Katastrophenschutz: DRK fordert Milliarden für den Ernstfall
07.04.2026 - 07:30:36 | boerse-global.deDeutschlands Hilfsorganisationen schlagen Alarm: Sie benötigen mindestens eine Milliarde Euro zusätzlich, um für Extremwetter und Blackouts gewappnet zu sein. Die Forderung fällt in eine Zeit, in der neue Gesetze die Sicherheit kritischer Infrastrukturen erhöhen sollen.
Das Deutsche Rote Kreuz (DRK) kritisiert die aktuelle Finanzierungslage im Bevölkerungsschutz als dramatisch unterfinanziert. Trotz steigender Gefahren durch Hochwasser, Cyberangriffe und Stromausfälle fehle das Geld, um die notwendigen Kapzitäten aufzubauen. Die Kritik richtet sich gegen eine als einseitig empfundene Mittelvergabe, die bisher vor allem Bundesbehörden begünstigt habe. Die Organisationen, die im Ernstfall die Hauptlast tragen, blieben hingegen auf der Strecke.
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Neues Gesetz für kritische Infrastrukturen
Ein wichtiger Schritt zur Stärkung der physischen Sicherheit ist das neue KRITIS-Dachgesetz, das im März 2026 in Kraft trat. Es schafft erstmals einen einheitlichen Rechtsrahmen, um die Widerstandsfähigkeit lebenswichtiger Systeme – von Energie bis Telekommunikation – zu erhöhen. Ziel ist es, Abhängigkeiten besser zu verstehen und bei Störungen die Versorgung aufrechtzuerhalten.
Parallel dazu stellt sich das Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe (BBK) neu auf. Mit dem Amtsantritt von Präsidentin Grit Tüngler Anfang April betont das Innenministerium die strategische Bedeutung der Krisenvorsorge. Die neue Leitung will Deutschland resilienter machen und setzt auf eine bessere Verzahnung von Vorsorge und schneller Hilfe.
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Fokus auf Ehrenamt und Technologie
Der geforderte Milliardenbetrag soll nicht nur in Technik fließen. Experten betonen, dass die Einsatzbereitschaft vor allem vom Ehrenamt lebt. Nur durch eine nachhaltige Förderung der freiwilligen Helfer und ihrer Ausbildung könne die Schlagkraft erhalten bleiben. Auch die Resilienz von Krankenhäusern wird als kritischer Punkt genannt.
Auf der technologischen Seite setzt Deutschland weiter auf einen hybriden Ansatz. Die Warn-App NINA und das Cell-Broadcast-System bilden das digitale Rückgrat, ergänzt durch klassische Sirenen. Diese Systeme werden laufend getestet und an eine mobile Gesellschaft angepasst.
Europäische Vernetzung und Eigenvorsorge
Die Sicherheit endet nicht an nationalen Grenzen. Die EU-Kommission treibt die Vernetzung von Frühwarnsystemen voran, um bei grenzüberschreitenden Katastrophen wie Waldbränden schneller reagieren zu können. Projekte nutzen das Galileo-Satellitensystem und Copernicus-Daten für eine europäische „Preparedness Union“.
Doch der Staat kann nicht alles leisten. Das BBK setzt daher weiter auf Aufklärung und appelliert an die Eigenvorsorge der Bürger. Die Botschaft ist klar: Ein wirksamer Katastrophenschutz ist eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe. Ob die politischen Ankündigungen und neuen Gesetze die milliardenschweren Defizite beheben können, wird sich in den kommenden Haushaltsverhandlungen zeigen. Die Debatte bleibt 2026 ein zentrales innenpolitisches Thema.
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