Koalition, Tabaksteuer-Erhöhung

Koalition plant drastische Tabaksteuer-Erhöhung

30.01.2026 - 03:35:12

Die Koalition erwägt einen Aufschlag von bis zu zwei Euro pro Zigarettenschachtel, um die Finanzierungslücke der Krankenkassen zu schließen und Medikamente zu verbilligen.

Die Ampel-Koalition erwägt eine massive Tabaksteuer-Erhöhung, um die klammen Krankenkassen zu stabilisieren. Der Preis für eine Schachtel Zigaretten könnte um bis zu zwei Euro steigen. Hintergrund ist eine drohende Milliardenlücke in der gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) für 2027.

Konkret fordert der CSU-Gesundheitspolitiker Hans Theiss, die Mehreinnahmen aus der Steuer zweckzubinden: Sie sollen genutzt werden, um die Mehrwertsteuer auf verschreibungspflichtige Medikamente von 19 auf 7 Prozent zu senken. Diese Entlastung für die Kassen wird auf bis zu sieben Milliarden Euro jährlich geschätzt. „Eine Preiserhöhung von zwei Euro pro Packung würde reichen, um das gegenfinanzieren“, so Theiss. Bundesgesundheitsministerin Nina Warken (CDU) warnt bereits vor einer zweistelligen Milliardenlücke im kommenden Jahr.

Gesundheitsschutz und gigantische Folgekosten

Die Forderung nach höheren Steuern wird auch mit massiven volkswirtschaftlichen Kosten begründet. Der Bundesdrogenbeauftragte Hendrik Streeck (CDU) verweist auf direkte Gesundheitskosten von über 30 Milliarden Euro jährlich. Die gesamtwirtschaftlichen Folgekosten durch Produktionsausfälle und Frühverrentung belaufen sich sogar auf fast 70 Milliarden Euro. Rund 131.000 Todesfälle pro Jahr sind auf das Rauchen zurückzuführen.

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Eine drastische Preiserhöhung gilt als wirksames Mittel, um insbesondere Jugendliche vom Rauchen abzuhalten. Die Hemmschwelle für den Einstieg steigt mit dem Preis spürbar. Doch kann eine solche Steuer auch die Schwarzmärkte beleben?

Neue Dynamik trotz bestehender Pläne

Die Debatte entfacht, obwohl erst zum 1. Januar 2026 die letzte Stufe des Tabaksteuermodernisierungsgesetzes in Kraft trat. Dieses sah moderate, stufenweise Erhöhungen vor und bezog erstmals auch E-Zigaretten und Tabakerhitzer ein. Die Einnahmen für 2026 wurden auf 3,5 Milliarden Euro taxiert.

Der nun diskutierte Aufschlag von zwei Euro pro Schachtel würde diese Pläne jedoch bei weitem übertrumpfen. Er markierte einen radikalen Neuanfang in der deutschen Tabakbesteuerung. Im Koalitionsvertrag ist zwar eine Fortschreibung der Steuererhöhungen über 2026 hinaus vorgesehen – aber in welcher Höhe?

Illegale Märkte als Schattenseite?

Kritiker warnen vor unerwünschten Nebeneffekten. Eine sprunghafte Verteuerung könnte den Schmuggel und den Verkauf illegaler Zigaretten aus dem Ausland befeuern. Der deutsche Tabakmarkt ist bislang stabil; 2025 lag der Steuerzeichenbezug bei 66,4 Milliarden Zigaretten.

Allerdings verzerren grenznahe Verkäufe an Käufer aus Hochpreisländern wie Frankreich oder den Niederlanden die Statistik. Würde die Preislücke weiter wachsen, könnte der legale Absatz in Deutschland einbrechen – während die Schattenwirtschaft floriert. Eine schwierige Abwägung für die Politik.

Was kommt jetzt auf die Raucher zu?

Ein konkreter Gesetzesentwurf liegt noch nicht vor. Die Diskussion ist zunächst auf die Koalitionsgremien beschränkt. Entscheidend werden die Ergebnisse einer eingesetzten Expertenkommission zur GKV-Finanzierung sein, die bis März Vorschläge vorlegen soll.

Die Haushaltsverhandlungen für 2027 werden den finalen Rahmen setzen. Sollte sich die Koalition auf den Zwei-Euro-Aufschlag einigen, würde Rauchen in Deutschland schlagartig deutlich teurer. Eine Maßnahme, die an der Kasse wehtut – aber vielleicht auch Leben rettet.

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