OpenAI: Stargate-Projekt steckt fest, Partnerschaften geraten ins Wanken
26.02.2026 - 11:54:32 | boerse-global.de
OpenAI muss seine Rechenkraft-Strategie neu ausrichten. Das geplante 500-Milliarden-Euro-Datenzentrum-Projekt „Stargate“ liegt auf Eis, weil sich die Partner uneinig sind. Der KI-Pionier sucht nun verzweifelt nach alternativen Wegen, um mit der Konkurrenz Schritt zu halten.
Mehr als ein Jahr nach der spektakulären Ankündigung ist die Mega-Partnerschaft mit Oracle und SoftBank gescheitert. Streit über Standortbesitz, Kontrolle und Finanzierung blockieren das Vorhaben. Das Konsortium hat kein eigenes Personal eingestellt und baut keine Zentren. Für OpenAI wird die Zeit knapp: Rivalen wie Google DeepMind und Anthropic erweitern ihre Infrastruktur rasant. Ein Engpass an Rechenleistung droht.
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Finanzielle Realitäten bremsen den Giganten
Die Vision war gigantisch: Ein Netzwerk von KI-Datenzentren in den USA mit einer Leistung von 10 Gigawatt, finanziert mit bis zu 500 Milliarden Euro. Als Antwort auf die Frage, wer die physische Grundlage für die KI der Zukunft kontrolliert, sollte „Stargate“ amerikanische Führung sichern.
Doch die Pläne stießen auf harte finanzielle Realitäten. OpenAI wollte die Zentren ursprünglich selbst besitzen und betreiben, um unabhängig von Cloud-Anbietern wie AWS zu bleiben. Investoren und Banken zeigten sich jedoch skeptisch. Die enormen Vorabkosten für ein Unternehmen mit hohem Cash-Burn und noch nicht vollständig etabliertem Geschäftsmodell schreckten ab. Schätzungen deuten darauf hin, dass OpenAI seine Geldreserven bis Mitte 2027 aufbrauchen könnte. Diese Unsicherheit trieb das Unternehmen zurück an den Verhandlungstisch – wo die Differenzen mit den Partnern schließlich zum Stillstand führten.
Neue Strategie: Einzelverträge statt Einheitsfront
Da das Kerngeschäft stockt, verfolgt OpenAI jetzt einen anderen Ansatz. Statt auf ein einheitliches Konsortium setzt der KI-Champion auf eine Reihe separater bilateraler Deals. Ein Meilenstein dieser Strategie ist eine bereits Mitte 2025 bekanntgegebene Vereinbarung mit Oracle. Gemeinsam will man 4,5 Gigawatt Datenzentrumskapazität an mehreren Standorten in den USA entwickeln.
Zusätzlich hat OpenAI Verträge mit anderen Cloud-Giganten und Chip-Herstellern geschlossen, darunter Amazon Web Services (AWS), Google Cloud, AMD und das Start-up Cerebras. Der Name „Stargate“ steht nun nicht mehr für eine einzelne Firma, sondern für ein flexibles Dach verschiedener Rechenkraft-Partnerschaften. Die Kehrseite der Medaille: Das Ziel, bis Ende 2025 zehn Gigawatt Kapazität zu sichern, wurde verfehlt. Bisher sind nur etwa 7,5 Gigawatt fest eingeplant. Die langfristigen Ausgabenprognosen für Rechenleistung musste OpenAI nach oben auf 665 Milliarden Euro korrigieren.
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Wettlauf um die KI-Vorherrschaft
Das Scheitern des ambitionierten Projekts unterstreicht die gewaltigen Herausforderungen beim Bau solcher Infrastruktur. Industriegrößen wie Elon Musk kommentierten die Nachricht mit dem trockenen Hinweis „Hardware ist hart“ – und bestätigten damit frühere Zweifel an der Machbarkeit.
Der Druck auf OpenAI wächst. Um den technologischen Vorsprung zu halten, hat das Unternehmen den ehemaligen Intel-Manager Sachin Katti als Leiter der Infrastruktur-Abteilung eingestellt. Seine Aufgabe: Mehr Kontrolle über die Rechenkraft-Roadmap zu erlangen, auch wenn Partner die Baukosten tragen. Während das vereinte Stargate-Projekt pausiert, geht der bau an einzelnen Standorten weiter. Ein Großprojekt in Abilene, Texas, das von Oracle betreut wird, soll bis Ende 2026 fertiggestellt sein.
Die Zukunft der Initiative sieht nun nach einem dezentralen Netzwerk von Partnerschaften aus, nicht nach einer einzigen, geschlossenen Einheit. Ob dieser fragmentiertere Ansatz die nötige Leistung für die nächste Welle der KI-Innovation liefern kann, wird die Branche genau beobachten. Für OpenAI geht es im Kern um eine Frage: Kann das Unternehmen seine komplexen Partnerbeziehungen managen und gleichzeitig seine finanziellen Ressourcen schonen, um langfristig zu bestehen?
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