Lauterbach: Fleisch kann vor Demenz schützen
05.04.2026 - 04:40:11 | boerse-global.deDer ehemalige Gesundheitsminister Karl Lauterbach fordert ein Umdenken in der Demenzprävention. Grund ist eine neue Studie, die Fleischkonsum für Risikogruppen empfiehlt. Das widerspricht bisherigen Ernährungsleitlinien.
Lauterbach verwies in einem Interview auf überzeugende Daten des schwedischen Karolinska Instituts. Demnach können Menschen mit einer bestimmten genetischen Veranlagung ihr Alzheimer-Risiko durch Fleischverzehr mehr als halbieren. Der SPD-Politiker, selbst Vegetarier, sprach von einer „grundlegenden“ Wende.
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Studie: Nur bestimmte Gene profitieren
Die Langzeitstudie mit über 2.100 Teilnehmern zeigt einen klaren Effekt – aber nur für eine Gruppe. Personen mit den Genvarianten APOE 3/4 oder 4/4 erlebten einen langsameren kognitiven Abbau, wenn sie viel unverarbeitetes Fleisch aßen. Bei allen anderen gab es keinen Vorteil.
„Pauschale Ernährungsempfehlungen könnten für diese Gruppe unvorteilhaft sein“, sagte Studienleiter Jakob Norgren. Die Ergebnisse unterstreichen den Trend zur personalisierten Medizin: Was für den einen gesund ist, muss es für den anderen nicht sein.
Das evolutionäre Erbe im Essen
Warum hilft Fleisch gerade dieser Gruppe? Die Forscher haben eine Theorie. Die Risiko-Genvariante APOE4 ist die älteste Form. Sie entstand, als sich Menschen vorwiegend von tierischer Nahrung ernährten. Der Stoffwechsel von Trägern dieses Gens könnte daher noch immer auf Fleisch optimiert sein.
Das Gehirn benötigt bestimmte Fette und Proteine für Reparaturprozesse. Bei APOE4-Trägern könnte ein Mangel an genau diesen Nährstoffen den geistigen Verfall beschleunigen. Hochwertiges, unverarbeitetes Fleisch liefert sie.
Achtung: Verarbeitetes Fleisch bleibt riskant
Die positive Botschaft hat einen großen Haken. Sie gilt ausschließlich für unverarbeitetes Fleisch wie Steak oder Geflügel. Verarbeitete Produkte wie Wurst, Speck und Salami erhöhen das Demenzrisiko weiterhin – und zwar für alle, unabhängig von den Genen.
„Ein geringerer Anteil an verarbeitetem Fleisch korreliert generell mit einem niedrigeren Risiko“, betonte Co-Autorin Sara Garcia-Ptacek. Die Currywurst ist also kein Präventionsmittel, sondern bleibt ein Gesundheitsrisiko.
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Kommt jetzt die Gen-Diät?
Die Studie stellt die öffentliche Gesundheitsberatung vor Herausforderungen. Sollte künftig ein Gentest entscheiden, was auf den Teller kommt? Lauterbach sieht darin eine Chance für maßgeschneiderte Vorsorge. Die genetische Vorbelastung lasse sich leicht testen.
Kritiker mahnen zur Vorsicht. Beobachtungsstudien wie diese beweisen keine Ursache-Wirkung-Beziehung. Sozioökonomische Faktoren, die mit dem Konsum von hochwertigem Fleisch einhergehen, könnten die Ergebnisse verzerren. Weitere Forschung ist nötig.
Dennoch markiert die Veröffentlichung einen Wendepunkt. Sie zeigt: Die eine perfekte Ernährung für alle gibt es nicht. Für etwa ein Viertel der Bevölkerung könnte der Verzicht auf Fleisch sogar nachteilig sein. Die Ära der personalisierten Prävention hat begonnen.
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