OpenAI, Jony

OpenAI plant mit Jony Ive den „Gumdrop“-Smartpen

02.01.2026 - 22:12:12

OpenAI will den Smartphone-Markt mit einem bildschirmlosen KI-Stift herausfordern. Das Gerät mit dem Codenamen „Gumdrop“ entsteht in Zusammenarbeit mit Apple-Design-Legende Jony Ive und soll handschriftliche Notizen digitalisieren.

Hinter dem Projekt steht eine strategische Neuausrichtung des KI-Pioniers. Nach der Übernahme von Ives Hardware-Startup io im Jahr 2025 baut OpenAI nun eigene physische Produkte. Das Ziel: Künstliche Intelligenz direkt und unauffällig in den Alltag zu integrieren. Der „Gumdrop“-Stift könnte der erste große Wurf sein.

Die Gerüchte beschreiben ein schlankes, bleistiftähnliches Gerät. Es soll ohne Display auskommen und stattdessen als passives Werkzeug funktionieren. Der Nutzer schreibt auf beliebige Oberflächen – der Stift erfasst den Inhalt und überträgt ihn in Echtzeit auf die OpenAI-Plattform. Dort kann die KI die Notizen verarbeiten, zusammenfassen oder organisieren.

Zusätzlich sind fortschrittliche Audio-Funktionen geplant. Nutzer sollen per Sprache mit ChatGPT-Modellen interagieren können – wie mit einem intelligenten Diktiergerät. Diese Philosophie entspricht Äußerungen von OpenAI-CEO Sam Altman. Er wünscht sich KI-Hardware, die „einfach und schön“ ist und sich von der komplexen Benachrichtigungsflut heutiger Smartphones abhebt.

Anzeige

Seit August 2024 gelten neue EU‑Regeln für Künstliche Intelligenz – und Hersteller riskieren Bußgelder, wenn Kennzeichnung, Risikoklassifizierung und Dokumentation fehlen. Gerade bei Hardware‑Projekten wie einem bildschirmlosen KI‑Stift sind diese Pflichten relevant: Welche Daten protokolliert werden müssen, wie Systeme zu klassifizieren sind und welche Übergangsfristen gelten. Der kostenlose Leitfaden erklärt Schritt für Schritt, was Entwickler und Produktteams jetzt tun sollten, um rechtlich auf der sicheren Seite zu bleiben. Jetzt kostenlosen KI‑Verordnungs‑Leitfaden herunterladen

Foxconn statt Luxshare: Der Weg in die Massenproduktion

Die Produktionspläne haben sich offenbar grundlegend geändert. Statt beim chinesischen Elektronikriesen Luxshare will OpenAI den Stift nun bei Foxconn fertigen lassen, dem Haupthersteller des iPhones.

Dieser Wechsel deutet auf hohe Ambitionen hin. Foxconn steht für Massenproduktion, nicht für Nischenexperimente. Die Entscheidung soll auch von Unstimmigkeiten über Fertigungsstandorte getrieben sein. OpenAI priorisiert wohl resilientere Lieferketten, möglicherweise mit Produktion in Vietnam oder den USA.

Geleitet wird das Hardware-Team von Tang Tan, OpenAIs Chief Hardware Officer. Der Apple-Veteran, der 2025 wechselte, war zuvor für das Design von iPhone und Apple Watch verantwortlich. Zusammen mit ehemaligen Apple-Designern aus Jony Ives LoveFrom-Studio soll so ein Gerät mit Premium-Qualität entstehen.

Kann der Stift frühere KI-Hardware-Flops vermeiden?

Das Timing ist entscheidend. In den letzten Jahren scheiterten „KI-first“-Geräte wie der Humane AI Pin oder das Rabbit R1 am Markt. Nutzer kritisierten Latenzzeiten, begrenzten Nutzen und klobige Designs.

OpenAI verfolgt einen anderen Ansatz. Statt eine neue Wearable-Kategorie zu erfinden, setzt das Unternehmen auf ein vertrautes, utilitäres Werkzeug: den Stift. Durch den Fokus auf einen konkreten Use-Case – die digitale Erfassung von Notizen – könnte „Gumdrop“ der „Lösung auf der Suche nach einem Problem“ entgehen, die Konkurrenten behinderte.

Für OpenAI ist es auch ein strategischer Schachzug. Bisher ist ChatGPT von den Ökosystemen Dritter abhängig – von Smartphones und Computern der Tech-Giganten Apple, Google und Microsoft. Ein eigenes, erfolgreiches Gerät würde einen direkten Kanal zu den Nutzern schaffen und wertvolle Interaktionsdaten liefern.

Wann kommt „Gumdrop“ auf den Markt?

Prototypen existieren Berichten zufolge bereits. Eine kommerzielle Markteinführung ist jedoch nicht vor Ende 2026 oder Anfang 2027 zu erwarten. Der Wechsel des Fertigungspartners könnte zusätzliche Verzögerungen bedeuten.

Die Tech-Welt wird nun auf erste offizielle Andeutungen oder regulatorische Einreichungen warten. Sollte „Gumdrop“ erfolgreich sein, könnte er das Konzept bildschirmloser KI-Hardware validieren. Das Zeitalter des allgegenwärtigen Smartphone-Displays bekäme ernsthafte Konkurrenz – ausgerechnet von einem simplen Stift.

Anzeige

PS: Hardware‑Teams, die an neuen KI‑Geräten arbeiten, sollten Übergangsfristen und Kennzeichnungspflichten nicht übersehen. Der kompakte Umsetzungsleitfaden zur EU‑KI‑Verordnung fasst auf wenigen Seiten zusammen, welche Dokumentation nötig ist, wie Risikoklassen zu bewerten sind und welche Fristen jetzt relevant werden. Ideal für Start‑ups, Entwickler und Produktmanager, die Hardware mit KI kombinieren wollen – so planen Sie Ihr Projekt von Anfang an compliance‑sicher. Kostenlosen Umsetzungsleitfaden zur KI‑Verordnung sichern

@ boerse-global.de