Minijob-Grenze, Euro

Minijob-Grenze steigt auf 603 Euro – mit strengeren Regeln

12.03.2026 - 03:40:00 | boerse-global.de

Die Verdienstgrenze für Minijobs steigt auf 603 Euro, während verschärfte Melde- und Prognosepflichten für Arbeitgeber gelten. Millionen Geringverdiener sind betroffen.

Minijob-Grenze steigt auf 603 Euro – mit strengeren Regeln - Foto: über boerse-global.de
Minijob-Grenze steigt auf 603 Euro – mit strengeren Regeln - Foto: über boerse-global.de

Ab sofort gelten in Deutschland verschärfte Melde- und Kontrollpflichten für Minijobs. Grund ist die dynamische Kopplung an den neuen Mindestlohn von 13,90 Euro, der die Verdienstgrenze auf 603 Euro monatlich angehoben hat. Millionen Arbeitnehmer und ihre Arbeitgeber müssen sich auf ein komplexeres Regelwerk einstellen.

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Neue Grenzwerte für Minijobs und Midijobs

Seit dem 1. Januar 2026 gilt der neue gesetzliche Mindestlohn von 13,90 Euro. Da die Minijob-Grenze automatisch daran gekoppelt ist, stieg sie von 556 auf 603 Euro pro Monat. Bis zu dieser Schwelle bleiben Arbeitnehmer von Steuern und Sozialabgaben befreit.

Gleichzeitig verschob sich die sogenannte Gleitzone für Midijobs. Sie beginnt jetzt bei 603,01 Euro und reicht bis 2.000 Euro monatlich. In diesem Bereich steigen die Sozialabgaben stufenweise an. Ein entscheidender Vorteil: Midijobber sammeln trotz reduzierter Beiträge volle Rentenansprüche.

Strengere Einkommensprognose und Kontrollen

Die neuen Grenzen bringen verschärfte Berechnungsvorschriften mit sich. Die AOK veröffentlichte am 10. März klare Richtlinien: Arbeitgeber müssen zu Beginn eines Beschäftigungsverhältnisses eine vorausschauende Einkommensprognose erstellen. Der durchschnittliche Monatsverdienst darf in einem Zeitraum von zwölf Monaten die 603-Euro-Grenze nicht überschreiten.

Zwar sind kurzfristige Überschreitungen in bis zu zwei Monaten pro Jahr erlaubt. Doch die Jahresobergrenze liegt bei 8.442 Euro. Die Behörden warnen ausdrücklich davor, Vollzeitarbeit künstlich auf mehrere Monate zu strecken, um den Minijob-Status zu erhalten. Solche Praktiken werden bei Betriebsprüfungen aufgedeckt und führen zu Nachzahlungen sowie Strafen.

Sofortmeldepflicht jetzt für neue Branchen

Parallel verschärft sich die Meldeplicht. Die Minijob-Zentrale hat die Liste der betroffenen Branchen aktualisiert. Unternehmen in bestimmten, als anfällig für illegale Arbeit geltenden Sektoren müssen ihre Minijobber nun vor Arbeitsantritt bei der Deutschen Rentenversicherung anmelden – per Sofortmeldung.

Neu von dieser Pflicht befreit sind Forst- und Fleischerbetriebe. Dafür kommen jetzt plattformbasierte Lieferdienste sowie der Friseur- und Kosmetikbereich hinzu. Wer die Meldung versäumt, begeht eine Ordnungswidrigkeit. Die zentrale Speicherung erleichtert den Prüfers die Kontrolle erheblich.

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Millionen Geringverdiener betroffen

Die Anpassungen betreffen einen riesigen Teil des Arbeitsmarktes. Daten des Statistischen Bundesamtes zeigen: Rund 7,7 Millionen Arbeitnehmer – 19,3 Prozent aller Beschäftigten – verdienen weniger als 15 Euro brutto pro Stunde. Besonders betroffen ist die Gastronomie mit etwa 1,1 Millionen Niedriglohnstellen.

Die Kopplung der Minijob-Grenze an den Mindestlohn soll Stabilität bringen. Bei 13,90 Euro pro Stunde können Minijobber mit rund 43 Stunden im Monat die neue Grenze erreichen, ohne ihre Arbeitszeit reduzieren zu müssen. Ohne diese dynamische Anpassung wären viele unfreiwillig in die sozialversicherungspflichtige Beschäftigung gerutscht – mit potenziellen Personallücken im Einzelhandel oder der Gastronomie als Folge.

Vorschau auf 2027: Nächste Anhebung steht bevor

Die Entwicklung ist noch nicht abgeschlossen. Die Bundesregierung hat bereits die nächste Mindestlohnerhöhung auf 14,60 Euro zum 1. Januar 2027 beschlossen. Das wird die Minijob-Grenze voraussichtlich auf etwa 633 Euro anheben.

Wirtschaftsverbände raten Unternehmen daher dringend, ihre Zeiterfassungs- und Lohnabrechnungssysteme zu überprüfen und zu automatisieren. Angesichts der strengeren Prognosepflicht und erweiterten Melderegeln müssen Arbeitgeber ihre Teilzeitkräfte aktiv managen. Experten rechnen für 2026 mit einer erhöhten Anzahl von Betriebsprüfungen.

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