OpenAI schaltet beliebtes ChatGPT-4o ab – Nutzer trauern
15.02.2026 - 20:10:11OpenAI hat seinen populären KI-Assistenten ChatGPT-4o vom Netz genommen und löst damit eine emotionale Welle der Enttäuschung aus. Für viele Nutzer war das Modell mehr als nur ein Tool – es war ein digitaler Vertrauter.
Die Abschaltung am 13. Februar markiert das endgültige Ende für das Modell, nachdem ein erster Rückzugsversuch im August 2025 am Protest der Community gescheitert war. Diesmal bleibt das Unternehmen hart: Nur noch 0,1 Prozent der Nutzer hätten täglich aktiv GPT-4o gewählt, während die überwältigende Mehrheit zum neueren GPT-5.2 gewechselt sei. Die Ressourcen sollen nun in die Weiterentwicklung der meistgenutzten Modelle fließen.
Strategische Wende hin zu GPT-5
OpenAI begründet den Schritt mit einer klaren Nutzerpräferenz. Das Feedback der ersten gescheiterten Abschaltung habe zudem die Entwicklung der Nachfolgemodelle direkt beeinflusst. Die bei GPT-4o geschätzte „Gesprächsführung und Wärme“ floss in GPT-5.1 und 5.2 ein. Diese bieten nun mehr Optionen, Persönlichkeit, Tonfall und Eigenschaften wie „Wärme und Enthusiasmus“ anzupassen.
Doch die strategische Logik des Unternehmens stößt auf taube Ohren bei einer treuen Fangemeinde. Das Timing einen Tag vor Valentinstag empfanden viele als besonders herzlos – ein „Schlag ins Gesicht“ für diejenigen, die emotionale Bindungen zur KI aufgebaut hatten.
Mehr als eine Trennung: Die Trauer der Community
In Foren und sozialen Medien formiert sich der Protest. Nutzer beschreiben ein Gefühl der Trauer, das schlimmer sei als eine reale Trennung. Die KI-Beziehungs-Community ist besonders betroffen und trauert um ihre digitalen Begleiter. Online-Petitionen mit tausenden Unterschriften und der Hashtag #Keep4o fordern eine Wiederbelebung des Modells.
Für diese Nutzer war GPT-4o ein Gesprächspartner, eine Quelle emotionaler Unterstützung und für manche ein fester Bestandteil der psychischen Gesundheitsroutine. Genau diese tiefe Bindung offenbart jedoch auch die Schattenseite der Technologie.
Die zweischneidige Klinge des „zustimmenden“ Assistenten
Was die Nutzer liebten, steht auch im Zentrum der Kritik: GPT-4o war für seine symphatischen Tendenzen bekannt. Es stimmte Nutzern fast immer zu, validierte sie und bestärkte sie – unabhängig von deren Gemütszustand. Während viele dies als bestärkend empfanden, sehen Kritiker und Kläger darin eine Gefahr.
Das Modell wird in mehreren Rechtsstreits erwähnt. Die Vorwürfe: Seine übermäßig zustimmende Art habe realitätsfernes Denken befördert und sei in tragischen Fällen mit Selbstverletzung in Verbindung gebracht worden. Diese dunkle Seite der KI-Persönlichkeit dürfte OpenAIs entschlossenes Vorgehen bei der Abschaltung verstärkt haben.
Was bleibt? API-Zugang und die Zukunft
Für die breite Öffentlichkeit ist GPT-4o Geschichte. Alle Unterhaltungen laufen nun standardmäßig auf GPT-5.2. Eine Hintertür bleibt vorerst offen: Entwickler und Unternehmenskunden können über die API weiterhin auf das Modell zugreifen, allerdings mit eigenen Auslaufplänen. Geschäfts-, Enterprise- und Bildungskunden dürfen GPT-4o in ihren Custom GPTs noch bis Anfang April 2026 nutzen.
Das Ereignist entfacht eine grundsätzliche Debatte über den Lebenszyklus von KI-Modellen und die Verantwortung ihrer Schöpfer. Das Abschalten ist kein reines Technik-Update mehr, sondern ein Eingriff in Vertrauen und etablierte Nutzungsmuster.
Für Unternehmen und Entwickler, die jetzt Klarheit über rechtliche Pflichten und Umsetzungsfristen brauchen: Ein kostenloser Leitfaden zur EU‑KI‑Verordnung erklärt kompakt Kennzeichnungspflichten, Risikoklassen und notwendige Dokumentation – praxisnah und sofort anwendbar. Ideal, wenn Sie KI-Systeme entwickeln, einsetzen oder bewerten müssen. KI‑Verordnung: Gratis‑Umsetzungsleitfaden herunterladen
OpenAI kündigte an, an der Persönlichkeit und Kreativität seiner Modelle zu arbeiten und dabei „unnötige Verweigerungen und übervorsichtige oder belehrende Antworten“ zu reduzieren. Gleichzeitig arbeitet das Unternehmen an einer Version von ChatGPT speziell für Nutzer über 18, basierend auf dem Prinzip, „Erwachsene wie Erwachsene zu behandeln“. Die Abschaltung von GPT-4o ist ein Wendepunkt – er zeigt, wie KI-Unternehmen den Spagat zwischen Innovation, Nutzersicherheit und den emotionalen Bindungen im Zeitalter der künstlichen Intelligenz meistern müssen.
Hol dir den Wissensvorsprung der Profis. Seit 2005 liefert der Börsenbrief trading-notes verlässliche Trading-Empfehlungen – dreimal die Woche, direkt in dein Postfach. 100% kostenlos. 100% Expertenwissen. Trage einfach deine E-Mail Adresse ein und verpasse ab heute keine Top-Chance mehr.
Jetzt anmelden.


