OpenAI holt OpenClaw-Entwickler für KI-Agenten-Offensive
16.02.2026 - 09:21:12 | boerse-global.deOpenAI rekrutiert den Schöpfer des Open-Source-Projekts OpenClaw, um seinen Vorsprung bei autonomen KI-Assistenten auszubauen. Die Personalie signalisiert einen strategischen Schwenk weg von reinen Text-Chatbots hin zu handlungsfähigen digitalen Helfern.
Peter Steinberg, der österreichische Entwickler hinter dem viralen Open-Source-Framework OpenClaw, wechselt mit sofortiger Wirkung zu OpenAI. Das bestätigte das Unternehmen am Sonntag, dem 15. Februar. Steinberg soll die neu geschaffene Abteilung für „KI-Agenten der nächsten Generation“ leiten. Der Schritt erfolgt nur Wochen, nachdem sein Projekt mit über 160.000 Sternen auf GitHub zum Tech-Phänomen wurde und eine Debatte über die Sicherheit autonomer KI-Systeme entfachte.
Vom Ein-Mann-Projekt zum Silicon-Valley-Schwergewicht
Die Ankündigung erfolgte über die Plattform X. OpenAI zeigte sich begeistert, Steinberg für sein Team gewonnen zu haben. Seine Aufgabe wird es sein, agentische Fähigkeiten – also Software, die aktiv Aufgaben erledigt, anstatt nur Text zu generieren – in die Produktpalette des Konzerns zu integrieren.
Der Aufstieg Steinbergs war rasant. Sein Projekt, ursprünglich Ende 2025 veröffentlicht und im Januar 2026 als OpenClaw neu positioniert, verfolgte einen „Local-First“-Ansatz. Im Gegensatz zu cloudbasierten Assistenten liefen OpenClaw-Agenten auf der eigene Hardware der Nutzer. Sie konnten sich direkt mit Messengern wie WhatsApp, Telegram oder Slack verbinden und komplexe Workflows autonom steuern: Von der Terminplanung über das Schreiben von Code bis hin zur Beauftragung von Freelancern.
Analysten deuten die Verpflichtung als offensiven Schachzug OpenAIs. Das Unternehmen reagiert damit auf die „agentische Bedrohung“ durch die quelloffene Konkurrenz. Indem es Steinberg einbindet, sichert sich der KI-Riese eine der einflussreichsten Stimmen der dezentralen KI-Bewegung und entschärft potenziell eine disruptive Konkurrenz.
Was wird aus OpenClaw?
Eine zentrale Frage nach der Ankündigung betraf die Zukunft des OpenClaw-Projekts selbst, das für Tausende Entwickler unverzichtbar geworden ist. OpenAI stellte klar: OpenClaw wird nicht eingestellt. Stattdessen soll das Projekt in eine Stiftungsstruktur überführt werden, um seinen Open-Source-Charakter und die Unterstützung langfristig zu sichern.
In einem Blogbeitrag begründete Steinberg seinen Wechsel. Er sehe in OpenAI die effektivste Plattform, um seine Vision von hilfreichen, autonomen Assistenten zu skalieren. Die Ressourcen des Konzerns würden es ihm ermöglichen, die Technologie voranzutreiben, wie es ihm als Einzelentwickler nicht möglich gewesen sei.
Die Reaktionen in der Tech-Community sind gespalten. Während viele den Schritt als Wertschätzung für Open-Source-Entwicklung feiern, äußern andere Mitstreiter Bedenken. Sie fürchten um die langfristige Unabhängigkeit des Projekts unter dem Dach eines großen KI-Konzerns.
Sicherheitsbedenken und das „Moltbook“-Phänomen
Die Personalie fällt in eine Zeit wachsender Sicherheitsbedenken. Anfang Februar warnten Cybersecurity-Firmen, dass Tausende OpenClaw-Instanzen falsch konfiguriert seien. Dadurch seien persönliche Daten und Systemzugriffe der Nutzer offen im Internet einsehbar gewesen.
Berüchtigt wurde das Projekt auch durch „Moltbook“, ein experimentelles soziales Netzwerk ausschließlich für KI-Agenten. Die Plattform, auf der über eine Million autonome Interaktionen stattfanden, demonstrierte das Potenzial für KI-zu-KI-Kommunikation und -Handel. Gleichzeitig offenbarte sie die Risiken unmoderierter Bot-Aktivität.
Die Debatte um autonome Agenten macht deutlich, wie wichtig klare Regeln sind. Wer KI-Systeme entwickelt oder einsetzt, sollte die EU-KI-Verordnung kennen – von Risikoklassen bis zu Kennzeichnungspflichten. Ein kostenloser Umsetzungsleitfaden erklärt kompakt, welche Pflichten für Entwickler und Anbieter gelten und wie Sie Ihr System rechtssicher einordnen. Jetzt kostenlosen KI-Leitfaden herunterladen
Experten vermuten, dass Steinbergs Expertise OpenAIs helfen soll, das „Alignment-Problem“ für Agenten zu lösen. Wenn KI-Systeme immer mehr Befugnisse erhalten – Flüge buchen, Geld ausgeben oder E-Mails versenden – werden robuste Sicherheitsvorkehrungen kritisch. Die Einstellung Steinbergs deutet auf eine Strategie hin, diese wilden, experimentellen Fähigkeiten in sichere, verbrauchertaugliche Produkte zu überführen.
Der Wettlauf um die autonomen Agenten hat begonnen
Diese Entwicklung markiert eine neue Phase im KI-Wettrennen, das oft als „Agentenkriege“ bezeichnet wird. Waren die Jahre 2024 und 2025 vom Wettlauf um bessere Sprachmodelle (LLMs) geprägt, so entwickelt sich 2026 zum Jahr des Agenten. Auch Konkurrenten wie Anthropic und Google investieren massiv in Modelle, die Computer steuern und im Web browsen können.
Analysten merken an, dass OpenAIs aktuelle Produktpalette bei der autonomen Ausführung hinter der schieren Nutzbarkeit von Tools wie OpenClaw zurückliegen könnte. Durch die Integration von Steinbergs „aktionsorientierter“ Architektur könnte OpenAI die Lücke schließen: zwischen einem Chatbot, der Ratschläge gibt, und einem digitalen Mitarbeiter, der die Arbeit auch erledigt.
Die Reaktion des Marktes ist positiv. In Entwickler-Foren wird bereits spekuliert, wie agentische Funktionen in künftige GPT-Versionen einfließen könnten. Gerüchte deuten darauf hin, dass sichere, abgeschottete Versionen OpenClaw-ähnlicher Fähigkeiten noch in diesem Jahr in Enterprise-Produkten auftauchen könnten.
Die Branche beobachtet nun gespannt, wie schnell sich die „Hacker“-Ethik von OpenClaw mit den korporaten Sicherheitsstandards OpenAIs vereinen lässt. Die Botschaft aus San Francisco ist jedoch eindeutig: Die Ära der passiven Chatbots geht zu Ende. Die Ära der aktiven, autonomen Agenten hat begonnen.
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