Kraftstoffpreise: Bundestag beschließt Preisdämpfung nach Diesel-Rekord
31.03.2026 - 08:20:14 | boerse-global.de
Die Spritpreise in Deutschland klettern auf Rekordniveau – die Bundesregierung reagiert nun mit einem neuen Gesetzespaket. Es soll mehr Transparenz schaffen und hektische Preissprünge eindämmen.
Deutsche Autofahrer zahlen so viel wie seit dem Höchststand 2022 nicht mehr. Besonders Diesel erreichte Ende März 2026 mit bis zu 2,30 Euro pro Liter fast wieder das Allzeithoch. Auch Super E10 kostete über 2,07 Euro. Verantwortlich sind der eskalierende Nahost-Konflikt, der den Ölpreis in die Höhe treibt, und die Struktur des heimischen Marktes. Wenige große Konzerne geben Preiserhöhungen hierzulande schneller weiter als im EU-Durchschnitt.
Während die Spritpreise steigen, belasten auch die Kosten für den Firmenwagen das Budget von Selbstständigen und Angestellten immer stärker. Mit diesem kostenlosen Tool finden Sie in unter 3 Minuten heraus, ob die Fahrtenbuch-Methode oder die 1%-Regelung für Sie die günstigere Versteuerung bietet. In 3 Minuten herausfinden, wie Sie Ihren Firmenwagen günstiger versteuern
Das „Österreich-Modell“: Nur eine Preiserhöhung pro Tag
Als Antwort hat der Bundestag am 26. März das „Kraftstoffpreisanpassungsgesetz“ beschlossen. Der Bundesrat muss noch zustimmen. Kernstück ist die Einführung des sogenannten „Österreich-Modells“. Es erlaubt Tankstellenbetreibern künftig nur noch eine Preiserhöhung pro Tag – und die ausschließlich um 12 Uhr mittags. Senkungen sind dagegen jederzeit möglich.
Ziel ist mehr Transparenz und Planbarkeit für Verbraucher. Bisher waren teils dutzende Änderungen am Tag üblich. Wer gegen die neue Regel verstößt, dem drohen Bußgelder von bis zu 100.000 Euro. Die Maßnahme ist zunächst auf ein Jahr befristet und wird dann evaluiert. Sie soll noch vor Ostern in Kraft treten.
Kartellamt bekommt schärfere Waffen
Ein weiterer Pfeiler des Pakets ist die Stärkung des Bundeskartellamtes. Die Behörde soll einfacher gegen marktbeherrschende Mineralölkonzerne vorgehen können. Bei stark steigenden Preisen kehrt sich sogar die Beweislast um: Die Unternehmen müssen dann nachweisen, dass ihre Erhöhungen sachlich gerechtfertigt sind.
Parallel dazu wirkt sich die CO2-Bepreisung weiter auf die Preise aus. Seit 2026 bewegt sie sich in einem Korridor zwischen 55 und 65 Euro pro Tonne. Bei einem Mittelwert von 60 Euro schlagen allein dadurch etwa 17 Cent pro Liter Benzin und 19 Cent pro Liter Diesel zu Buche. Der geplante Übergang in den europäischen Emissionshandel ETS II wurde auf 2028 verschoben.
Nicht nur an der Zapfsäule, sondern auch bei der steuerlichen Abrechnung von Fahrtkosten verschenken viele Autofahrer regelmäßig Geld. Ein kostenloser Excel-Rechner vergleicht für Sie automatisch die verschiedenen Versteuerungsmethoden und zeigt Ihnen sofort Ihr individuelles Sparpotenzial auf. Kostenloses Tool zur Firmenwagen-Optimierung herunterladen
Experten skeptisch, Kritiker fordern mehr
Die Reaktionen auf das Paket fallen durchwachsen aus. Die Regierung verspricht sich Entlastung für Pendler und Unternehmen. Doch Ökonomen wie Justus Haucap sind skeptisch: Die Maßnahmen greifen nicht an der Wurzel des Problems. Die hohen Preise resultieren vor allem aus dem globalen Ölpreis, Steuern und der CO2-Abgabe – nicht aus den täglichen Preissprüngen.
Kritiker fordern daher weitergehende Schritte: eine höhere Pendlerpauschale, eine Senkung der Energiesteuer oder eine Übergewinnsteuer für Mineralölkonzerne. Sozialverbände drängen zudem auf massive Investitionen in den öffentlichen Nah- und Fernverkehr, um unabhängiger vom Auto zu werden.
Was ändert sich für Verbraucher?
Ab dem 1. April 2026 könnte sich das Tankverhalten grundlegend ändern. Der günstigste Zeitpunkt zum Tanken liegt dann vermutlich kurz vor 12 Uhr mittags – nicht mehr am Abend. Doch bleibt die grundsätzliche Belastung hoch.
Die Wirksamkeit der neuen Regeln wird genau beobachtet. Sollten die Preise auf dem untragbaren Niveau verharren oder der Nahost-Konflikt weiter eskalieren, dürfte die Diskussion um weitere Entlastungen schnell wieder aufflammen. Für Millionen Deutsche bleibt die Fahrt zur Arbeit ein kostspieliges Unterfangen.
So schätzen die Börsenprofis Aktien ein!
Für. Immer. Kostenlos.

