Geheimdienst: Russland führt hybriden Krieg gegen Dänemark und Westen
03.10.2025 - 10:09:26Das sagte der Chef des dänischen Auslandsnachrichtendienstes FE, Thomas Ahrenkiel, während einer Pressekonferenz in Kopenhagen. Russland wolle Unsicherheit und Spaltung zwischen den Nato-Verbündeten erzeugen und dass man aufhöre, die Ukraine bei ihrer Verteidigung gegen den russischen Angriffskrieg zu unterstützen.
Unter hybrider Kriegsführung versteht man eine Strategie, bei der militärische und nichtmilitärische Mittel kombiniert werden. Zu den militärischen Mitteln gehört etwa der Einsatz von Drohnen. Unter nichtmilitärische Mittel fallen unter anderem Desinformation und Propaganda in sozialen Netzwerken, Cyberattacken sowie politische Einflussnahme und Unterstützung von Oppositionsgruppen, um Gesellschaften zu destabilisieren.
Es sei sehr wahrscheinlich, dass die hybride Bedrohung Russlands gegen die Nato in den kommenden Jahren weiter steigen werde, schrieb der FE in einer parallel veröffentlichten Bedrohungsbewertung. Mit diesen Aktivitäten versuche Moskau, die politische Einheit und Beschlusskraft in den Nato-Ländern zu schwächen.
Geheimdienstchef: Russland will, dass wir in Angst leben
"Russland will uns glauben machen, dass es eine unmittelbare Kriegsgefahr gibt", sagte Ahrenkiel. "Sie wollen gerne, dass wir mit dieser Angst leben." Weiterhin schätze man aber ein, dass Russland keinen regulären militärischen Angriff verüben werde. Man müsse sich nicht davor fürchten, dass man auf dem Weg in einen Krieg sei, sagte Verteidigungsminister Troels Lund Poulsen.
In Dänemark waren zuletzt immer wieder Drohnen über Flughäfen und kritischer Infrastruktur gesichtet worden. Das führte unter anderem dazu, dass der wichtige Flughafen Kopenhagen am Montag vergangener Woche stundenlang lahmgelegt wurde. Dutzende Flüge fielen dort aus, Zehntausende Passagiere waren betroffen.
Wer hinter den Drohnenflügen steckt, ist weiterhin unklar. Es steht aber die Vermutung im Raum, dass Russland etwas damit zu tun hat - Anschuldigungen, die der Kreml zurückgewiesen hat. Die Ermittlungen zu den Vorfällen liefen weiter, sagte Ahrenkiel.
@ dpa.de
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