann gegründet wurde. Das Ziel ist eindeutig: Die enge Bindung der Hardware-Funktionalität an teure Cloud-Abos soll durchbrochen werden. Derzeit sind Ring-Nutzer gezwungen, für die Videoaufzeichnung ein Abonnement bei Amazon abzuschließen. Das neue Kopfgeld zielt darauf ab, eine vollständig unabhängige Lösung zu schaffen. Ein erfolgreicher Entwickler muss nachweisen, dass die Videoaufzeichnung einer Ring-Kamera direkt auf eine benutzerkontrollierte Festplatte umgeleitet werden kann – ohne jegliche Verbindung zu Amazons Servern. Grundfunktionen wie Bewegungserkennung und Live-View müssen dabei erhalten bleiben.
Der Zeitpunkt der Ankündigung ist brisant. Die Diskussion um die Weitergabe von Ring-Daten an Strafverfolgungsbehörden hat das Misstrauen vieler Nutzer geschürt. Die Initiative spiegelt eine breitere Forderung wider: Wer ein physisches Gerät besitzt, soll auch die Kontrolle über die daraus generierten Daten haben. Ein Erfolg könnte einen Präzedenzfall für die gesamte Smart-Home-Branche schaffen.
Ring Edge: Die halbherzige Antwort von Amazon
Auf frühere Nutzerwünsche hat Ring bereits mit einer eigenen Lösung namens Ring Edge reagiert. Doch diese entpuppt sich bei genauer Betrachtung als Mogelpackung. Sie ist nicht für alle Kameras verfügbar, sondern erfordert den Kauf einer „Ring Alarm Pro Basisstation“ für rund 250 Euro. Zusätzlich benötigen Kunden weiterhin ein kostenpflichtiges Ring-Protect-Abo.
Das Kernproblem bleibt: Selbst mit dieser teuren Hardware bleibt das System von Amazons Servern abhängig. Für grundlegende Funktionen ist eine Internetverbindung nötig. Bei einem Ausfall sind Aufzeichnungen oder Live-Streams gefährdet. Die Videos werden zwar auf einer microSD-Karte gespeichert, doch die Abhängigkeit vom Ring-Ökosystem bleibt bestehen. Genau diese Abhängigkeit will die Fulu Foundation mit ihrem Kopfgeld durchbrechen.
Markt fordert längst lokale Speicher
Die Nachfrage nach lokaler Speicherung ist kein Nischenwunsch. Konkurrenten wie Arlo oder Wyze bieten diese Option seit Jahren an – oft durch einen einfachen microSD-Karten-Slot in der Kamera. Sie haben erkannt, dass dies für datenbewusste Verbraucher ein entscheidendes Kaufargument ist. Diese Alternativen setzen damit einen Standard, dem Ring nur mit hohen Zusatzkosten und Einschränkungen begegnet.
Die Vorteile für Verbraucher liegen auf der Hand: Lokale Aufzeichnungen sind auch bei Internetausfall verfügbar. Sie bieten mehr Privatsphäre, da sensible Aufnahmen nicht auf Firmenservern landen, die Ziel von Hackerangriffen oder behördlichen Anfragen werden könnten. Nicht zuletzt sparen Nutzer die laufenden Kosten für ein Cloud-Abo.
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Ein Wendepunkt für die Smart-Home-Branche?
Die technischen Hürden für den Gewinn des Kopfgeld sind hoch. Rings Firmware ist proprietär und gegen unerwünschte Modifikationen gesichert. Doch unabhängig vom Ausgang sendet die Aktion ein starkes Signal an die Industrie.
Sollte ein Entwickler erfolgreich sein, könnte dies eine Welle von Community-Modifikationen für andere cloudgebundene Geräte auslösen. Das Verhältnis zwischen Herstellern und Kunden würde sich grundlegend verändern. Selbst wenn das Kopfgeld nicht ausgezahlt wird, erhöht der öffentliche Druck auf Amazon und Mitbewerber. Sie könnten gezwungen sein, in Zukunft flexiblere und nutzerfreundliche lokale Speicherlösungen anzubieten. Die Debatte um Datensouveränität im Smart Home ist damit eröffnet.
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