Meta Aktie: Gericht erlaubt Kündigungen ab 22. Juli
Veröffentlicht am: 18.07.2026 um 17:25 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Ein Bundesrichter hat den Antrag von 26 ehemaligen Meta-Mitarbeitern abgelehnt, ihre bevorstehende Kündigung per Eilverfahren zu stoppen. Die Kläger hatten Meta vorgeworfen, KI-gestützte Tools hätten sie wegen Behinderungen oder medizinischer Auszeiten gezielt für den Stellenabbau ausgewählt. Nun kann der Konzern die Entlassungen wie geplant ab dem 22. Juli umsetzen.
Richter William Orrick vom Bezirksgericht in Oakland begründete seine Entscheidung am Freitag schriftlich. Die Kläger hätten keinen „irreparablen Schaden" nachweisen können, der eine einstweilige Verfügung rechtfertigen würde. Die eigentlichen Vorwürfe – Metas KI-Systeme hätten Produktivität und Token-Nutzung so gemessen, dass Mitarbeiter mit geschütztem Urlaub benachteiligt wurden – landen nun vor einem privaten Schiedsgericht. Meta weist jedes Fehlverhalten zurück und betont, menschliche Entscheidungen hätten hinter den Kündigungen gestanden.
Stellenabbau als Teil der KI-Strategie
Der Rechtsstreit fällt in eine Phase, in der Meta seine Ressourcen massiv auf künstliche Intelligenz umlenkt. Im Mai hatte der Konzern fast 8.000 Beschäftigten gekündigt – rund zehn Prozent der globalen Belegschaft. Der Schritt soll Kapazitäten für den Ausbau der KI-Infrastruktur und der Rechenzentren freisetzen.
Für dieses Vorhaben hat Meta kürzlich Dave Brown abgeworben, einen leitenden Manager von Amazon Web Services. Der Konzern plant zudem, ab September seinen eigenen KI-Chip namens „Iris" zu fertigen. Partner sind Broadcom und Taiwan Semiconductor. Ziel ist es, die Abhängigkeit von externen GPU-Lieferanten zu verringern.
Kursreaktion trotz Gerichtsentscheidung
Die Meta-Aktie schloss am Freitag bei 565,10 Euro und verlor damit 2,67 Prozent. Ein breiter Ausverkauf im Technologiesektor belastete das Papier zusätzlich. Auf Wochensicht steht ein Minus von 3,62 Prozent zu Buche – auf 30-Tage-Sicht bleibt dennoch ein Plus von 14,53 Prozent.
Der Kursrückgang lässt sich damit kaum allein auf den Rechtsstreit zurückführen. Vielmehr trifft die branchenweite Schwäche auf einen Konzern, der parallel neue Erlösquellen sucht: Meta prüft, überschüssige Rechenkapazität seiner Data Center zu vermieten und so die Werbeeinnahmen als Haupteinnahmequelle zu ergänzen.
Die nächste konkrete Wegmarke folgt am 29. Juli. Dann legt Meta die Quartalszahlen für das zweite Quartal 2026 vor – ein Termin, der zeigen dürfte, wie weit die milliardenschweren KI-Investitionen bereits Früchte tragen.
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