NAKO-Studie: Pandemie hinterlässt mentale Langzeitfolgen
23.02.2026 - 08:52:12 | boerse-global.deEine neue Analyse der NAKO-Gesundheitsstudie zeigt alarmierende Langzeitfolgen der Pandemie für die Psyche. Besonders junge Erwachsene und Frauen leiden noch Jahre später unter den Belastungen. Die Ergebnisse liefern eine Erklärung für die aktuellen Rekord-Krankenstände.
Die Studie, die am 20. Februar veröffentlicht wurde, zeichnet ein düsteres Bild. Zunächst verbesserte sich die selbst wahrgenommene Gesundheit zu Pandemiebeginn kurzzeitig. Bis 2022 kehrte sich dieser Trend jedoch dramatisch um. Die Zahl der Menschen, die ihre Gesundheit als „weniger gut“ einstuften, verdoppelte sich im Vergleich zur Vor-Corona-Zeit.
Wer ist besonders betroffen?
Die Detailauswertung der größten deutschen Bevölkerungsstudie offenbart klare Risikogruppen. Erwachsene unter 40 Jahren und Frauen zeigen eine signifikant höhere Belastung. Ihre mentale Gesundheit verschlechterte sich – und das hält auch nach Ende der Schutzmaßnahmen an.
Im Gegensatz dazu scheinen Personen mittleren und höheren Alters besser geschützt. Sie wiesen stabilere oder sogar verbesserte Gesundheitsverläufe auf. Die Forschenden betonen: Es handelt sich um eine langanhaltende Veränderung, nicht um eine vorübergehende Erscheinung.
Rekord-Krankenstand belastet Wirtschaft
Die psychischen Folgen schlagen sich direkt in der Arbeitswelt nieder. Der aktuelle DAK-Gesundheitsreport meldete für 2025 einen durchschnittlichen Krankenstand von 5,7 Prozent – ein historischer Höchstwert. Das entspricht 19,5 Fehltagen pro Arbeitnehmer.
Psychische Erkrankungen sind dabei zur Hauptursache geworden. Sie verursachen fast 20 Prozent aller Fehltage und haben Muskel-Skelett-Erkrankungen von Platz zwei verdrängt. Die wirtschaftlichen Konsequenzen sind enorm: Schätzungen des Instituts der deutschen Wirtschaft beziffern die jährlichen Kosten durch Produktionsausfälle auf bis zu 160 Milliarden Euro.
Was müssen Unternehmen tun?
Der Druck auf Arbeitgeber wächst. Seit 2013 sind sie gesetzlich verpflichtet, psychische Belastungen in Gefährdungsbeurteilungen zu erfassen und Schutzmaßnahmen zu ergreifen. Dazu zählen Faktoren wie Arbeitsmenge, Zeitdruck und das soziale Miteinander.
Viele Arbeitgeber wissen zwar um die Pflicht, tun sich aber schwer mit Umsetzung und Dokumentation. Ein kostenloser Praxis‑Leitfaden liefert fertige Checklisten, Vorlagen und Schritt‑für‑Schritt‑Anleitungen, damit Gefährdungsbeurteilungen zu psychischen Belastungen rechtssicher und schnell erstellt werden können. Jetzt kostenlose GBU‑Vorlagen & Checklisten herunterladen
Die Weltgesundheitsorganisation empfiehlt klare Maßnahmen: organisatorische Interventionen gegen Stress und Schulungen für Führungskräfte. Vorgesetzte sollen ein unterstützendes Umfeld schaffen und frühzeitig auf Notsignale reagieren können. Experten sehen in einer offenen Kommunikationskultur den entscheidenden ersten Schritt.
Digitalisierung als Brandbeschleuniger
Die Ursachen für die steigende Belastung sind komplex. Die Digitalisierung verändert die Arbeitswelt grundlegend. Sie bringt mehr Effizienz, aber auch eine ständige Erreichbarkeit, die die Grenze zwischen Job und Privatleben verschwimmen lässt.
Hohe Arbeitslast, geringe Gestaltungsspielräume und mangelhafte Führung gelten als wesentliche Risikofaktoren. Die Pandemie wirkte hier wie ein Brandbeschleuniger. Sie verschärfte bestehende Probleme und brachte neue Belastungen wie soziale Isolation im Homeoffice mit sich.
Prävention wird zum Wettbewerbsvorteil
Reagieren reicht nicht mehr – es braucht ein strategisches Umdenken. Die DAK-Gesundheit fordert einen „Krankenstands-Gipfel“ auf höchster politischer Ebene. Ziel ist eine Allianz aus Politik, Wirtschaft und Sozialpartnern für mehr Prävention.
Für Unternehmen wird betriebliches Gesundheitsmanagement zur strategischen Investition. Flexible Arbeitszeiten, Resilienz-Trainings und klare Kommunikationsregeln stärken die Belegschaft. Langfristig entwickelt sich ein psychisch gesundes Arbeitsumfeld zum entscheidenden Faktor im Kampf um Fachkräfte.
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