Mundmikrobiom, Zucker

Mundmikrobiom: Zucker schädigt den ganzen Körper

20.03.2026 - 00:00:34 | boerse-global.de

Neue Studien belegen, dass Zucker über Entzündungen im Mund den gesamten Körper schädigt. Das Fraunhofer-Spin-off PerioTrap erhält 2,9 Millionen Euro für eine schonende Therapie gegen Parodontitis-Erreger.

Mundmikrobiom: Zucker schädigt den ganzen Körper - Foto: über boerse-global.de
Mundmikrobiom: Zucker schädigt den ganzen Körper - Foto: über boerse-global.de

Zucker schädigt über die Mundflora die Gesundheit des gesamten Körpers. Das belegen neue Studien und Warnungen von Zahnmedizinern. Gleichzeitig sichert sich ein deutsches Biotech-Startup Millionen für eine schonende Therapie.

Zähneputzen allein reicht nicht

Die Deutsche Gesellschaft für Zahn-, Mund- und Kieferheilkunde (DGZMK) warnt eindringlich: Eine zuckerreiche Ernährung verändert das bakterielle Gleichgewicht im Mund – und das selbst bei gründlicher Hygiene. Zucker füttert demnach entzündungsfördernde Bakterien. Die Folge sind systemische Entzündungen, die weit über das Zahnfleisch hinausgehen.

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Historische Vergleiche zeigen das Ausmaß: Vor der Industrialisierung und dem Massenzucker war das Mundmikrobiom widerstandsfähiger. Selbst ohne moderne Zahnpasta traten weniger Entzündungen auf. Die Experten fordern daher, dass Prävention künftig zwingend eine Zuckerreduktion beinhalten muss.

Mundkeime schaden der Leber

Wie tiefgreifend die Folgen sind, belegt eine neue Übersichtsarbeit. Forscher verglichen die Mundflora von gesunden Menschen mit der von Patienten, die an Autoimmunerkrankungen der Leber leiden. Das Ergebnis: Bei den Erkrankten war die bakterielle Zusammensetzung signifikant verändert.

Die Studie stützt die These, dass eine gestörte Mundflora das Immunsystem chronisch aktiviert. Die Entzündungen können dann fernab des Mundes Schaden anrichten. Neben Leberleiden werden auch Zusammenhänge mit Diabetes, Herz-Kreislauf-Erkrankungen und neurologischen Beschwerden erforscht.

Millionen für sanfte Keimjagd

Die Erkenntnis treibt auch wirtschaftliche Innovationen an. Das Fraunhofer-Spin-off PerioTrap sicherte sich kürzlich 2,9 Millionen Euro frisches Kapital. Das Startup entwickelt einen selektiven Wirkstoff gegen Parodontitis-Erreger.

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Im Gegensatz zu Breitbandantibiotika soll die Therapie nur die schädlichen Bakterien bekämpfen. Die gesunde Mundflora bleibt intakt. Branchenbeobachter sehen darin eine wichtige Abkehr von der traditionellen „Keimtötung“ hin zu einem ökologischen Ansatz.

Paradigmenwechsel in der Medizin

Die aktuellen Entwicklungen markieren einen tiefen Wandel. Galt früher eine sterile Mundhöhle als Ideal, ist heute klar: Eine vielfältige Bakteriengemeinschaft ist essenziell für die Gesundheit. Dieser Schutzgedanke ähnelt der Forschung am Darmmikrobiom.

Für die Ernährung bedeutet das: Diäten werden künftig auch als Werkzeug zur Pflege des oralen Mikrobioms eingesetzt. Gesundheitsökonomen rechnen mit steigenden Investitionen in diesem Bereich, denn die Folgekosten chronischer Entzündungen belasten die Gesundheitssysteme weltweit.

Die Zukunft ist personalisiert

Was kommt auf uns zu? Die Finanzierungsrunde von PerioTrap zeigt das anhaltende wirtschaftliche Interesse. Parallel starten neue Studien, um den Einfluss des Lebensstils auf die Mundflora zu entschlüsseln.

Mediziner erwarten, dass personalisierte Mikrobiom-Analysen bald Praxisalltag werden könnten. Zahnärzte würden dann nicht nur Karies behandeln, sondern individuelle Bakterienprofile analysieren. Darauf abgestimmte Ernährungspläne oder pflegeprodukte könnten folgen. Der wichtigste Rat bleibt jedoch einfach: weniger Zucker.

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