OpenAI startet ChatGPT Go und testet Werbung
17.01.2026 - 05:14:12OpenAI macht seine KI mit dem neuen Abo ChatGPT Go erschwinglicher – und führt Werbung ein. Die Strategie soll Wachstum finanzieren und den Zugang für Millionen Nutzer offenhalten.
Ein neues Mittelklasse-Angebot für 8 Euro
Der KI-Pionier hat seine Preisstruktur grundlegend überarbeitet. Neben der kostenlosen Version und dem Premium-Abo ChatGPT Plus für 20 Euro monatlich führt das Unternehmen nun ChatGPT Go ein. Dieses Mittelklasse-Angebot kostet 8 Euro pro Monat und ist ab sofort weltweit verfügbar.
Das Go-Abo bietet deutlich mehr Leistung als die kostenlose Variante. Nutzer erhalten zehnmal so viele Nachrichten, Datei-Uploads und Bildgenerierungen. Zudem gibt es erweiterten Zugang zum aktuellen Modell GPT-5.2 Instant und einen größeren Kontextspeicher für längere, persönlichere Gespräche.
“Damit schließen wir eine wichtige Lücke”, erklärt ein Unternehmenssprecher. “Viele Nutzer brauchen mehr als die kostenlose Version, finden aber 20 Euro im Monat zu teuer.” Der neue Tarif richtet sich genau an diese Zielgruppe – häufige Nutzer, die nicht auf die allerneuesten Reasoning-Modelle wie GPT-5.2 Thinking angewiesen sind. Diese bleiben den teureren Plus- und Pro-Varianten vorbehalten.
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Der Werbe-Coup: Kontextuelle Anzeigen im Chat
Die größere Überraschung ist jedoch ein fundamentaler Strategiewechsel: OpenAI wird Werbung in ChatGPT testen. In den kommenden Wochen starten erste Tests in den USA für erwachsene Nutzer der kostenlosen und der neuen Go-Version. Die Premium-Abos Plus, Pro, Business und Enterprise bleiben werbefrei.
Die Anzeigen erscheinen am Ende der Chat-Antworten – klar gekennzeichnet und vom eigentlichen Inhalt getrennt. Sie sollen kontextuell passend sein: Wer nach Rezepten fragt, könnte einen gesponserten Link zu einem Lebensmittel-Lieferdienst sehen. OpenAI betont, dass die Werbung die Antworten der KI nicht beeinflusst.
Das Unternehmen verspricht strenge Regeln: Gespräche bleiben für Werbetreibende privat, Nutzerdaten werden nicht verkauft. Sensible Themen wie Gesundheit, psychische Gesundheit oder Politik bleiben werbefrei. Minderjährige erhalten grundsätzlich keine Anzeigen. Nutzer können zudem die Personalisierung deaktivieren und irrelevante Werbung ausblenden.
Warum OpenAI diesen Doppelschlag wagt
Hinter den Ankündigungen steckt eine klare wirtschaftliche Logik. Die enormen Rechenkosten für KI-Modelle wie GPT-5 erfordern stabile Einnahmequellen. Das Hybrid-Modell aus Abos und Werbung – aus Streamingdiensten und digitalen Medien bekannt – soll nun auch die Generative KI finanzieren.
“Wir wollen KI für alle zugänglich halten”, so das Unternehmen. Die kostenlose und die günstige Go-Version bleiben damit langfristig tragbar. Gleichzeitig könnte der Mittelklasse-Tarif viele kostenlose Nutzer zu zahlenden Kunden machen. Für den deutschen Markt, in dem viele Nutzer preissensibel sind, könnte dies besonders relevant sein.
Die Werbestrategie bringt OpenAI zudem näher an das Geschäftsmodell großer Tech-Konkurrenten wie Google, die traditionell stark von Werbeeinnahmen abhängen. Doch kann Werbung in einem Chat-Interface funktionieren, das bisher als werbefreier Raum galt?
Testphase mit ungewissem Ausgang
Die Branche beobachtet die ersten Werbetests genau. OpenAI will aus dem Feedback lernen und die Darstellung optimieren. Langfristig könnte die Werbung sogar interaktiv werden: Nutzer könnten direkt Fragen zu beworbenen Produkten stellen.
Die Kernstrategie bleibt jedoch klar: “Wir entwickeln Produkte, die Nutzer gerne bezahlen”, heißt es aus dem Unternehmen. Die werbefreien Abos werden daher dauerhaft erhalten bleiben. Der Doppelschlag aus günstigerem Zugang und Werbefinanzierung markiert einen Wendepunkt – nicht nur für OpenAI, sondern für die gesamte KI-Branche. Die Balance zwischen Zugänglichkeit und Wirtschaftlichkeit muss nun in der Praxis beweisen.
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