OpenAI, ChatGPTs

OpenAI verdoppelt ChatGPTs Denkvermögen für komplexe Aufgaben

21.02.2026 - 14:31:12 | boerse-global.de

OpenAI erweitert den Thinking-Modus von ChatGPT auf 256.000 Tokens Gesamtkontext, wobei Nutzer nun bis zu 128.000 Tokens als Ausgabe erhalten können. Dies ermöglicht romanlange Antworten und komplexe Aufgaben.

OpenAI hat die Denkfähigkeit von ChatGPT massiv ausgebaut. Das KI-Unternehmen hat die Kontextverarbeitung seines „Thinking“-Modus auf 256.000 Tokens erweitert. Diese heimliche Aktualisierung könnte die Art, wie Entwickler und Forscher mit KI arbeiten, grundlegend verändern.

Ein Quantensprung für komplexe Analysen

Die am 20. Februar 2026 veröffentlichte Erweiterung ist ein strategischer Schachzug. Die Gesamtkapazität des manuellen „Thinking“-Modus stieg von 196.000 auf 256.000 Tokens. Das Entscheidende: Die Kapazität ist nun symmetrisch aufgeteilt. Nutzer können 128.000 Tokens als Eingabe bereitstellen und erhalten bis zu 128.000 Tokens als Ausgabe.

Diese Architektur bricht mit der bisherigen Praxis bei großen Sprachmodellen. Typischerweise erlauben diese riesige Eingabefenster, um lange Dokumente zu lesen, begrenzen die Ausgabe aber stark. Mit der neuen Obergrenze kann ChatGPT nun romanlange Antworten, komplette Codebasen oder detaillierte technische Spezifikationen in einem Durchlauf generieren.

Die Erweiterung gilt nur, wenn Nutzer den „Thinking“-Modus im Modellauswahlmenü manuell aktivieren. Dieser Modus nutzt OpenAIs neueste Architekturen für logisches Schlussfolgern – vermutlich die GPT-5.2-Thinking-Variante. Diese Modelle verwenden „System-2“-Logik, um Antworten zu durchdenken und zu planen, bevor sie generiert werden.

Strategische Fokussierung nach Modell-Rentenwelle

Das Upgrade folgt auf eine umfassende Konsolidierung von OpenAIs Modell-Palette. Erst am 13. Februar 2026 hatte das Unternehmen mehrere Legacy-Modelle aus dem ChatGPT-Interface verabschiedet. Darunter befanden sich das einstige Flaggschiff GPT-4o, GPT-4.1 und frühere Iterationen der GPT-5-Serie.

Nutzer werden nun primär zur GPT-5.2-Familie geleitet. Diese bietet zwei klare Optionen: Den „Instant“-Modus für schnelle Alltagsanfragen und den „Thinking“-Modus für komplexe Probleme, die längere Rechenzeit erfordern. Die Rentenwelle dient offenbar der Straffung der Infrastruktur und der Bündelung von Rechenressourcen auf die leistungsfähigeren Architekturen.

Der neue Wettbewerbsvorteil: Ausgabekapazität

Der Kampf um die größte Kontextverarbeitung dominierte lange die KI-Branche. Konkurrenten wie Googles Gemini oder Anthropics Claude werben mit Eingabefenstern im Millionen-Token-Bereich. Doch die Ausgabekapazität blieb ein branchenweiter Flaschenhals. Die meisten Spitzenmodelle begrenzten die Ausgabe historisch auf 4.096 oder 8.192 Tokens.

Mit der Freigabe von 128.000 Ausgabe-Tokens adressiert OpenAI einen kritischen Schmerzpunkt für Power-User. Die Kapazität entspricht grob einem 200- bis 300-seitigen Buch. Für Software-Ingenieure und Forscher bedeutet das: Sie können nun ganze Software-Bibliotheken oder umfassende Datenberichte in einem Stück generieren lassen, ohne die Aufgabe in viele kleine Prompts zerlegen zu müssen.

Diese Entwicklung passt zum branchenweiten Trend hin zu „Reasoning“-Modellen. Diese investieren mehr Rechenzeit in die Schlussfolgerungsphase, um qualitativ hochwertigere Ergebnisse zu liefern. Das erweiterte Kontextfenster stellt sicher, dass diese tieferen Gedankengänge nicht durch willkürliche Token-Limits abgeschnitten werden.

Integration neuer Werkzeuge für Entwickler

Die Kontexterweiterung ist Teil einer umfassenderen Strategie. Sie soll die Nützlichkeit von ChatGPT für technische und professionelle Arbeitsabläufe steigern. Bereits am 19. Februar führte OpenAI Interactive Code Blocks ein. Diese Funktion erlaubt es Nutzern, Code direkt im Chat-Interface zu schreiben, zu bearbeiten und in einer Vorschau zu sehen.

In Kombination mit dem neuen 128k-Ausgabelimit deuten diese Updates auf einen Fokus auf „agentisches“ Verhalten hin. Die KI soll nicht nur Fragen beantworten, sondern substanzielle Aufgaben ausführen können – wie die Neustrukturierung ganzer Software-Module oder das Verfassen umfangreicher juristischer Analysen.

Ausblick: KI-Agenten mit Langzeitgedächtnis

Die KI-Landschaft wird Mitte 2026 zunehmend durch spezialisierte Modi definiert, nicht durch rohe Modellparameter. Mit einem „Thinking“-Modus, der massive Ein- und Ausgaben verarbeiten kann, sind die Erwartungen an die nächste Phase der KI-Agenten hoch.

Experten rechnen damit, dass sich künftige Updates auf die Integration dieser Langzeitkontext-Fähigkeiten mit autonomen Werkzeugen konzentrieren werden. Die Kombination aus einem 256k-Kontextfenster und der kürzlich gestarteten Codex-App weist auf eine Zukunft hin, in der Nutzer mehrstündige Programmier- oder Rechercheaufgaben an ChatGPT delegieren können.

ChatGPT Plus- und Pro-Nutzer können das erweiterte 256k-Fenster sofort nutzen, indem sie im Modellauswahlmenü „Thinking“ auswählen. Die Frage bleibt: Werden Konkurrenten wie deutsche KI-Anbieter oder europäische Projekte mit vergleichbaren Ausgabekapazitäten nachziehen?

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