Novo, Nordisk

Novo Nordisk Aktie: Hoffnung zerstört!

23.02.2026 - 13:39:33 | boerse-global.de

Das Hoffnungsmittel Cagrisema von Novo Nordisk verfehlt in einer wichtigen Studie das Hauptziel und erweist sich als weniger wirksam als das Konkurrenzprodukt von Eli Lilly.

Der dänische Pharmakonzern Novo Nordisk hat Anleger heute mit einem herben Rückschlag bei seinem Hoffnungsmittel Cagrisema erschüttert. In der Phase-3-Studie REDEFINE 4 verfehlte das Präparat das wichtigste Studienziel: Es konnte nicht belegen, dass es beim Abnehmen genauso wirksam ist wie Zepbound des US-Rivalen Eli Lilly. Die Aktie brach daraufhin um fast 16 Prozent ein und markierte ein neues Mehrjahrestief.

Die Studiendaten zeigen zwar einen Gewichtsverlust von 23 Prozent nach 84-wöchiger Behandlung – doch das reichte nicht aus, um dem Konkurrenzprodukt Paroli zu bieten. Analysten werten die Ergebnisse als äußerst negativ. Richard Vosser von JPMorgan erwartet merklich sinkende Markterwartungen an das Abnehmmittel, während James Quigley von Goldman Sachs direkt ein geringes Einsatzpotenzial für Cagrisema sieht.

Vom Höhenflug zum Absturz

Die jüngste Enttäuschung reiht sich ein in eine Serie von Rückschlägen. Mitte 2024 hatte die Aktie noch bei über 1.000 dänischen Kronen notiert – heute sind davon rund drei Viertel des Wertes vernichtet. Der Börsenwert liegt mit umgerechnet 150 Milliarden Euro wieder deutlich unter dem von SAP oder Siemens. Dabei war Novo Nordisk zwischenzeitlich mit großem Abstand zum wertvollsten börsennotierten europäischen Unternehmen aufgestiegen.

Die harte Konkurrenz um Abnehmmittel macht den Dänen zusehends zu schaffen. Ursprünglich als erster Hersteller mit seinen Gewichtssenkern am Markt, geriet der Konzern im Ringen mit Lillys Konkurrenzmitteln ins Hintertreffen, die als effektiver gelten. Während die Amerikaner weiteren Rückenwind von ihrem Gewichtssenker erwarten und sich bei Umsatz und Gewinn auch 2026 einen Sprung nach oben ausrechnen, muss Novo Nordisk kleinere Brötchen backen und geht wegen harten Preisdrucks von weniger Geschäft aus.

Schwache Ausgangsposition im Wettbewerb

Die Amerikaner sind in einer vergleichsweise stärkeren Position: Ihre Blockbuster Mounjaro gegen Diabetes und Zepbound gegen Fettleibigkeit sind noch ein weiteres Jahrzehnt lang patentgeschützt. Zudem hatte sich Lilly aktiver gegen die Konkurrenz durch Nachahmer gewehrt, die im vergangenen Jahr unter Ausnutzung regulatorischer Schlupflöcher billigere Kopien der Abnehmmedikamente auf den Markt brachten.

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Im November 2025 einigte sich Novo Nordisk mit der US-Regierung auf deutliche Preissenkungen für seine Blockbuster wie Wegovy und Ozempic, die unter anderem im Rahmen staatlicher Gesundheitsprogramme gelten sollen. Lilly-Chef David Ricks erwartet sogar, dass der Markt für Medikamente gegen krankhaftes Übergewicht dank der Einigung mit der US-Regierung weiter wachsen wird. Diese hatte zugestimmt, die Kosten für die Mittel für mehr Patienten im Rahmen des staatlichen Gesundheitsprogramms Medicare zu übernehmen.

Späte Rettungsversuche

Novos Forschungschef Martin Holst Lange setzt nun auf Daten aus weiteren Studien zur Gabe von Cagrisema, die teils erst im ersten Halbjahr 2027 vorliegen dürften. Außerdem will Novo Cagrisema in höheren Dosierungen testen – entsprechende Studien sollen im zweiten Halbjahr starten. Spät in diesem Jahr hofft das Unternehmen zudem auf eine US-Zulassung von Cagrisema in anderen Anwendungen durch die FDA.

Cagrisema ist eine Kombination aus dem Amylin-Analogon Cagrilintid und dem bekannten Novo-Wirkstoff Semaglutid. Die Hoffnung, dass es die Wende bringen könnte, verblasst mit den heutigen Studiendaten zusehends. Der Titel ist damit klar im Abwärtstrend – und die Bären haben weiterhin die Oberhand.

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