Intervalltraining, Hoffnung

Intervalltraining: Neue Hoffnung gegen Panikattacken

12.02.2026 - 00:40:12

Eine brasilianische Studie zeigt, dass Intervalltraining die Symptome einer Panikstörung wirksamer lindern kann als die etablierte Expositionstherapie. Es könnte eine ergänzende Behandlungsoption werden.

Intensives Sportprogramm übertrifft laut neuer Studie klassische Konfrontationstherapie bei Panikstörungen. Eine bahnbrechende Untersuchung aus Brasilien könnte die Behandlung von Millionen Betroffenen revolutionieren. Statt künstlich erzeugter Symptome im Therapieraum setzt der Ansatz auf die natürlichen Körperreaktionen beim Hochintensitäts-Training.

Studie: Körper als natürlicher Therapeut

Forscher der Universität São Paulo testeten ein zwölfwöchiges Intervalltrainings-Programm. Die Ergebnisse, jetzt im Fachjournal „Frontiers in Psychiatry“ veröffentlicht, sind eindeutig: Kurze, intensive Belastungseinheiten reduzierten die Schwere von Panikattacken wirksamer als etablierte Methoden der interozeptiven Exposition.

Dieser Kernbaustein der kognitiven Verhaltenstherapie (KVT) konfrontiert Patienten kontrolliert mit ihren gefürchteten Körpersymptomen – etwa durch absichtliches Hyperventilieren. Die neue Methode nutzt dieselbe Logik, aber mit einem entscheidenden Unterschied: Herzrasen, Kurzatmigkeit und Schwitzen werden nicht simuliert, sondern durch echte körperliche Anstrengung authentisch hervorgerufen.

„Der Körper wird zum Therapeuten“, so die Kernaussage der Wissenschaftler. Diese natürlichere Konfrontation könnte für viele Patienten attraktiver sein und die Hemmschwelle senken.

Ergänzung zum Goldstandard, kein Ersatz

Die Studie stellt den aktuellen Behandlungsstandard nicht infrage. Die deutschen S3-Leitlinien bewerten die KVT nach wie vor als Therapie der ersten Wahl. Stattdessen bietet der Bewegungsansatz eine potente Ergänzung.

Während Sport in den Leitlinien bisher lediglich als unterstützende Maßnahme empfohlen wird, positioniert die brasilianische Forschung intensive Bewegung als zentralen Wirkmechanismus. Sie geht damit einen Schritt weiter als eine aktuelle Umbrella-Review im „British Journal of Sports Medicine“, die generell moderate positive Effekte von Bewegung auf Angst und Depression bestätigte.

Weitreichende Folgen für die Praxis

Die Implikationen sind enorm. Schätzungsweise erfüllen 2 bis 3 Prozent der Bevölkerung die Kriterien einer klinischen Panikstörung. Für sie könnte das Training eine zugängliche, kostengünstige und empowernde Option werden.

Therapeuten könnten konkrete Trainingspläne verschreiben, die Patienten eigenständig im Alltag umsetzen. Das stärkt die Autonomie und integriert die Therapie nachhaltig in das Leben. Die Studie unterstreicht erneut die untrennbare Verbindung von körperlicher und psychischer Gesundheit.

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Ein neuer Standard in der Angsttherapie?

Die vielversprechenden Ergebnisse werden weitere Forschungen anstoßen. Ziel ist es, optimale Trainingsprotokolle zu definieren und die Langzeitwirkung zu prüfen. Es ist durchaus denkbar, dass strukturierte Hochintensitäts-Programme künftig einen festen Platz in den Therapieleitlinien erhalten.

Für Betroffene eröffnet sich eine neue Perspektive: Die bewusste körperliche Anstrengung, die ebenjene Symptome hervorruft, die sie fürchten, könnte sich als Schlüssel erweisen, um den Teufelskreis der Angst zu durchbrechen. Die Kombination aus psychotherapeutischer Begleitung und gezieltem Intervalltraining könnte zum neuen Standard einer ganzheitlichen Behandlung werden.

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