Bundeshaushalt, Erwartungen

Österreichs Bundeshaushalt übertrifft 2025 alle Erwartungen

31.01.2026 - 23:12:12

Die Bundesregierung meldet ein geringeres Haushaltsdefizit für 2025, getragen von höheren Steuereinnahmen und Ausgabendisziplin. Die entscheidende Maastricht-Defizitquote steht jedoch noch aus.

Die Bundesregierung präsentiert eine überraschend positive Budget-Vorauswertung für 2025. Das Defizit fiel um 3,7 Milliarden Euro niedriger aus als geplant. Verantwortlich sind strikte Ausgabendisziplin und kräftig sprudelnde Steuereinnahmen.

Laut dem Bericht des Finanzministeriums lag der Finanzierungssaldo bei einem Minus von 14,4 Milliarden Euro. Die Regierung wertet dies als Bestätigung ihres Sparkurses und als Schritt zur Beendigung des laufenden EU-Defizitverfahrens. Experten mahnen jedoch zur Vorsicht: Das entscheidende gesamtstaatliche Maastricht-Defizit steht erst Ende März fest.

Disziplinierte Ausgaben und sprudelnde Steuern

Der Erfolg basiert auf zwei Säulen: geringeren Ausgaben und höheren Einnahmen.

  • Ausgaben: Der Bund gab 1,8 Milliarden Euro weniger aus als budgetiert. Gründe waren niedrigere Zinszahlungen für Staatsschulden (minus 1,6 Mrd. Euro) und eine Reduktion von Bundesfördermitteln um 16,5 Prozent.
  • Einnahmen: Der Staat nahm zwei Milliarden Euro mehr ein als erwartet. Besonders kräftig stiegen die Kapitalertragsteuer (+1,2 Mrd. Euro), die Lohnsteuer (+633 Mio. Euro) und die veranlagte Einkommensteuer (+595 Mio. Euro).

Die guten Steuereinnahmen sind eng mit der Konjunktur verknüpft. Für 2025 prognostizierten Institute wie WIFO und IHS ein Wachstum von nur 0,5 Prozent. Dies markierte jedoch das Ende einer zweijährigen Rezession.

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Die leichte Erholung, getragen von Investitionen und privatem Konsum, stabilisierte den Arbeitsmarkt und ließ die Steuern klingeln. Für 2026 erwarten die Experten ein leicht beschleunigtes Wachstum von 1,0 bis 1,2 Prozent.

Schuldenberg wächst weiter – alles hängt am Maastricht-Defizit

Trotz des kleineren Defizits gibt es bei der Verschuldung keine Entwarnung. Die Finanzschulden des Bundes stiegen 2025 auf 313 Milliarden Euro – ein Plus von fast 14 Milliarden Euro gegenüber 2024.

Die eigentliche Nagelprobe steht aber noch aus: das gesamtstaatliche Maastricht-Defizit. Dieses umfasst auch Länder, Gemeinden und Sozialversicherungen. Die Statistik Austria veröffentlicht es erst Ende März. Im Vorjahr hatten hohe Landesdefizite das Gesamtergebnis deutlich verschlechtert. Die Regierung peilt für 2025 ein Maastricht-Defizit von 4,5 Prozent des BIP an.

Politische Deutungshoheit: Erfolg versus Warnung

Die Regierungskoalition feiert die Zahlen als Sanierungserfolg. Finanzminister Markus Marterbauer (SPÖ) und Bundeskanzler Christian Stocker (ÖVP) sehen sich auf dem richtigen Weg zurück zu nachhaltigen Staatsfinanzen.

Kritiker wie der Budgetsprecher der Grünen, Jakob Schwarz, bremsen die Euphorie. Er warnt davor, den Bundeshaushalt mit dem Maastricht-Defizit zu verwechseln, und nimmt die Bundesländer in die Pflicht. Die Debatte über den weiteren Sparkurs für 2026 ist damit eröffnet.

Der nächste große Termin ist die Veröffentlichung der gesamtstaatlichen Zahlen Ende März. Sie werden entscheiden, wie der Dialog mit Brüssel weitergeht und welchen finanziellen Spielraum Österreich künftig hat. Bis dahin bleibt die Freude über das Bundesergebnis von Anspannung begleitet.

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