Nach Aus in Russland: Goethe-Institute prüft digitale Angebote
Veröffentlicht am: 08.09.2026 um 14:04 Uhr | dpa, AD HOC NEWS"Das Interesse an deutscher Sprache, Kultur und internationalem Austausch bleibt bestehen", sagte Gitte Zschoch, Generalsekretärin des Goethe-Instituts, laut einer Mitteilung. Als Möglichkeit sieht sie etwa digitale Angebote. "Dazu stimmen wir uns eng mit dem Auswärtigen Amt ab."
Einrichtungen an drei Standorten betroffen
Alle Goethe-Institute in Russland werden laut einer Mitteilung des russischen Außenministeriums geschlossen, die Mitarbeiter müssen das Land bis spätestens 13. September verlassen. Dies betrifft dem Goethe-Institut zufolge zwei Mitarbeiter, die aus Deutschland entsandt wurden. Betroffen von der Schließung seien die Goethe-Institute in Moskau, Sankt Petersburg und Nowosibirsk.
"De facto heißt das: Kein Buch kann mehr in unseren Bibliotheken ausgeliehen, keine Fortbildung mehr angeboten werden. Deutschlehrkräfte verlieren eine wichtige Anlaufstelle für Qualifizierung und Unterstützung", sagte Zschoch. Für die Menschen in Russland werde der Zugang zu deutscher Sprache, Kultur und verlässlichen Informationen aus und über Deutschland damit noch weiter eingeschränkt.
Hintergrund sind die jüngsten Spannungen zwischen Berlin und Moskau. Die Bundesregierung macht Russland für den versuchten Anschlag mit einer Sprengstoffdrohne auf den Flughafen Leipzig/Halle verantwortlich. Sie hat in einem Sanktionskatalog gegen Moskau die Schließung des russischen Konsulats in Bonn und des Russland-Hauses in Berlin angekündigt. Russland bestreitet kategorisch, etwas mit der Drohne auf dem Flughafen zu tun zu haben, und schließt neben den Goethe-Instituten auch das deutsche Generalkonsulat in St. Petersburg bis zum 18. September.
