OpenAI bremst KI-Ausgaben – und peilt 280 Milliarden Euro Umsatz an
23.02.2026 - 07:42:12 | boerse-global.deDer KI-Marktführer OpenAI schraubt seine legendären Ausgabenpläne drastisch zurück. Statt 1,4 Billionen Dollar will das Unternehmen bis 2030 nur noch rund 600 Milliarden Dollar für Rechenleistung ausgeben. Hinter der finanziellen Besinnung stehen explodierende Betriebskosten und der Druck von Investoren. Gleichzeitig prophezeit OpenAI ein Umsatzfeuerwerk von über 280 Milliarden Euro bis zum Ende des Jahrzehnts.
Finanzielle Realitätsprüfung: Von der Trillion zur halben Billion
Die Entscheidung, die langfristigen Ausgaben für Rechenleistung mehr als zu halbieren, markiert eine historische Wende. Die ursprüngliche Zahl von 1,4 Billionen Dollar, oft mit CEO Sam Altman verbunden, symbolisierte den immensen Ressourcenhunger der KI-Entwicklung. Das revidierte Ziel von 600 Milliarden Dollar ist zwar immer noch ein Betrag, der die Investitionen der meisten Tech-Giganten in den Schatten stellt. Doch es signalisiert einen strategischen Schwenk hin zu mehr Kapitaleffizienz.
Analysten werten die Korrektur als Reaktion auf den wachsenden Druck von Investoren. Sie fordern zunehmend Nachweise für einen profitablen Geschäftsweg im KI-Sektor. Die überarbeitete Roadmap kommt zur rechten Zeit: OpenAI soll gerade eine neue Finanzierungsrunde abschließen, die das Unternehmen mit über 850 Milliarden Dollar bewerten könnte. Finanzielle Disziplin ist da ein zentrales Signal an potenzielle Geldgeber.
Die Kostenexplosion: Inferenz frisst die Margen auf
Während die Langfristausgaben sinken, schnellen die kurzfristigen Kosten in die Höhe. Für 2026 prognostiziert OpenAI nun einen Cash-Burn von 25 Milliarden Dollar, für 2027 sogar 57 Milliarden. Das sind zusammen 30 Milliarden Dollar mehr als bisher angenommen.
Haupttreiber sind die Inferenzkosten – also die Ausgaben für den Betrieb der KI-Modelle bei den Nutzern. Sie vervierfachten sich 2025, weil die Nachfrage nach ChatGPT und den API-Diensten alle Erwartungen übertraf. Die Folge: Die bereinigte Bruttomarge fiel 2025 auf 33 Prozent. Das ist ein starker Rückgang von 40 Prozent im Vorjahr und liegt weit unter dem internen Ziel von 46 Prozent.
Auch die Trainingskosten für neue Modelle werden explodieren. Sie könnten 2026 auf 32 Milliarden Dollar steigen und bis 2030 eine kumulierte Summe von fast 440 Milliarden Dollar erreichen. Die zentrale Herausforderung für OpenAI wird deutlich: Jeder neue Nutzer und jede Abfrage treibt die operative Rechnung in schwindelerregende Höhen – selbst ein Umsatzboom kann das kaum auffangen.
Umsatz feuert weiter: 800 Millionen Nutzer treiben das Wachstum
Vor dieser finanziellen Neuausrichtung spielt sich eine ungebrochene Erfolgsstory ab. OpenAI übertraf seine Umsatzerwartungen für 2025 deutlich und erzielte 13,1 Milliarden Dollar bei einer Prognose von 10 Milliarden. Für die Zukunft ist das Unternehmen noch optimistischer: Es erwartet 2026 einen Umsatz von 30 Milliarden Dollar, der bis 2030 auf über 280 Milliarden Dollar ansteigen soll. Verbraucher- und Geschäftskunden sollen jeweils etwa die Hälfte dazu beitragen.
Dieses Wachstum speist sich aus einer riesigen Nutzerbasis. ChatGPT verzeichnet weltweit stabil 800 Millionen wöchentlich aktive Nutzer. Besonders in internationalen Schlüsselmärkten wie Indien, das gerade die Schwelle von 100 Millionen Nutzern überschritt, wächst die Plattform rasant. OpenAI reagiert mit einer Expansion und neuen Büros in Mumbai und Bengaluru.
Diese tiefe Verankerung bildet das Fundament für neue Monetarisierungsstrategien. Dazu gehören erste Tests mit Werbung in der kostenlosen Version von ChatGPT.
Während OpenAI seine Ausgaben neu ordnet, gelten längst neue Regeln für KI-Anbieter: Die EU‑KI‑Verordnung schreibt Kennzeichnung, Risikoklassen und umfangreiche Dokumentation vor – Verstöße können teuer werden. Ein kompakter Umsetzungsleitfaden erklärt praxisnah, welche Pflichten jetzt auf Entwickler und Anbieter zukommen und wie Sie rechtssicher handeln. Jetzt kostenlosen KI‑Verordnungs‑Leitfaden herunterladen
Der lange Weg in die schwarzen Zahlen
OpenAIs überarbeiteter Finanzplan unterstreicht den Balanceakt zwischen Innovation und Wirtschaftlichkeit. Die Prognose, dass das Unternehmen erst 2030 einen positiven Cashflow erreichen wird, bedeutet einen längeren Weg zur Profitabilität als bei einigen Konkurrenten. Anthropic soll beispielsweise bereits 2028 die Gewinnschwelle anpeilen.
Um die Lücke zu schließen, diversifiziert OpenAI seine Einnahmequellen. „Neue Produkte“ – möglicherweise auch Hardware – könnten 2026 erste Umsätze generieren und bis 2030 ein 15‑Milliarden‑Dollar‑Segment werden. Der Erfolg dieser Initiativen, kombiniert mit dem Wachstum bei Unternehmensabos und der Werbung, wird entscheidend sein. Nur so lässt sich die gewaltige Bewertung rechtfertigen und die langfristigen Forschungsziele finanzieren.
Die jüngsten Einblicke zeigen die beispiellose Ökonomie der generativen KI-Revolution. OpenAI zügelt seine astronomischsten Ausgabenambitionen. Doch der Weg in die Zukunft erfordert weiterhin Investitionen in hunderten von Milliardenhöhe. Das Unternehmen setzt alles auf eine Karte: dass sein gewaltiges Umsatzwachstum am Ende die ebenso gewaltigen Kosten übertrumpft.
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