Mietpreisbremse, Kraft

Mietpreisbremse bleibt bis Ende 2029 in Kraft

07.02.2026 - 23:45:12

Der Bundestag hat die umstrittene Mietpreisbremse bis Ende 2029 verlängert. Während Mieterverbände dies begrüßen, kritisieren Eigentümer die Bremse als wirkungslos und investitionshemmend.

Die umstrittene Mietpreisbremse gilt nun vier Jahre länger. Der Bundestag verlängerte das zentrale Mietrecht-Instrument Mitte 2025 bis Ende 2029. Die Regelung soll Mieter in Ballungszentren vor explodierenden Kosten schützen – doch der Streit über ihre Wirksamkeit tobt weiter.

Was die Verlängerung bedeutet

Die Gesetzesgrundlage bleibt unverändert: Bundesländer können weiter Gebiete mit angespanntem Wohnungsmarkt ausweisen. Dort darf die Miete bei einer Neuvermietung die ortsübliche Vergleichsmiete nur noch um maximal zehn Prozent übersteigen.

Wichtige Ausnahmen gelten weiterhin für:
* Neubauwohnungen, die erstmals nach dem 1. Oktober 2014 vermietet werden
* Wohnungen nach einer umfassenden Modernisierung

Die Verlängerung war notwendig, da die bisherige Regelung Ende 2025 ausgelaufen wäre. Sie setzt eine Kernforderung von Mieterverbänden und Teilen der Ampel-Koalition um.

Ein Gesetz, zwei Lager

Die Debatte spaltet Politik und Gesellschaft. Der Deutsche Mieterbund (DMB) begrüßte die Entscheidung als „dringend notwendig“. Gleichzeitig fordert der Verband schärfere Regeln gegen Umgehungen, etwa bei möblierten Wohnungen oder Indexmieten. In Metropolen boomen genau diese Angebote.

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Eigentümerverbände wie Haus & Grund halten dagegen: Die Bremse sei wirkungslos und verschärfe die Krise, weil sie Investitionen in Neubau und Sanierung abwürgt. Studien zur tatsächlichen Wirkung des Instruments liefern ein uneinheitliches Bild. Interessant: Eine aktuelle Umfrage zeigt, dass eine Mehrheit der Deutschen – inklusive vieler Vermieter – die Bremse befürwortet, aber gleichzeitig um die Investitionslust fürchtet.

Wohnungsmarkt unter Druck

Die grundlegenden Probleme bleiben trotz der Regulierung bestehen. Der deutsche Wohnungsmarkt leidet Anfang 2026 weiter unter einem massiven Ungleichgewicht. Bezahlbarer Wohnraum in Metropolen ist knapp, die Nachfrage übersteigt das Angebot bei Weitem.

Die Folgen sind spürbar: Die Medianmieten stiegen 2025 um rund fünf Prozent und erreichten vielerorts neue Rekorde. Experten sehen die Lösung nicht in der Preisdämpfung, sondern im Neubau. Doch hohe Baukosten, lange Genehmigungsverfahren und restriktive Kreditvergabepraxis bremsen die Bautätigkeit aus. Leichte Anstiege bei den Baugenehmigungen reichen bei Weitem nicht aus.

Symptombekämpfung statt Heilung?

Die Mietpreisbremse ist von Anfang an als temporäre Lösung gedacht. Eingeführt 2015, wurde sie nun mehrfach verlängert – ein Zeichen für die anhaltende Dringlichkeit des Themas. Befürworter argumentieren, sie schütze die soziale Mischung in den Städten und gewinne Zeit, bis Neubauprojekte wirken.

Kritiker halten dagegen: Der Eingriff in den Markt habe unerwünschte Nebenwirkungen. Vermieter könnten Wohnungen lieber verkaufen oder selbst nutzen, anstatt sie zu vermieten. Modernisierungen würden unattraktiv. Unbestritten ist: Das Gesetz bekämpft nur das Symptom, nicht die Ursache der Wohnungsknappheit.

Was kommt nach 2029?

Mit der Verlängerung hat die Politik Zeit erkauft. Die Diskussion über die Zeit danach läuft bereits. Im Fokus stehen jetzt Maßnahmen, die das Angebot erhöhen:
* Beschleunigung von Baugenehmigungen
* Senkung der explodierten Baukosten
* Bereitstellung von mehr Bauland

Eine regierungseigene Expertengruppe soll bis Ende 2026 Vorschläge für eine Reform des Mietrechts erarbeiten. Klar ist: Ohne einen massiven Zuwachs an neuen Wohnungen wird der Druck auf die Mieten auch über 2029 hinaus hoch bleiben. Die Suche nach einem Konsens zwischen Mieterschutz und Investitionsanreizen geht in die nächste Runde.

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