Intervallfasten: Neue Studien stellen Nutzen in Frage
20.02.2026 - 18:14:12 | boerse-global.deIntervallfasten verliert seinen Nimbus als Wundermittel. Aktuelle Forschungsergebnisse zeichnen ein deutlich komplexeres Bild der populären Ernährungsmethode. Eine kontroverse Studie bringt das beliebte 16:8-Fasten sogar mit einem stark erhöhten Risiko für Herz-Kreislauf-Todesfälle in Verbindung.
Vom Hype zur Ernüchterung
Lange galt Intervallfasten als Revolution für Gewichtsverlust und Langlebigkeit. Doch die wissenschaftliche Bewertung wird kritischer. Experten mahnen zur Vorsicht, da die langfristigen Auswirkungen noch nicht vollständig verstanden sind. Die anfängliche Euphorie weicht einer nüchterneren Einschätzung.
Die Methode konzentriert sich nicht auf was, sondern auf wann gegessen wird. Ziel sind regelmäßige, längere Pausen von der Verdauung. Am populärsten ist die 16:8-Methode mit einem 8-Stunden-Essensfenster. Bei der 5:2-Variante wird an zwei Tagen pro Woche die Kalorienzufuhr stark reduziert.
Die umstrittene Herzstudie
Für intensive Debatten sorgt eine aktuelle Beobachtungsstudie. Sie stellte ein um 91 Prozent erhöhtes Risiko für tödliche Herz-Kreislauf-Erkrankungen bei 16:8-Fastenden fest. Die Ergebnisse wurden auf einer Tagung der American Heart Association vorgestellt, sind aber noch nicht von unabhängigen Experten begutachtet.
Wissenschaftler betonen: Eine Beobachtungsstudie kann keine ursächlichen Zusammenhänge beweisen. Sie zeigt lediglich eine statistische Verbindung auf. Die Diskussion um die potenziellen Risiken ist damit eröffnet.
Was bleibt von den versprochenen Vorteilen?
Die angenommenen Gesundheitsvorteile geraten unter Druck. Neuere, kontrollierte Studien zeigen: Viele positive Effekte verschwinden, wenn die Kalorienaufnahme konstant gehalten wird. Intervallfasten ohne Kalorienreduktion verschiebt zwar die innere Uhr, bringt aber keine messbaren Verbesserungen für Stoffwechsel oder Herz-Kreislauf-System.
Ein aktueller Cochrane-Review kommt zu einem ernüchternden Fazit. Demnach ist Intervallfasten für die Gewichtsabnahme über ein Jahr nicht wirksamer als eine herkömmliche, kontinuierliche Kalorienreduktion. Der Gewichtsverlust resultiert oft einfach aus der geringeren Gesamtkalorienaufnahme im verkürzten Essensfenster.
Für wen ist die Methode gefährlich?
Intervallfasten ist nicht für jeden geeignet. Bestimmte Gruppen sollten ganz darauf verzichten oder es nur unter ärztlicher Aufsicht praktizieren. Dazu gehören Schwangere, Stillende sowie Kinder und Jugendliche im Wachstum. Ihre Nährstoffversorgung muss absolut sichergestellt sein.
Auch Menschen mit Vorerkrankungen wie Diabetes, niedrigem Blutdruck oder Herz-Kreislauf-Leiden benötigen vor Beginn ärztlichen Rat.
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Abgeraten wird die Methode zudem Personen mit Neigung zu Essstörungen. Typische Nebenwirkungen in der Anfangsphase sind Kopfschmerzen, Schwindel oder Konzentrationsschwierigkeiten.
Braucht es eine pauschale Empfehlung?
Die aktuelle Debatte macht deutlich: Eine pauschale Empfehlung für Intervallfasten ist wissenschaftlich nicht haltbar. Die Wirksamkeit scheint weniger auf dem Fastenintervall selbst zu beruhen, sondern primär auf der damit oft einhergehenden reduzierten Kalorienaufnahme.
Ernährungsempfehlungen müssen personalisiert sein. Sie sollten den individuellen Gesundheitszustand und die persönlichen Lebensumstände berücksichtigen. Zukünftige Langzeitstudien sind dringend erforderlich, um die endgültigen Auswirkungen auf die Gesundheit zu klären. Bis dahin bleibt Intervallfasten eine von vielen Strategien – aber kein Wundermittel.
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