Studien, Psychische

Neue Studien zeigen: Psychische Belastung in Deutschland steigt

22.02.2026 - 21:30:11 | boerse-global.de

Neue Studien belegen steigende psychische Belastungen, besonders bei Jüngeren, und enorme wirtschaftliche Kosten. Experten fordern mehr Prävention und ein Umdenken in Unternehmen.

Zwei aktuelle Studien zeichnen ein alarmierendes Bild der psychischen Gesundheit in Deutschland. Die NAKO Gesundheitsstudie belegt die langen Schatten der Pandemie, während die Pronova BKK vor dem neuen Phänomen „Quiet Cracking“ warnt. Besonders jüngere Arbeitnehmer sind betroffen.

Experten sehen in den fast zeitgleich veröffentlichten Berichten ein klares Signal: Bisherige Maßnahmen reichen nicht aus, um der wachsenden Erschöpfung wirksam zu begegnen.

Pandemie hinterlässt tiefe Spuren

Eine aktuelle Analyse der NAKO Gesundheitsstudie mit Daten von rund 80.000 Erwachsenen liefert beunruhigende Einblicke. Depressive Symptome, Angst und Stress nahmen bis 2022 merklich zu.

Besonders betroffen sind jüngere Erwachsene unter 40 Jahren sowie Frauen. Interessanterweise schien ein höheres Lebensalter einen schützenden Effekt zu haben. Die Forschenden betonen die Notwendigkeit gezielter Präventionsangebote, da die psychischen Folgen die Gesellschaft noch lange beschäftigen dürften.

„Quiet Cracking“: Die stille Überlastung

Parallel warnt ein Bericht der Pronova BKK vor einem neuen Arbeitsleiden. „Quiet Cracking“ wird als die „leise Schwester des Burn-outs“ beschrieben – Betroffene funktionieren nach außen hin, sind innerlich aber völlig erschöpft.

Laut der Studie „Arbeiten 2025“ hat fast jede dritte erwerbstätige Person in Deutschland diese stille Überlastung bereits erlebt. Bei den unter 30-Jährigen sind es sogar 40 Prozent. Hauptursachen sind zu viel Stress, fehlende Wertschätzung sowie Überstunden und ständige Erreichbarkeit.

Wirtschaftspsychologen warnen: Das Phänomen ist besonders gefährlich, weil es schleichend verläuft. Präventive Maßnahmen greifen daher oft zu spät.

Wirtschaft zahlt Milliarden für psychische Folgen

Die neuen Erkenntnisse bestätigen einen längerfristigen Trend. Laut dem Stressreport der Techniker Krankenkasse fühlen sich zwei Drittel der Menschen in Deutschland häufig oder manchmal gestresst.

Die Dauerbelastung hat erhebliche wirtschaftliche Konsequenzen. Die Bundesanstalt für Arbeitsschutz schätzte die Produktionsausfallkosten durch psychische Erkrankungen für 2023 auf 20,5 Milliarden Euro. Der Ausfall der Bruttowertschöpfung lag bei 35,4 Milliarden Euro.

Trotz gesetzlicher Verpflichtung geben laut DEKRA-Arbeitssicherheitsreport nur 28 Prozent der Beschäftigten an, dass eine psychische Gefährdungsbeurteilung in ihrem Betrieb durchgeführt wird.

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Gesellschaftliches Umdenken gefordert

Die Studienergebnisse fallen in eine Zeit, in der das Bewusstsein für mentale Gesundheit wächst – die Umsetzung in der Praxis jedoch hinterherhinkt. Initiativen wie die kürzlich gegründete „Mental Health Alliance“ zeigen die wachsende Dringlichkeit.

Experten fordern einen Perspektivwechsel: weg vom Fokus auf Krankheiten, hin zu mehr Prävention und Gesundheitsförderung. Der Druck auf Unternehmen steigt, eine Arbeitskultur zu schaffen, die Wertschätzung und realistische Arbeitslasten in den Vordergrund stellt.

Die Bundesregierung arbeitet bereits an einer Strategie zur „Mentalen Gesundheit für junge Menschen“. Für Unternehmen wird die Förderung von Resilienz und eine offene Gesprächskultur zum entscheidenden Faktor für Mitarbeiterbindung und wirtschaftlichen Erfolg.

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