KI-Produktivitätsboom bleibt aus – Studien zeigen Ernüchterung
20.02.2026 - 07:22:12 | boerse-global.deTrotz massiver Investitionen bringt Künstliche Intelligenz im Arbeitsalltag kaum messbare Produktivitätsgewinne. Das zeigt eine neue Studie des US-amerikanischen National Bureau of Economic Research (NBER). Demnach sehen 80 Prozent der Führungskräfte aktuell keinen Effekt auf die Produktivität ihrer Teams.
80 Prozent der Manager sehen keinen Effekt
Die NBER-Studie befragte über 6.000 Entscheider in den USA, Großbritannien, Deutschland und Australien. Das Ergebnis ist ernüchternd: Obwohl rund 70 Prozent der Unternehmen KI aktiv nutzen, bleibt der erhoffte Effizienzsprung aus. In Deutschland setzen 65 Prozent der Firmen auf KI, vor allem für die Texterstellung. Die hohe Nutzungsrate steht im krassen Widerspruch zum fehlenden Ertrag. Offenbar schaffen es viele Betriebe nicht, die Technologie gewinnbringend in ihre Prozesse zu integrieren.
Europa: Leichter Anstieg, aber keine Jobverluste
Ein etwas positiveres Bild zeichnet eine parallele Studie des Centre for Economic Policy Research (CEPR). Die Analyse von über 12.000 europäischen Unternehmen ergab einen durchschnittlichen Produktivitätszuwachs von 4 Prozent durch KI. Von einem Boom kann jedoch keine Rede sein. Eine wichtige Erkenntnis: KI ersetzt derzeit keine Jobs, sondern ergänzt die menschliche Arbeit. Allerdings profitieren vor allem mittlere und große Unternehmen. Kleinere Betriebe hinken hinterher.
Neue Bremse: Die „KI-Erschöpfung“
Jenseits der Kennzahlen macht sich ein neues Phänomen breit: die „AI Fatigue“ oder KI-Erschöpfung. Berichte aus der Praxis, etwa von Softwareentwicklern, beschreiben die intensive Arbeit mit KI-Tools als mental anstrengend. Die Technologie wirkt wie ein „Energie-Vampir“. Die höhere Arbeitsdichte und das schnellere Tempo könnten die anfänglichen Effizienzgewinne langfristig wieder auffressen. Unternehmen müssen Strategien finden, um diese unsichtbare Belastung zu steuern.
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Mehr Freiraum für strategische Integration
Die Studien fallen in eine Phase der Entspannung auf dem Arbeitsmarkt. Laut ifo Institut meldeten zuletzt nur noch 22,7 Prozent der deutschen Unternehmen Fachkräftemangel – der niedrigste Stand seit fünf Jahren. Die schwache Konjunktur und der technologische Wandel dämpfen die Personalsuche. Diese Entwicklung könnte ein Vorteil sein: Sie gibt Firmen den nötigen Freiraum, die KI-Integration strategischer und weniger überstürzt anzugehen.
Vom Hype zur harten Integration
Die aktuellen Zahlen markieren das Ende der Anfangseuphorie. Die Zukunft liegt nicht im Softwarekauf, sondern in der tiefen Prozessintegration. Die befragten Manager blicken dennoch optimistisch nach vorn: Sie erwarten in den nächsten drei Jahren eine Produktivitätssteigerung von 1,4 Prozent durch KI. Dafür müssen Unternehmen jetzt in Weiterbildung, neue Betriebsmodelle und klare Strategien investieren. 2026 könnte das Jahr werden, in dem KI vom Innovationsmotor zum echten – wenn auch anspruchsvollen – Produktivitätstreiber werden muss.
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