Licht, Stoff, Gänsehaut: Warum Kimsooja gerade alle Kunst-Fans triggert
30.01.2026 - 22:37:25Alle reden über Kunst, die knallt – aber wann hast du das letzte Mal etwas gesehen, das dich wirklich runterholt?
Die koreanische Künstlerin Kimsooja ist das komplette Gegenprogramm zum grellen Kunst-Zirkus: kein Schock, kein Trash – sondern Slow Art mit Tiefgang. Stoffballen, Spiegelräume, Neon-Licht, dazu eine krasse persönliche Story zwischen Korea, New York und der ganzen Welt.
Und genau diese Mischung aus meditativer Ruhe und visuellem Wow-Effekt macht sie gerade zum heimlichen Kunst-Hype für alle, die genug von lauten Provokationen haben – aber trotzdem Bilder für Insta & Co. wollen.
Das Netz staunt: Kimsooja auf TikTok & Co.
Wenn du auf immersive Räume, Spiegelungen und Farbverläufe stehst, ist Kimsooja basically dein neuer Safe Space.
Sie arbeitet mit Textilien, Licht, Sound und Architektur. Oft stehst du in einem Raum, der komplett im Farbnebel glüht – alles weich, alles langsam, alles wie ein einziger Atemzug. Perfekt für Reels und Stories, aber ohne diesen "Ich mach das nur für Likes"-Vibe.
Vor allem ihre Installationen mit Neon-Licht und gespannten Fäden, ihre berühmten Bottari (in Stoff eingewickelte Bündel) und die Videos, in denen sie einfach still im Chaos der Großstadt steht, gehen immer wieder durch Feeds und Dokus.
Willst du die Kunstwerke in Action sehen? Hier geht's zum Hype:
Auf Social Media wird sie oft als "Zen-Queen der Installationskunst" gefeiert: meditative Videos, ruhige Kamerafahrten, kaum Text – einfach gucken, runterkommen, speichern.
Meisterwerke & Skandale: Das musst du kennen
Skandale? Eher nicht. Kimsooja spielt lieber mit Stille und Empathie als mit Shitstorms. Aber ein paar ihrer Arbeiten musst du unbedingt kennen, wenn du bei Gesprächen über Contemporary Art mitreden willst:
- „Bottari“ – die legendären Stoff-Bündel
Das sind in bunte koreanische Decken eingewickelte Bündel, oft mit Kleidung oder Alltagsgegenständen. Sie sehen mega fotogen aus – wie skulpturale Pop-Objekte – stehen aber für Migration, Erinnerung und Identität. Diese Bottari tauchen in Installationen, Performances und Fotoserien auf und sind so etwas wie ihre persönliche Signature. - „A Needle Woman“ – sie steht, die Welt rast
Eine ihrer berühmtesten Video-Performances: Kimsooja steht mit dem Rücken zur Kamera mitten in Mega-Städten, während die Menschenmassen um sie herumströmen. Kein Drama, keine Pose – nur eine Person in völliger Ruhe im Strom der Welt. Das wirkt gleichzeitig extrem simpel und emotional brutal ehrlich. Genau dieses Bild hat sich in der globalen Kunstszene eingebrannt. - „To Breathe“ – Räume, die dich verschlucken
Mit dieser Werkreihe verwandelt sie ganze Räume in atmosphärische Licht- und Spiegelwelten. Oft arbeitet sie mit dünnen Farbfilmen auf Fenstern, die das Tageslicht in Spektralfarben zerlegen, dazu Sound oder ihr eigener Atem. In Kirchen, Museen oder Pavillons entstehen so Spaces, die wie ein Mix aus Kathedrale und Instagram-Filter wirken – nur eben echt und live.
Statt lauter Provokation liefert sie ruhigen Druck: Themen wie Flucht, Heimat, Körper, Arbeit – aber in einer Form, die sich erst über Zeit entfaltet. Für viele Kurator:innen ist das mittlerweile Must-Have im Programm, wenn es um ernsthafte, aber zugängliche Gegenwartskunst geht.
Rekord-Preise: So viel ist die Kunst wert
Und jetzt zur Geldfrage: Lohnt sich Kimsooja als Investment?
Auf dem Auktionsmarkt ist sie klar im etablierten Segment, aber (noch) nicht im wilden Millionen-Hammer-Spektrum wie die ganz großen Mega-Stars. Ihre Werke tauchen immer wieder bei internationalen Auktionen auf – vor allem Fotografien, Video-Editionen und Arbeiten rund um die Bottari-Motivik.
Die öffentlich dokumentierten Rekordpreise liegen im Bereich von mittleren bis hohen fünfstelligen Beträgen, teilweise knapp in den sechsstelligen Bereich, je nach Medium, Größe und Jahr. Großformatige Arbeiten, komplexe Installationswerke oder ikonische „A Needle Woman“-Stücke sind dabei am gefragtesten.
Wichtig: Im Vergleich zu überhypten Newcomern gilt Kimsooja bei vielen Sammler:innen als stabile Position: seit Jahrzehnten präsent, museal verankert, international gezeigt. Also eher intelligente Langzeit-Position als schnelles Flip-Objekt.
Historisch gehört sie zu den wichtigsten Stimmen der koreanischen Gegenwartskunst, mit Themen wie Exil, Weiblichkeit, Körper als Nadel, die Kulturen verbindet. Sie war schon in großen Biennalen (u. a. Venedig) vertreten und hat weltweit in renommierten Museen ausgestellt – das ist genau die Vita, die langfristig Marktvertrauen gibt.
Live erleben: Hier kannst du die Kunst sehen
Du willst nicht nur swipen, sondern wirklich im Licht stehen, den Raum spüren, den Sound hören? Absolut verständlich – Kimsooja funktioniert live zehnmal stärker als auf dem Screen.
Aktuell sind im Netz nur begrenzte, wechselnde Infos zu laufenden oder kommenden Ausstellungen gebündelt – viele Häuser updaten ihre Programme laufend. Aktuell keine Ausstellungen bekannt, die verlässlich langfristig planbar wären und öffentlich klar kommuniziert sind.
Für den realen Ausstellungs-Check lohnt sich deshalb immer ein Blick auf die Seiten der beteiligten Player:
- Offizielle Seite von Kimsooja
Hier findest du oft Hinweise zu Projekten, vergangenen Shows, Katalogen und manchmal Hinweise auf neue Kooperationen. - Galerie Axel Vervoordt
Die Galerie vertritt Kimsooja und zeigt regelmäßig Werke, teils im Rahmen von Ausstellungen, teils als Viewing Rooms. Wenn du sammeln willst, ist das eine der ersten Adressen.
Tipp: Viele Institutionen, die mit ihr gearbeitet haben, lassen ihre Installationen in Form von Dokus, Making-ofs oder 360°-Rundgängen online. Also ruhig mal gezielt Museen und Biennalen durchgoogeln, die ihren Namen im Programm hatten.
Fazit: Hype gerechtfertigt?
Wenn du nur auf laute Skandale, Schockbilder oder Spekulations-Raketen im Auktionshaus stehst, wird Kimsooja dich wahrscheinlich nicht komplett abholen.
Aber wenn du auf ruhige, intelligente, sinnliche Kunst stehst, die man fühlen muss statt nur zu posten – dann ist sie ein absolutes Must-See. Ihre Arbeit verbindet Hardcore-Themen wie Flucht, Identität und Körper mit einer Ästhetik, die sich problemlos im eigenen Feed wiederfindet, aber viel mehr ist als nur ein hübscher Hintergrund.
Sammler:innen sehen in ihr eine langfristig relevante Position: museal anerkannt, international präsentiert, mit klarer Handschrift. Keine schnelle Spekulations-Blase, sondern Slow-Burn-Star, der mit jedem Jahr wichtiger wird.
Für die TikTok-Generation heißt das: Hier triffst du auf Kunst, die gleichzeitig meditativ, politisch und extrem fotogen ist. Und die Frage, die du dir stellen kannst, wenn du vor einem ihrer Werke stehst: Bleibe ich hier wirklich mal zwei Minuten stehen – oder scrolle ich weiter?


