Neue Regeln für Motorsägen-Kurse: Mehr als nur Formsache
23.03.2026 - 00:00:13 | boerse-global.deDie jährliche Sicherheitsunterweisung für Motorsägen wird 2026 zur zentralen Hürde für Forst- und Gartenbaubetriebe. Grund sind verschärfte gesetzliche Vorgaben und neue Risiken durch Akku-Technologien.
Ab diesem Frühjahr gelten in Deutschland deutlich strengere Anforderungen an die interne Wiederholung und Sicherheitsunterweisung für Kettensägenführer. Der Grund: Das Ende 2025 in Kraft getretene Maschinen-Durchführungsgesetz (MaschinenDG) macht die jährlichen Kurse zum entscheidenden Baustein einer rechtssicheren Sicherheitskultur. Unternehmen müssen nun nachweisen, dass ihre Schulungen spezifische Gefahren adressieren – von Vibrationsschäden bis hin zu Hautkrebs durch UV-Strahlung.
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MaschinenDG verschärft die Beweispflicht
Die rechtliche Grundlage bilden weiterhin die DGUV Regel 114-018 und die Betriebssicherheitsverordnung. Das neue MaschinenDG bringt jedoch eine entscheidende Veränderung: Es erhöht die Haftung der Arbeitgeber. Diese müssen nun „nachweisbare und verständliche“ Unterweisungen in deutscher Sprache bereitstellen. Ein generisches Sicherheitsgespräch reicht nicht mehr aus.
Die Dokumentation muss belegen, dass die Unterweisung auf die konkrete Gefährdungsbeurteilung des Einsatzortes zugeschnitten war. Das schließt die verwendeten Werkzeuge und Umweltbedingungen ein, wie das Arbeiten an unter Spannung stehendem Holz. Bei Verstößen drohen Bußgelder im fünfstelligen Bereich. Versicherer wie die DGUV setzen 2026 auf „präventive Prävention“ – Unternehmen müssen durch regelmäßige, dokumentierte Schulungszyklen beweisen, dass sie Risiken vorausschauend bekämpfen.
Akku-Sägen: Fluch und Segen für die Sicherheit
Eine der größten neuen Herausforderungen ist der Siegeszug leistungsstarker Akku-Kettensägen. Deren leiser Betrieb birgt eine unterschätzte Gefahr: Kollegen hören das Anlaufen der Säge nicht mehr, was die Unfallgefahr erhöht. Zudem ist das Drehmoment moderner Elektroantriebe oft direkter, was das Risiko von Kickbacks (Rückschlägen) erhöht, wenn die Bediener nicht geschult sind.
Daher müssen interne Unterweisungen im März 2026 einen praktischen Teil enthalten. Die Bediener müssen den „Stop-Start“-Charakter und spezielle Sicherheitsfeatures wie elektronische Kettenbremsen beherrschen. Der korrekte Zustand des Werkzeugs rückt in den Fokus. Fachleute des Kuratoriums für Waldarbeit und Forsttechnik (KWF) weisen darauf hin, dass geschärfte Ketten und ausbalancierte Sägen Vibrationen um bis zu 30% reduzieren können.
Hautkrebs und Spannungsholz: Neue Unterrichtsthemen
Erstmals wird 2026 der Schutz vor berufsbedingtem Hautkrebs verbindlicher Teil der Sicherheitsunterweisung. Die Sozialversicherung für Landwirtschaft, Forsten und Gartenbau (SVLFG) warnt, dass „weißer Hautkrebs“ zu den häufigsten Berufskrankheiten in der Branche zählt. Die Schulungen müssen daher über UV-Schutzkleidung und korrektes Eincremen aufklären.
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Gleichzeitig wurden die technischen Standards für das Arbeiten an Spannungsholz aktualisiert. Das europäische Kettensägenzertifikat (ECS) enthält mit dem Modul „ECC1-Tension“ neue Vorgaben für die Aufarbeitung von Sturmholz. Interne Ausbilder sollen in den Jahresunterweisungen verstärkt Simulatoren nutzen, um sichere Schnittmethoden zu demonstrieren.
Digitale Dokumentation und KI-gestützte Risikoanalyse
Die Dokumentation dieser Schulungen wird zunehmend digital. Viele Betriebe steigen von Papierlisten auf integrierte EHS-Software (Environment, Health, Safety) um. Diese Systeme erfassen in Echtzeit, welcher Mitarbeiter welches Modul absolviert hat.
Die Qualität der internen Ausbildung steht vor Gericht immer stärker auf dem Prüfstand. Bei einem Unfall kann die Haftung direkt auf den Geschäftsführer oder Sicherheitsbeauftragten übergehen, wenn die Unterweisung als oberflächlich eingestuft wird. Größere Forstunternehmen setzen bereits auf KI-gestützte Risikoanalysen, die Daten aus Beinahe-Unfällen nutzen, um ihre Sicherheitsgespräche zu schärfen. Für kleine und mittlere Betriebe (KMU) wird modulares Training attraktiver: Kurze, regelmäßige Sicherheitsimpulse stören den Arbeitsalltag weniger als eine lange Jahresunterweisung.
Ausblick: Intelligente Sensoren und EU-Recht
Blickt man auf das restliche Jahr 2026 und in das Jahr 2027, zeichnet sich der nächste Schritt ab: Intelligente Sensortechnik. Prototypen von Kettensägen, die die Nähe eines Menschen oder spezielle Schutzkleidung erkennen können, werden bereits getestet. Solche „autonomen“ Sicherheitsfeatures werden künftig ebenfalls in den Schulungen erklärt werden müssen.
Die vollständige Umsetzung der EU-Maschinenverordnung ab Januar 2027 wird noch detailliertere digitale Nachweise erfordern. Betriebe, die bereits im März 2026 robuste interne Unterweisungsprozesse etablieren, sind für diese europäischen Standards gut gerüstet. Die anstehende Messe FORST live in Offenburg wird diese Botschaft verstärken und den Ton für ein sichereres Forstjahr vorgeben.
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