OpenAI beschuldigt chinesisches KI-Startup DeepSeek des Technologieklaus
13.02.2026 - 17:39:12OpenAI warnt den US-Kongress vor systematischem Technologietransfer durch den chinesischen Rivalen DeepSeek. Das könnte die KI-Kontrolle verschärfen.
In einem brisanten Memo an den Kongress beschuldigt das US-Unternehmen OpenAI den chinesischen KI-Champion DeepSeek, gezielt amerikanische Spitzentechnologie zu kopieren. Die Vorwürfe betreffen die als „Distillation“ bekannte Methode, bei der leistungsstarke KI-Modelle genutzt werden, um eigene Systeme kostengünstig zu trainieren. Das Dokument landete beim mächtigen Sonderausschuss zum Wettbewerb mit China – ein klarer Schritt, den bislang hinter den Kulissen geführten Technologiekrieg auf die politische Bühne zu heben.
OpenAI behauptet, Accounts von DeepSeek-Mitarbeitern hätten gezielt Wege gesucht, die Zugangsbeschränkungen der Plattform zu umgehen. Dazu sollen verschleierte Drittverbindungen und eigens entwickelter Code eingesetzt worden sein, um die Ausgaben der US-Modelle abzugreifen. „Dies erlaubt es Wettbewerbern, fortschrittliche Systeme mit einem Bruchteil der Forschungs- und Entwicklungskosten nachzuahmen“, heißt es in der Beschwerde.
Die Technik der Distillation nutzt ein überlegenes Modell als Lehrer für ein schwächeres. So wird Wissen übertragen, ohne den teuren Original-Trainingsprozess durchlaufen zu müssen. Für KI-Firmen, die ihre Modelle über öffentliche Schnittstellen anbieten, stellt dies eine fundamentale Schwachstelle dar. Nutzungsbedingungen verbieten zwar meist das Training konkurrierender Modelle, die Durchsetzung ist jedoch schwierig.
Nationale Sicherheit und Wettbewerbsvorteil in Gefahr
OpenAI stellt die Vorwürfe in einen größeren Zusammenhang: Es gehe nicht nur um unfairen Wettbewerb, sondern um nationale Sicherheitsrisiken. Modelle, die durch Kopie entstünden, umgingen oft die strengen Sicherheits- und Ethikvorkehrungen der Originale. Einige chinesische Entwickler würden „aktiv bei der Sicherheit schummeln“, um schneller auf den Markt zu kommen. Dies gefährde das Abonnementgeschäft US-amerikanischer Firmen und untergrabe den technologischen Vorsprung der USA.
Die Anschuldigungen kommen zu einer Zeit, in der DeepSeek mit Modellen wie DeepSeek-V3 international für Aufsehen sorgte. Deren Leistung soll laut einigen Silicon-Valley-Experten durchaus mit US-Spitzenprodukten mithalten können. In Washington nährte dies die Sorge, China könne trotz strikter Chip-Exportkontrollen im KI-Rennen aufholen.
Politisches Erdbeben und mögliche Konsequenzen
Die direkte Beschwerde beim Kongress markiert eine neue Eskalationsstufe im technologischen Duell zwischen den USA und China. Der zuständige Sonderausschuss muss nun entscheiden, wie er reagiert. Mögliche Szenarien reichen von Anhörungen über offizielle Untersuchungen bis hin zu schärferen Exportkontrollen für Technologie.
Die Ermittlungen gegen DeepSeek sollen sich bereits auf mögliche Verstöße gegen Chip-Exportbeschränkungen ausweiten. Verdacht besteht auf Umgehungsrouten über Drittländer. Die Reaktion des Ausschusses könnte einen Präzedenzfall schaffen, wie die USA mit geistigem Eigentum im KI-Zeitalter umgehen.
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Für die gesamte Branche könnte der Vorgang ein Weckruf sein. Der Druck wächst, robustere Schutzmechanismen gegen Modellkopien zu entwickeln – von ausgefeilter Nutzerüberwachung bis zu strengeren Zugangsregeln. In Washington dürften Forderungen nach einem umfassenderen Schutz für Software und Trainingsdaten lauter werden. Der Wettlauf um die künstliche Intelligenz ist endgültig im politischen Zentrum der Macht angekommen.
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