OpenAI baut Sicherheits-Team für ChatGPT-Werbung auf
09.02.2026 - 09:22:12OpenAI gründet ein eigenes Team, um Werbung in ChatGPT sicher und vertrauenswürdig zu gestalten. Der Schritt begleitet erste Werbetests für kostenlose Nutzer in den USA.
Die KI-Firma reagiert damit auf den enormen Druck, ihre Milliarden-Investitionen zu refinanzieren. Gleichzeitig will sie die Fehler etablierter Tech-Konzerne vermeiden, die seit Jahren mit Betrugs-Anzeigen kämpfen. Ein neues Ads Integrity Team soll von Grund auf Sicherheitsprotokolle entwickeln.
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Hohe Hürden für erste Werbetreibende
Die Strategie ist klar: Qualität vor Quantität. In der Testphase müssen sich Werbekunden mit mindestens 200.000 US-Dollar Budget verpflichten. Diese hohe Schwelle soll nur etablierte Marken anlocken und Betrug von vornherein ausschließen.
Kern des neuen Systems sind strenge „Know-Your-Customer“-Prüfungen. Jeder Werbetreibende muss sich identifizieren, bevor er Anzeigen schalten kann. Ein Ansatz, der bei selbstbedienten Werbeplattformen anderer Konzerne oft zu kurz kam.
„Das ist ein Null-auf-Eins-Projekt“, beschreibt OpenAI die Aufgabe. Das Team baut die gesamte Sicherheitsinfrastruktur neu auf – ohne auf bestehende Systeme zurückzugreifen.
Erste Tests laufen auf Mobilgeräten
Bereits diese Woche sehen erste US-Nutzer der kostenlosen ChatGPT-Versionen Werbung. Die Tests konzentrieren sich auf die mobilen Apps für Android und iOS, wo die Nutzungszahlen besonders hoch sind.
Die Anzeigen erscheinen dezent am Ende von KI-Antworten und sind klar als „Gesponsert“ gekennzeichnet. Laut OpenAI beeinflussen sie die Inhalte der Antworten nicht. Fragt ein Nutzer nach Rezepten, könnte unten eine Anzeige für einen Kochbox-Dienst erscheinen – die Rezeptvorschläge selbst bleiben unbeeinflusst.
Lernkurve von den Social-Media-Riesen
Der Zeitpunkt ist bewusst gewählt. Eine Reuters-Recherche zeigte kürzlich, dass Meta allein 2025 über 134 Millionen Betrugs-Anzeigen löschen musste. OpenAI will es von Anfang an besser machen.
„KYC-Protokolle sind eine solide Basis“, kommentiert Arilla Gracia vom Check My Ads Institute. „Die wahre Bewährungsprobe kommt aber, wenn die Plattform wächst und die Mindestbudgets sinken.“ Genau diese Entwicklung erwarten Branchenbeobachter für die kommenden Monate.
Finanzdruck treibt Monetarisierung voran
Hinter der Werbeoffensive steht ein klares finanzielles Ziel: OpenAI peilt für 2026 einen Umsatz von 15 Milliarden US-Dollar an. Neben Abo-Modellen sollen Geschäftskunden und Werbung die hohen Betriebskosten decken.
Die Marktreaktion bleibt abwartend. Analysten sehen in den hohen Einstiegshürden einen Qualitätsvorteil, aber auch ein Wachstumshemmnis. „Langfristig muss OpenAI die Barrieren senken, um mit offenen Werbenetzwerken konkurrieren zu können“, heißt es in einer aktuellen Marktanalyse.
Debra Aho Williamson, eine renommierte Analystin, sagte diesen Schritt bereits vor einem Jahr voraus – genau zu dem Zeitpunkt, als ChatGPT die Marke von einer Milliarde wöchentlichen Nutzern erreichen würde.
Die Balance zwischen Profit und Vertrauen
Die größte Herausforderung bleibt die Balance: Wie monetarisiert man eine KI-Plattform, ohne das Nutzervertrauen zu verspielen? OpenAI betont, dass persönliche Chat-Daten nicht direkt an Werbetreibende fließen werden.
Im ersten Quartal 2026 wird sich zeigen, ob das Sicherheitsteam seine Aufgabe erfüllt. Gelingt der Spagat, könnte OpenAI einen neuen Standard für KI-Werbung setzen. Scheitert er, droht das gleiche Vertrauensproblem, das andere Tech-Giganten seit Jahren plagt.
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