Mercedes-Benz, Betriebsrat

Mercedes-Benz: Betriebsrat warnt vor „angespanntem“ Betriebsklima

01.03.2026 - 14:40:41 | boerse-global.de

Angesichts stark gesunkener Gewinne wächst bei Mercedes-Benz die Sorge vor weiteren Sparmaßnahmen. Der Betriebsratsvorsitzende fordert mehr Transparenz und Sicherheit für die deutschen Standorte.

Mercedes-Benz: Betriebsrat warnt vor „angespanntem“ Betriebsklima - Foto: über boerse-global.de
Mercedes-Benz: Betriebsrat warnt vor „angespanntem“ Betriebsklima - Foto: über boerse-global.de

Der Gesamtbetriebsratsvorsitzende von Mercedes-Benz, Ergun Lümali, warnt vor wachsender Verunsicherung in der Belegschaft. Angesichts sinkender Gewinne und eines harten globalen Wettbewerbs fordert er die Konzernspitze zu mehr Transparenz und klaren Zusagen für die deutschen Standorte auf.

Sorgen vor weiteren Sparrunden wachsen

Die Stimmung in den Werken ist angespannt. Das bestätigt Betriebsratschef Ergun Lümali in einer aktuellen Stellungnahme. Grund sind die schwachen Geschäftszahlen des DAX-Konzerns. Nach einem deutlichen Gewinnrückgang 2024 brach der Profit im vergangenen Jahr laut Berichten um fast die Hälfte ein. Für die Beschäftigten ist klar: Solche Zahlen erhöhen den Druck zu weiteren Einsparungen.

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Lümali, der auch den Betriebsrat am Stammwerk Sindelfingen leitet, versteht zwar den Effizienzdruck. Doch er warnt das Management vor übereilten Entscheidungen „mit der Brechstange“. Diese könnten die Zukunftsfähigkeit der Standorte gefährden. Stattdessen fordert er „Transparenz, klare Zielbilder und verbindliche Abstimmungen“.

Globaler Wettbewerb verschärft den Druck

Die internen Probleme werden durch äußere Faktoren verstärkt. Lümali verweist auf wirtschaftliche Angriffe und Handelsbarrieren, vor allem aus China und den USA. „Als stark exportabhängiger Standort spüren wir das unmittelbar“, so der Betriebsratsvorsitzende.

Der tiefgreifende Wandel zur Elektromobilität und neue Wettbewerber aus Asien und Nordamerika setzen den Traditionshersteller zusätzlich unter Druck. Als Reaktion darauf läuft seit Anfang 2025 das umfassende Sparprogramm „Next Level Performance“. Über dessen Ausgestaltung wird noch verhandelt.

Klare Strategie für Sindelfingen und Co. gefordert

Die zentrale Forderung des Betriebsrats ist eine verlässliche Perspektive für die deutschen Werke. Zwar sind betriebsbedingte Kündigungen durch eine Beschäftigungssicherungsvereinbarung weitgehend ausgeschlossen. Personal wird vorrangig durch freiwillige Abfindungen abgebaut.

Dennoch sorgt die Ungewissheit über die künftige Auslastung für Unruhe. Das betrifft besonders Schlüsselstandorte wie Sindelfingen. Dort werden die Luxuslimousinen der S-Klasse gefertigt und über 30.000 Menschen beschäftigt. Der Betriebsrat pocht darauf, dass Effizienz nicht auf Kosten der Innovationskraft gehen darf.

Sozialpartnerschaft vor Bewährungsprobe

Die öffentliche Intervention Lümalis markiert den Start in ein konfliktreiches Jahr. Die anstehenden Betriebsratswahlen werden die Machtverhältnisse neu justieren. Sie könnten den Ton für die weiteren Verhandlungen über Sparmaßnahmen vorgeben.

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Für Vorstandschef Ola Källenius wird es zur Gratwanderung: Er muss die notwendigen Kostensenkungen durchsetzen, ohne die hochqualifizierte Stammbelegschaft zu verlieren. Gelingt das nicht, droht der Konzern in der entscheidenden Transformationsphase zusätzlich geschwächt zu werden. Die geforderte verbindliche Einbindung des Betriebsrats könnte hier der Schlüssel zum Erfolg sein.

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