Nvidia, Apple

Nvidia verdrängt Apple als größten TSMC-Kunde

02.02.2026 - 16:53:12

Nvidia überholt Apple als wichtigsten Abnehmer des Halbleiterriesen TSMC, angetrieben durch die enorme Nachfrage nach Hochleistungs-Chips für künstliche Intelligenz.

Der KI-Boom verändert die Halbleiterindustrie grundlegend: Nvidia hat Apple als wichtigsten Abnehmer des Chip-Riesen TSMC abgelöst. Die Verschiebung markiert das Ende einer Ära, in der der iPhone-Hersteller über ein Jahrzehnt die Spitzenposition hielt. Verantwortlich ist die unersättliche Nachfrage nach Hochleistungs-Chips für künstliche Intelligenz.

Analystenschätzungen zufolge wird Nvidia dem taiwanischen Auftragsfertiger TSMC 2026 voraussichtlich rund 33 Milliarden Euro Umsatz bescheren. Das entspräche etwa 22 Prozent von TSMCs Gesamterlösen. Apples Bestellungen werden dagegen auf etwa 27 Milliarden Euro (18 Prozent) taxiert. Bereits im vierten Quartal 2025 hatte Nvidia mit einem Anteil von 13 Prozent Apple (11 Prozent) überholt.

KI-Chips treiben die Halbleiter-Revolution

Der Aufstieg des Grafikspezialisten spiegelt den meteorischen Höhenflug der generativen KI wider. Seit dem Durchbruch großer Sprachmodelle liefern sich Cloud-Giganten wie Google, Amazon und Microsoft ein Wettrennen um Rechenkapazitäten. Nvidias Grafikprozessoren (GPUs) gelten dabei als unverzichtbare Beschleuniger.

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Die Natur der KI-Chips erklärt den Umsatzsprung. KI-Beschleuniger sind deutlich größer und komplexer zu fertigen als die A- und M-Serie-Chips von Apple. Sie benötigen TSMCs modernste Fertigungstechnologien und aufwendige Verpackungslösungen wie CoWoS. Das treibt die Kosten pro Wafer – und damit den Umsatz für TSMC – in die Höhe. Der Geschäftsbereich Hochleistungsrechnen, dominiert von KI-Prozessoren, macht mittlerweile 58 Prozent von TSMCs Umsatz aus.

Apple verliert privilegierte Stellung

Für TSMC bedeutet die Entwicklung eine strategische Neuausrichtung. Über ein Jahrzehnt war Apple der Ankerkunde, der durch hohe, planbare Stückzahlen Milliardeninvestitionen in neue Fertigungstechnologien absicherte. Im Gegenzug erhielt der Konzern aus Cupertino prioritären Zugang zu den neuesten Chip-Generationen.

Diese privilegierte Stellung ist nun Geschichte. Mit Nvidia als größtem Abnehmer von TSMCs fortschrittlichster Kapazität muss Apple um die knappen 3-Nanometer- und künftigen 2-Nanometer- Kapazitäten kämpfen. Branchenberichten zufolge prüft Apple erstmals seit 2014 eine Diversifizierung seiner Lieferkette – möglicherweise auch zu Konkurrenten wie Intel.

Kampf um die nächste Chip-Generation

Der Wettlauf um die fortschrittlichsten Halbleiter verschärft sich. TSMCs kommende 2-Nanometer-Technologie ist bereits jetzt heiß umkämpft. Zwar soll Apple einen Großteil der anfänglichen Kapazitäten gesichert haben. Doch die Nachfrage von Nvidia, AMD und den Cloud-Konzernen übersteigt das Angebot bei Weitem.

Nvidias CEO Jensen Huang brachte die Herausforderung auf den Punkt: TSMC müsse „sehr hart arbeiten“ und seine Kapazitäten im nächsten Jahrzehnt verdoppeln, um mit der Nachfrage Schritt zu halten. Der Foundry-Riese reagiert mit Rekordinvestitionen: Für 2026 sind 52 bis 56 Milliarden Euro für Kapitalausgaben geplant, ein Großteil davon für fortschrittliche Fertigungstechnologien.

Was bedeutet der Wandel für die Tech-Branche?

Der Kundenwechsel bei TSMC ist mehr als ein einfacher Positionswechsel. Er signalisiert, dass die KI-Industrie zum primären Innovationstreiber der Halbleiterbranche geworden ist. Die Investitionen in KI-Infrastruktur übertreffen mittlerweile jene in Consumer-Elektronik – ein Trend, der sich fortsetzen dürfte.

Die Folgen werden die gesamte Tech-Branche betreffen. Der erbitterte Kampf um TSMCs fortschrittlichste Knoten wird Produkt-Roadmaps, Preise und Lieferkettenstrategien aller großen Player beeinflussen. Während Nvidia seine Produktion für die nächste KI-Generation hochfährt, muss Apple in einem angespannteren Lieferumfeld navigieren. Die Entscheidungen in Hsinchu werden die Zukunft der künstlichen Intelligenz und der Konsumententechnologie gleichermaßen prägen.

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