Irans, Vizeminister

Irans Vizeminister droht Frankreich und Großbritannien

11.05.2026 - 11:17:13 | dpa.de

Nach einer Drohung Irans gegen französische und britische Militärpräsenz in der Straße von Hormus beschwichtigt Frankreichs Präsident Emmanuel Macron.

Von einem französischen oder französisch-britischen Einsatz sei nie die Rede gewesen, sagte Macron am Sonntag während einer Reise in Nairobi vor Pressevertretern.

Er habe Anweisungen erteilt, den Flugzeugträger "Charles de Gaulle" und Begleitschiffe näher an die Straße von Hormus zu verlegen. Jede Blockade müsse beendet werden, aber Frankreich gehe es um eine internationale Mission in Absprache mit dem Iran, um die Schifffahrt durch die Meeresenge sicherzustellen, sobald die Bedingungen dies zuließen.

Iran: Straße von Hormus ist kein Gemeingut

Zuvor hatte Irans Vizeaußenminister Kasem Gharibabadi gedroht. Die Präsenz französischer oder britischer Schiffe in der Straße von Hormus zur Kooperation mit Maßnahmen der USA werde mit "einer entschlossenen und sofortigen Antwort der Streitkräfte der Islamischen Republik Iran" beantwortet, schrieb Kasem Gharibabadi auf X. Dies gelte auch für jedes andere Land.

Die Straße von Hormus sei kein Gemeingut überregionaler Mächte. Iran habe als Küstenanrainer ein Recht, Souveränität in der Meerenge auszuüben, schrieb Gharibabadi.

Auch Irans Außenamtssprecher Ismail Baghai wies jegliche Einmischung zurück: Die Sicherheit der Region müsse von regionalen Akteuren gewährleistet werden. Der Iran wende sich damit gegen Einmischung jedweder Akteure.

Neutrales Bündnis für Marinemission nach Kampfhandlungen

Unter der Führung Frankreichs und Großbritanniens bereitet ein internationales Bündnis eine mögliche Marinemission nach einem Ende der Kampfhandlungen vor. Frankreichs Staatschef Emmanuel Macron hatte am Mittwoch den iranischen Präsidenten Massud Peseschkian aufgefordert, den Weg für eine neutrale Marinemission in der Straße von Hormus freizumachen. Diese werde sich naturgemäß von den Kriegsparteien abgrenzen.

Paris hatte am Mittwoch erklärt, in Vorbereitung der neutralen Marinemission in der Straße von Hormus seinen Flugzeugträger "Charles de Gaulle" und dessen Begleitschiffe näher an die Meerenge zu verlegen. Großbritannien erklärte am Samstag, einen Zerstörer entsandt zu haben. Deutschland erwägt, sich mit Minenjagdbooten, einer Führungs- und Versorgungsplattform sowie seegestützter Aufklärung zu beteiligen.

Der wichtige Schifffahrtsweg durch die Meerenge von Hormus wird seit Wochen vom Iran blockiert. Die Folgen für die Weltwirtschaft sind erheblich. Die USA haben ihrerseits eine Blockade iranischer Häfen verhängt.

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