Kindle öffnet sich: Amazon erlaubt DRM-freie E-Book-Downloads
24.01.2026 - 17:31:13Amazon beendet sein strenges Format-Diktat und ermöglicht erstmals den Download gekaufter Kindle-Bücher als EPUB und PDF. Ein strategischer Schwenk mit weitreichenden Folgen für den gesamten E-Book-Markt.
Seit dieser Woche können Kunden ausgewählte Kindle-E-Books als DRM-freie EPUB- oder PDF-Dateien herunterladen. Diese Öffnung des lange abgeschotteten Amazon-Ökosystems markiert eine Zeitenwende für den digitalen Buchmarkt. Nutzer sind nicht länger an Kindle-Reader oder die Kindle-App gebunden, sondern können ihre gekauften Titel legal auf Geräte von Konkurrenten wie Kobo oder PocketBook übertragen.
Vom Käfig in die Freiheit: So funktioniert die neue Option
Die Funktion ist seit dem 20. Januar aktiv, erfordert aber das Mitwirken der Rechteinhaber. Autoren und Verlage müssen in ihrem Kindle Direct Publishing (KDP)-Dashboard manuell festlegen, dass ihre Titel DRM-frei und herunterladbar sein sollen. Für Kunden erscheint dann bei freigegebenen Büchern in der Bibliotheksverwaltung unter „Weitere Aktionen“ die Option „EPUB herunterladen“ oder „PDF herunterladen“.
Die Dateien sind wassermarken-geschützt, aber nicht verschlüsselt. Ein legaler Kauf bei Amazon kann somit direkt per USB auf jedes andere Lesegerät kopiert werden – ein enormer Fortschritt für die digitale Besitzerschaft. Bislang war der „Send to Kindle“-Dienst die einzige, oft umständliche Brücke zwischen den Formaten.
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Strategie oder Zwang? Die Motive hinter der Öffnung
Warum öffnet sich der Marktführer jetzt? Branchenbeobachter vermuten starken regulatorischen Druck als Grund. Die Zeitlinie fällt mit der verschärften Durchsetzung des Digital Markets Act (DMA) der Europäischen Union zusammen. Dieses Gesetz verpflichtet „Gatekeeper“-Plattformen wie Amazon zu mehr Interoperabilität.
Indem Amazon freiwillig DRM-freie Downloads anbietet, könnte es versuchen, weiteren kartellrechtlichen Prüfungen zuvorzukommen. Gleichzeitig entzieht der Konzern Konkurrenten wie Kobo ein wichtiges Verkaufsargument: deren langjährige Unterstützung offener Formate.
Zögerliche Verlage und ein positives Echo der Unabhängigen
Die Reaktion der unabhängigen Autoren-Community ist überwiegend positiv. Sie kann ihre Werke nun über Amazon vertreiben, ohne auf DRM-freie Downloads zu verzichten. Die großen Verlagshäuser hingegen zögern. Die „Big Five“ beharren aus Angst vor Piraterie meist auf striktem Kopierschutz. Ihre Bestseller bleiben damit vorerst im geschlossenen Kindle-Format gefangen.
Experten erwarten einen langsamen Umschwung, ähnlich der Musikindustrie in den späten 2000er Jahren. Die neue Funktion setzt jedoch einen Standard. Wenn der Marktführer portable Dateien zur Norm erhebt, müssen sich andere Anbieter künftig stärker über Service und Hardware-Qualität differenzieren – und nicht über Format-Abschottung.
Für deutsche Leser bedeutet das: Mehr Wahlfreiheit und echte Kontrolle über gekaufte digitale Bücher. Der Schritt könnte den gesamten E-Book-Markt in Europa nachhaltig verändern.


