KI-Gipfel, USA

KI-Gipfel: USA und China einigen sich auf gemeinsame Erklärung

22.02.2026 - 08:40:12 | boerse-global.de

Beim AI Impact Summit in Neu-Delhi vereinbarten 86 Staaten gemeinsame Grundsätze für sichere KI. Die freiwillige Erklärung markiert eine politische Wende, insbesondere der USA.

In einer seltenen Einmütigkeit haben sich 86 Nationen, darunter die USA und China, auf Grundsätze für eine sichere und vertrauenswürdige Künstliche Intelligenz verständigt. Die gemeinsame Erklärung vom AI Impact Summit in Neu-Delhi markiert einen Wendepunkt im globalen Ringen um KI-Regulierung.

Die Erklärung ist rechtlich nicht bindend, unterstreicht aber den wachsenden internationalen Willen zur Zusammenarbeit. Sie soll das Fundament für Vertrauen legen, das für die wirtschaftliche und gesellschaftliche Nutzung der Technologie als entscheidend gilt. Gastgeber Indien positionierte sich als erste Entwicklungsnation im Zentrum dieser Debatte.

Freiwillige Kooperation statt fester Regeln

Der Fünf-Tage-Gipfel, der am 21. Februar 2026 endete, brachte Zehntausende Teilnehmer zusammen, darunter Top-Manager und Regierungsdelegationen. Die Erklärung erkennt generative KI als „Wendepunkt in der technologischen Evolution“ an. Ihr volles Potenzial könne sich nur entfalten, wenn alle Menschen davon profitieren.

Statt konkreter Gesetze setzt das Papier auf freiwillige Maßnahmen der Industrie, technische Lösungen und innovationsfreundliche politische Rahmenbedingungen. Diskutiert wurden sowohl Chancen, etwa in der Medikamentenforschung, als auch massive Risiken: Jobverluste, Missbrauch und der enorme Energiehunger von KI-Rechenzentren.

Wende in der US-Politik sorgt für Aufsehen

Besonders bemerkenswert ist die Unterschrift der USA. Noch im Vorjahr hatte Washington eine ähnliche Erklärung abgelehnt, aus Sorge, Regulierung könne Innovation ersticken. Die Kehrtwende erfolgte nur einen Tag, nachdem ein US-Delegationsleiter das Konzept einer globalen KI-Governance offiziell zurückgewiesen hatte.

Hintergrund ist ein schwieriger Balanceakt: Regierungen wollen einerseits ihre technologische Wettbewerbsfähigkeit fördern, andererseits an internationalen Sicherheitsdialogen teilnehmen. Die USA hatten zudem am Freitag zuvor eine bilaterale KI-Erklärung mit Indien unterzeichnet, die einen „unerschütterlich unternehmerfreundlichen“ globalen Ansatz fordert.

Wissenschaft warnt vor wachsender Gefahrenlücke

Die Dringlichkeit der Debatte speiste sich aus dem zweiten Internationalen KI-Sicherheitsbericht, der Anfang Februar vorgelegt wurde. Der von über 100 Experten verfasste Report kommt zu einem alarmierenden Schluss: Die Fähigkeiten der KI entwickeln sich viel schneller als die Sicherheitsmaßnahmen zu ihrer Kontrolle.

Die Lücke zwischen Machbarem und Sicherem werde immer größer. Zwar hätten viele Firmen 2025 Sicherheitsrahmen veröffentlicht, deren Wirksamkeit bleibe aber aufgrund fehlender externer Prüfung ungewiss. Diese wissenschaftliche Grundlage verlieh den Gipfelgesprächen besonderen Nachdruck.

Fragmentierte Landschaft der globalen Governance

Die Neu-Delhi-Erklärung ist nur ein Puzzleteil in einer unübersichtlichen globalen Regulierungslandschaft. Parallel dazu hat die UN einen Globalen Dialog zur KI-Governance gestartet, der explizit Entwicklungsländer einbeziehen will. Kanada und Deutschland unterzeichneten kürzlich eine gemeinsame KI-Erklärung.

Im Privatsektor lancierten Konzerne wie Microsoft die „Trusted Tech Alliance“, um gemeinsame Standards voranzutreiben. Diese vielfältigen Initiativen zeigen zwar Engagement, unterstreichen aber auch einen fragmentierten Ansatz. Unterschiedliche Nationenblöcke und Unternehmen verfolgen derzeit verschiedene Governance-Modelle gleichzeitig.

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Der Weg von den Prinzipien der Erklärung zur gelebten Praxis bleibt die große Herausforderung. Der nächste KI-Gipfel in Genf wird zeigen, ob der kooperative Geist von Neu-Delhi trägt. Experten betonen, dass rechtlich verbindliche Verpflichtungen langfristig nötig sein könnten, um die Bevölkerung vor unkalkulierbaren Risiken zu schützen.

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