Psychotherapeuten, Honorare

Psychotherapeuten: Honorare sinken ab April um 4,5 Prozent

26.03.2026 - 04:18:56 | boerse-global.de

Der Erweiterte Bewertungsausschuss beschloss eine Honorarkürzung für Psychotherapeuten. Die KBV reicht Klage ein und Politiker kritisieren die Entscheidung als Gefahr für die Versorgung.

Psychotherapeuten: Honorare sinken ab April um 4,5 Prozent - Foto: über boerse-global.de
Psychotherapeuten: Honorare sinken ab April um 4,5 Prozent - Foto: über boerse-global.de

Ab 1. April werden psychotherapeutische Leistungen schlechter bezahlt. Der Erweiterte Bewertungsausschuss beschloss die umstrittene Kürzung um 4,5 Prozent. Die Kassenärztliche Bundesvereinigung (KBV) kündigte sofort Klage an.

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Ein "verheerendes Signal" für die Versorgung

Die Entscheidung trifft die Branche in einer ohnehin angespannten Lage. "Die Kürzungen kommen zu einer Zeit, in der der Bedarf stetig wächst", kritisiert Andreas Pichler, Präsident der Psychotherapeutenkammer NRW. Es sei ein völlig falsches Signal an überlastete Fachkräfte.

Die Kassenärztliche Vereinigung Nordrhein warnt vor gefährdeten wirtschaftlichen Grundlagen vieler Praxen. Bereits jetzt sind lange Wartezeiten auf Therapieplätze die Regel. Drohen nun weitere Engpässe und ein Rückzug aus der ambulanten Versorgung?

KBV geht vor Gericht, Politik zeigt sich solidarisch

Die KBV hält die Kürzungen für nicht zu rechtfertigen und reicht Klage beim Landessozialgericht Berlin-Brandenburg ein. Sie sieht eine massive Benachteiligung psychisch kranker Menschen und der Therapeuten.

Auch aus der Politik kommt Widerstand. Der rheinland-pfälzische Gesundheitsminister Clemens Hoch kritisierte die Absenkung und kündigte ein länderübergreifendes Vorgehen an. Die KV Rheinland-Pfalz bat das Bundesgesundheitsministerium sogar um eine Beanstandung des Beschlusses.

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Warum wurde überhaupt gekürzt?

Grundlage ist eine gesetzliche Regelung, die den Ertrag einer Psychotherapie-Praxis mit dem anderer Facharztgruppen vergleicht. Die aktuelle Berechnung ergab: Der erzielbare Umsatz liegt über dem Soll-Umsatz. Rein rechnerisch hätte das eine Absenkung um fast zehn Prozent gerechtfertigt.

Der GKV-Spitzenverband argumentiert, die Honorare für Psychotherapeuten seien seit 2013 überdurchschnittlich stark gestiegen. Man habe die Kürzung zugunsten der Therapeuten auf 4,5 Prozent begrenzt und parallel Strukturzuschläge erhöht. Für die Kammern bleibt es eine unverhältnismäßige Belastung.

Wie geht es jetzt weiter?

Neben dem juristischen Weg durch die KBV-Klage hat der Bewertungsausschuss selbst eine Überarbeitung des Vergütungsmodells bis September angekündigt. Geprüft werden soll unter anderem der Facharztvergleich und die Einbeziehung von Praxen mit Angestellten.

Die Diskussion um die Honorare wird das Gesundheitswesen also weiter beschäftigen. Die zentrale Frage bleibt: Kann die Versorgungssicherheit für Patienten unter diesen finanziellen Bedingungen aufrechterhalten werden?

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