Psychische, Krise

Psychische Krise an Schulen: Schüler, Lehrer und Wirtschaft fordern Wandel

24.01.2026 - 22:44:12

Eine Studie zeigt hohen psychischen Druck bei Schülern durch Leistungsstress. Wirtschaftsexperten prognostizieren massive Folgekosten und fordern ein Umdenken im Bildungssystem.

Jeder fünfte Jugendliche in Deutschland fühlt sich psychisch belastet. Das belegt das aktuelle Deutsche Schulbarometer. Leistungsdruck, Zukunftsängste und globale Krisen treiben die Zahlen in die Höhe. Eine breite Allianz aus Schülern, Lehrern und Wirtschaftsexperten fordert jetzt ein radikales Umdenken im Bildungssystem.

Alarmierende Studie: Schule als Stressfaktor

Die repräsentative Umfrage der Robert Bosch Stiftung zeigt ein düsteres Bild. Neben Klimakrise und globalen Konflikten nennen Jugendliche vor allem den schulischen Leistungsdruck als Hauptbelastung. Viele bewerten ihr Wohlbefinden in der Schule als gering und die Unterrichtsqualität als unzureichend.

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Langzeitstudien wie die COPSY-Studie bestätigen den Trend. Sie verzeichnen auch nach der Pandemie hohe Raten von Einsamkeit und Ängsten. Experten sehen die Schule als zentralen, aber oft negativen Lebensraum. Das Problem verschärft sich, weil Hilfsangebote fehlen oder unbekannt sind – ein Drittel der Eltern kennt sie nicht.

Bundesschülerkonferenz startet Notruf-Kampagne

Die Bundesschülerkonferenz (BSK) reagiert mit einem deutlichen „Notruf“ an die Politik. Sie startete eine Kampagne zu steigenden Fällen von Angststörungen und Depressionen. Kern ist ein Zehn-Punkte-Plan für bessere psychische Gesundheit.

Zu den zentralen Forderungen gehören:
* Eine massive Aufstockung von Schulsozialarbeit und psychologischen Diensten.
* Verpflichtende Fortbildungen für Lehrer zum Erkennen psychischer Belastungen.
* Strukturelle Änderungen wie mehr individuelle Förderung und bessere Ganztagsmodelle.

Der Deutsche Lehrerverband unterstützt diese Forderungen. Lehrkräfte seien oft die ersten, die Veränderungen bei Schülern bemerken, hätten aber weder Zeit noch Ressourcen für eine angemessene Begleitung.

Wirtschaft warnt vor dramatischen Folgekosten

Die Krise ist nicht nur humanitär, sondern auch ökonomisch bedrohlich. Das Institut der deutschen Wirtschaft (IW) warnt in einer aktuellen Studie vor langfristigen Folgen. Psychische Probleme im Jugendalter beeinträchtigen Bildungswege und Karrierechancen nachhaltig.

Die Analyse prophezeit erhöhte Gesundheitskosten und einen Ausfall zukünftiger Fachkräfte. Das IW fordert eine nationale Strategie, die Bildungs-, Gesundheits- und Familienpolitik verzahnt. Investitionen in Prävention an Schulen seien ökonomisch geboten, um höhere Folgekosten abzuwenden.

System am Limit: Experten fordern Kulturwandel

Die einhelligen Befunde von WHO, Bildungsforschern und Verbänden zeigen: Das System ist überlastet. Der Fokus auf messbare Leistung und Standardtests lässt wenig Raum für individuelle Entwicklung. Experten wie Dagmar Wolf von der Robert Bosch Stiftung fordern ein neues Unterrichtsverständnis.

Sie plädiert für alternative Prüfungsformate, die den Druck reduzieren. Die WHO empfiehlt systematische Ansätze wie ausgewogene Hausaufgabenregelungen und Lehrer-Schulungen. Klar wird: Einzelprojekte reichen nicht. Nötig ist eine strukturelle Reform, die das Wohl der Schüler gleichwertig zum Wissenserwerb stellt.

Was kommt jetzt? Druck auf die Politik wächst

Die breite Allianz wird den Druck in den kommenden Monaten weiter erhöhen. Die Forderung nach mehr Geld und Personal für psychosoziale Betreuung steht im Zentrum. Die Kultusministerien der Länder müssen Konzepte für Gesundheitsförderung im Schulalltag vorlegen.

Erfolgreiche Programme wie „YAM – Youth Aware of Mental Health“ könnten als Vorbild für eine bundesweite Einführung dienen. Die BSK plant weitere Aktionen. Langfristig entscheidet sich der Erfolg an einer Frage: Gelingt der Wandel von der reinen Leistungs- zur echten Lernkultur?

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