OpenAI startet Werbung und günstiges Abo nach Milliardendefizit
18.01.2026 - 14:14:12Die KI-Branche steht unter Schock: Nach einem Quartalsverlust von 12 Milliarden Euro führt OpenAI Werbung ein und startet ein Billig-Abonnement. Der Schritt offenbart die existenzielle Finanzkrise des ChatGPT-Machers.
Werbung als letztes Mittel: Die „Code Red“-Strategie
OpenAI hat am Wochenende eine historische Wende bestätigt. Ab sofort testet das Unternehmen Werbeanzeigen in ChatGPT – eine Maßnahme, die CEO Sam Altman noch vor Kurzem als „letztes Mittel“ bezeichnete. Die Anzeigen erscheinen nicht im Antworttext, sondern als „Konversationsknoten“ am unteren Bildschirmrand, nur wenn sie hochrelevant zur Nutzeranfrage sind.
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Parallel startete der KI-Pionier das neue Abo-Modell „ChatGPT Go“ für 8 Euro monatlich. Es soll die Einnahmebasis verbreitern, denn das Standard-Abo für 20 Euro zeigt laut Berichten stagnierende Wachstumsraten. Beide Schritte wurden unter einem internen „Code Red“-Alarm forciert, der bereits im Dezember ausgerufen wurde.
Hintergrund ist ein brisanter Bericht vom 15. Januar: Demnach könnten OpenAIs liquide Mittel binnen 18 Monaten erschöpft sein, sollte der aktuelle Geldverbrand anhalten. Trotz Jahresumsätzen von über 13 Milliarden Euro übersteigen die Betriebskosten die Einnahmen fast um das Doppelte.
Das 12-Milliarden-Drama: Wie der Verlust zustande kam
Die Krise hat konkrete Zahlen. Im Oktober 2025 offenbarte der Quartalsbericht von Microsoft das Ausmaß des Debakels. Der Tech-Riese, der einen bedeutenden Anteil an OpenAI hält, verbuchte einen Verlustanteil von 4,1 Milliarden Euro aus der Partnerschaft. Analysten von Bernstein errechneten daraus: OpenAIs Nettoverlust im dritten Quartal 2025 lag bei über 12 Milliarden Euro.
Diese Summe stellt den KI-Champion in eine Reihe mit historischen Tech-Desastern. Verantwortlich sind vor allem drei Faktoren: exorbitante Betriebskosten, massive aktienbasierte Vergütungen für Mitarbeiter und die Rechenkosten für die nächste Modell-Generation, darunter „Orion“ und „Sora“.
Die Prognosen sind düster. Für 2026 könnte der Jahresverlust auf 14 Milliarden Euro steigen. Bis Ende des Jahrzehnts plant OpenAI über 200 Milliarden Euro allein für Recheninfrastruktur auszugeben – inklusive des Supercomputer-Projekts „Stargate“ mit Microsoft.
Die Rechenkosten-Falle: Warum jede Einnahme teuer erkauft ist
Das Kernproblem ist simpel: OpenAI verdient weniger, als es ausgibt. Aktuelle Berichte zeigen: Für jeden verdienten Euro gibt das Unternehmen etwa 1,70 Euro aus. Der Löwenanteil fließt in Cloud-Verträge mit Microsoft und Amazon.
Hinzu kommt der erbitterte Kampf um KI-Talente. Um Abwanderungen zu Konkurrenten wie Google DeepMind oder Meta zu verhindern, zahlt OpenAI Gehaltspakete, die häufig über einer Million Euro pro Mitarbeiter liegen. Diese „Talent-Steuer“ treibt die Kosten in die Höhe.
Auch die Unternehmensumstrukturierung verkompliziert die Lage. Der Wechsel von einer gewinnbegrenzten zu einer traditionelleren Unternehmensform zieht rechtliche Prüfungen nach sich. Das verzögert einen möglichen Börsengang, den viele als einzige langfristige Rettung sehen.
Microsofts Zwickmühle: Partner unter Druck
Die Werbeeinführung stößt auf gemischte Reaktionen. Datenschützer kritisieren mögliche Nutzerdaten-Verwertung, Investoren begrüßen den Schritt als notwendig. Für Microsoft, den größten Geldgeber, wird die Partnerschaft zunehmend zum Risiko.
Der Konzern hat bereits über 13 Milliarden Euro investiert und ist vertraglich zu weiteren Infrastruktur-Zahlungen verpflichtet. Der eigene Verlustanteil von 4,1 Milliarden Euro im Spätjahr 2025 hat jedoch zu Spannungen geführt. Branchenkreise berichten, Microsoft dränge nun auf striktere Finanzdisziplin. Das Billig-Abo „ChatGPT Go“ gilt als direkte Zugeständnis an diese Forderungen.
Überlebenskampf bis 2029: Kann OpenAI die Kurve kriegen?
Trotz der akuten Krise bleiben die Langzeitprognosen des Unternehmens optimistisch. OpenAI rechnet mit Rentabilität ab 2029 und peilt Umsätze von 100 Milliarden Euro an. Doch dazwischen liegt das „Tal des Todes“ – die Jahre 2026 bis 2028, in denen die kumulierten Verluste ihren Höhepunkt erreichen sollen.
Die unmittelbare Zukunft hängt am Erfolg der Werbestrategie und des neuen Abo-Modells. Scheitern diese Initiativen, könnte OpenAI gezwungen sein, eine weitere Milliarden-Spritze zu suchen – möglicherweise zu einer niedrigeren Bewertung als den angestrebten 830 Milliarden Euro. Eine tiefere Integration in Microsoft stünde ebenfalls zur Debatte.
Der „Code Red“-Alarm bleibt vorerst aktiv. Während OpenAI durch das finanzielle Minenfeld navigiert, beobachtet die gesamte KI-Branche gespannt. Die Frage, ob das Unternehmen seine technologische Dominanz in ein überlebensfähiges Geschäftsmodell verwandeln kann, wird die Ökonomie des generativen KI-Zeitalters noch Jahre prägen.
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