Milliarden, Euro

Österreich setzt 5,6 Milliarden Euro gegen Wirtschaftsflaute ein

26.02.2026 - 01:18:19 | boerse-global.de

Österreich reagiert auf schwaches Wirtschaftswachstum mit einem milliardenschweren Forschungs- und Innovationspakt für 2027-2029, um die Wettbewerbsfähigkeit zu stärken.

Österreich setzt 5,6 Milliarden Euro gegen Wirtschaftsflaute ein - Bild: über boerse-global.de
Österreich setzt 5,6 Milliarden Euro gegen Wirtschaftsflaute ein - Bild: über boerse-global.de

Die österreichische Regierung beschließt einen milliardenschweren Forschungs- und Innovationspakt. Mit rund 5,6 Milliarden Euro für die Jahre 2027 bis 2029 will sie die Konjunktur ankurbeln und die Wettbewerbsfähigkeit stärken. Der Beschluss ist eine direkte Reaktion auf schwache Wirtschaftsdaten und die Sorge, international den Anschluss zu verlieren.

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Wirtschaftsdaten zeigen "kraftlose Erholung"

Die aktuellen Zahlen geben wenig Anlass zur Euphorie. Das Bruttoinlandsprodukt wuchs im vierten Quartal 2025 nur um magere 0,2 Prozent. Für das Gesamtjahr 2025 blieb es bei einem Wachstum von lediglich 0,6 Prozent. Besonders die Industrie und Bauwirtschaft schwächeln.

Auch für 2026 erwarten Forschungsinstitute wie Wifo und IHS nur ein verhaltenes Plus zwischen 1,0 und 1,2 Prozent. Analysten sprechen von einer "kraftlosen Erholung", die durch schwache Auslandsnachfrage gebremst wird.

FTI-Pakt soll Wachstumsmotoren zünden

Als Antwort darauf setzt die Bundesregierung jetzt auf Forschung und Technologie. Der neue FTI-Pakt ist Teil der übergeordneten Innovationsstrategie 2030. Das Ziel: Österreich im internationalen Wettbewerb wieder "auf die Überholspur bringen".

Regierungsvertreter betonen, dass Wachstum die Grundlage für Arbeitsplätze und den Sozialstaat sei. Der Pakt knüpft an die bereits vorgestellte Industriestrategie an und soll gezielt technologische Stärkefelder fördern – nicht mehr mit der "Gießkanne".

Strukturelle Probleme bremsen den Standort

Doch warum verliert Österreich in internationalen Rankings eigentlich an Boden? Experten sehen tiefgreifende, strukturelle Schwächen. Immer wieder werden drei Hauptprobleme genannt: eine im EU-Vergleich hohe Abgabenquote, enorme Bürokratiekosten und ein anhaltender Fachkräftemangel.

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Die Wirtschaftskammer Österreich (WKO) fordert seit langem Reformen in diesen Bereichen. Denn Stillstand bedeutet in der dynamischen globalen Wirtschaft faktisch Rückschritt.

Wird das Milliarden-Paket ausreichen?

Der Beschluss ist ein klares politisches Eingeständnis: Die Wettbewerbsfähigkeit des Landes ist gefährdet. Die Fokussierung auf Innovation soll langfristige Wachstumstreiber stärken. Doch kann Geld allein die Probleme lösen?

Kritiker warnen, dass die milliardenschweren Förderungen nur dann wirken, wenn auch die Rahmenbedingungen stimmen. Hohe Steuern und bürokratische Hürden für Unternehmen bleiben eine Belastung. Die kommenden Monate müssen zeigen, ob auf die Ankündigung nun echte Reformen folgen.

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