Post-Covid, Studie

Post-Covid: Neue Studie zeigt Alzheimer-ähnliche Hirnveränderungen

21.02.2026 - 16:09:12 | boerse-global.de

Forscher entdecken spezifische Hirnveränderungen bei Long-COVID-Patienten, die Alzheimer-Pathologien ähneln. Die Politik reagiert mit einem 500-Millionen-Euro-Forschungsprogramm.

Eine aktuelle US-Studie liefert eine biologische Erklärung für den gefürchteten „Brain Fog“. Forscher fanden spezifische Veränderungen in einer Schlüsselregion des Gehirns.

Alarmierende Parallelen zu Alzheimer

Die Untersuchung aus New York zeigt: Bei Post-Covid-Betroffenen ist der Plexus choroideus vergrößert und schlechter durchblutet. Diese Struktur ist für die Gehirn-Rückenmarks-Flüssigkeit zuständig. Die Pathologie ähnelt auffällig frühen Alzheimer-Stadien.

Deutsche Studien stützen diese Entdeckung. Helmholtz-Forscher fanden heraus, dass das Spike-Protein des Virus noch Jahre nach der Infektion in Schädelknochen und Hirnhäuten verbleiben kann. Das könnte chronische Entzündungen auslösen.

Das Universitätsklinikum Freiburg entdeckte zudem eine Art „Immunnarbe“ im Gehirn von Genesenen. Sie deutet auf eine langanhaltende Aktivierung des Immunsystems hin.

Vom Gefühl zum messbaren Defizit

Kognitive Störungen gehören zu den häufigsten Post-Covid-Symptomen. Betroffene klagen über massive Probleme mit Gedächtnis und Konzentration. Lange fehlten objektive Befunde – das ändert sich jetzt.

Neue Studien belegen messbare Defizite. Sie verbinden diese mit erhöhten Blut-Biomarkern für Hirnschäden und einer Reduktion der grauen Substanz. Eine Untersuchung der Uniklinik Köln und der Charité Berlin zeigt ein komplexes Bild: Objektiv besserten sich die Werte nach sechs Monaten leicht. Das subjektive Leiden der Patienten blieb jedoch unverändert hoch.

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500 Millionen für die Forschung

Die Politik reagiert auf die wachsende Evidenz. Die Bundesregierung bekräftigte Ende Januar Pläne für eine „Nationale Dekade gegen Postinfektiöse Erkrankungen“. Ab diesem Jahr sollen 500 Millionen Euro bereitgestellt werden.

Die Initiative ist Teil der „Allianz postinfektiöse Erkrankungen: Long COVID und ME/CFS“. Ziel ist eine engere Vernetzung von Grundlagenforschung, klinischen Studien und Versorgungsforschung. Bislang ist die Diagnose ein langwieriger Prozess, da klare Biomarker fehlen.

Das System vor der Herausforderung

Die neuen Ergebnisse bestätigen: Post-Covid ist eine ernsthafte organische Erkrankung. Für das Gesundheitssystem wird sie zur immensen Aufgabe. Das Robert Koch-Institut schätzt, dass 6 bis 15 Prozent der Infizierten Langzeitfolgen entwickeln.

Zur besseren Versorgung wurden medizinische Leitlinien wie die S1-Leitlinie „Long/Post-COVID“ aktualisiert. Der Aufbau spezialisierter Ambulanzen schreitet voran. Doch reicht das?

Auf der Suche nach der Ursachentherapie

Die Zukunft liegt in der Überwindung rein symptomatischer Behandlungen. Die Forschungsmilliarden sollen gezielte Therapien beschleunigen. Verschiedene Studien testen bereits neue Wege.

Die reCOVer-Studie in Erlangen untersucht den Wirkstoff BC007. Er soll Autoantikörper neutralisieren, die für Beschwerden mitverantwortlich sein könnten. In Frankfurt prüft die RAPID_REVIVE-Studie medikamentöse Ansätze gegen Fatigue und kognitive Probleme. Solche Projekte sind die Hoffnung für Millionen Betroffene.

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