Internetbetrug: Senioren im Visier globaler Krimineller
20.02.2026 - 21:10:12 | boerse-global.deWeltweit schlagen Behörden diese Woche bei digitalen Betrugsringen zu, die gezielt ältere Menschen ausnehmen. Von Australien bis Indien deckten Ermittler komplexe Betrugsmaschen auf, die Senioren um Millionen Euro brachten. Die Fälle zeigen eine alarmierende Internationalisierung der Kriminalität.
Globale Wellen von Betrug und Erpressung
Die jüngsten Enthüllungen werfen ein grelles Licht auf eine anhaltende Krise. Am Freitag, dem 20. Februar 2026, meldeten Polizeibehörden auf zwei Kontinenten schwere Fälle. In Australien nahmen Beamte einen Mann im Zusammenhang mit einem groß angelegten Kryptowährungs-Betrug fest. Über 190 ältere und schutzbedürftige Australier sollen seit Ende 2025 um umgerechnet rund 4,6 Millionen Euro gebracht worden sein.
Fast zeitgleich berichteten indische Medien aus Pune von einer Betrugswelle, bei der Senioren um umgerechnet über 390.000 Euro betrogen wurden. Die Täter nutzten dabei perfide Impersonation-Taktiken: In einem Fall erschien ein Betrüger per Videoanruf in einer Polizeiuniform und drohte einem 86-Jährigen mit der Verhaftung wegen angeblicher Geldwäsche. Aus Angst überwies das Opfer eine riesige Summe.
Die Methoden der modernen Betrüger
Die aktuellen Fälle offenbaren, wie psychologisch ausgefeilt und technisch versiert die Täter vorgehen. Das australische Schema begann typischerweise in Social Media. Die Opfer wurden geködert, in Kryptowährungen zu investieren, und dann von falschen Anlageberatern kontaktiert. Diese leiteten sie zu gefälschten Handelsplattformen, über die das Geld in ein komplexes Netz von Krypto-Wallets abfloss und gewaschen wurde.
Die indischen Fälle zeigen eine andere, ebenso effektive Masche: die autoritätsbasierte Erpressung. Ein 70-jähriger Mann wurde von einem angeblichen „Datenschutzbeauftragten“ angerufen, der behauptete, seine Identität sei für illegale Aktivitäten genutzt worden. Unter diesem Vorwand erpresste der Täter über zwei Millionen indische Rupien. Die Betrüger setzen gezielt auf Angst und Respekt vor Autorität, um das Urteilsvermögen ihrer Opfer zu umgehen.
Internationale Ermittlungen und Warnungen
Die globale Dimension des Problems wird durch koordinierte Strafverfolgungsmaßnahmen deutlich. Am 20. Februar verkündete INTERPOL die Ergebnisse von „Operation Red Card 2.0“. Der Schlag gegen Cyberkriminalität in 16 afrikanischen Ländern führte zu 651 Festnahmen. Die zerschlagenen Netzwerke sollen für Schäden von über 41 Millionen Euro verantwortlich sein, unter anderem durch Investitionsbetrug, der oft Senioren trifft.
Bereits am Vortag hatte das US-Finanzministerium eine dringende Warnung vor Timeshare-Betrug in Mexiko herausgegeben, der oft ältere US-Bürger ins Visier nimmt. Laut FBI beliefen sich die gemeldeten Verluste durch solche Maschen zwischen 2019 und 2023 auf fast 275 Millionen Euro. Besonders perfide: Oft folgt auf den ersten Betrug ein zweiter, bei dem falsche Anwälte oder Beamte eine Gebühr für die Rückholung des Geldes verlangen.
Ein Milliardengeschäft auf Kosten der Alten
Die aktuellen Fälle sind nur die Spitze des Eisbergs. Der finanzielle Schaden ist immens. Die US-Verbraucherschutzbehörde FTC meldete für 2024 Betrugsverluste in Höhe von rund 2,2 Milliarden Euro allein in der Altersgruppe 60+. Das ist ein dramatischer Anstieg gegenüber 2020, als es noch etwa 550 Millionen Euro waren.
Ein wesentlicher Treiber sind die immer höheren Einzelschäden. Immer mehr Opfer verlieren extrem große Summen, oft über 90.000 Euro, an ausgeklügelte Investitions- und Impersonation-Betrügereien. Die häufigsten Maschen sind dabei Tech-Support-Betrug, bei dem sich Täter als Mitarbeiter von Tech-Firmen ausgeben, und Romance Scams, die die Einsamkeit der Opfer ausnutzen.
Prävention: Aufklärung und neue Regeln
Angesichts der wachsenden Bedrohung verstärken Behörden und Regulierer ihre Präventionsbemühungen. In den USA startet am 1. März die National Consumer Protection Week mit Schwerpunkt auf Aufklärung für Senioren. Die US-Finanzaufsicht FINRA hat zudem neue Regeln vorgeschlagen, um Finanzunternehmen zu stärken.
Ein zentraler Vorschlag sieht eine Art „Geldtransfer-Bremse“ vor: Bei begründetem Betrugsverdacht sollen Firmen Transaktionen bis zu fünf Werktage verzögern dürfen. Dieses Zeitfenster könnte genutzt werden, um mit dem Kunden zu sprechen und ihn vor dem Verlust zu bewahren. Experten raten Senioren, unerbetene Kontakte per Telefon, E-Mail oder Social Media grundsätzlich skeptisch zu sehen. Echte Behörden drohen nie mit sofortiger Verhaftung oder fordern Zahlungen am Telefon. Der wichtigste Schritt bleibt, jeden Anruf oder jede Nachricht über offizielle Kanäle zu verifizieren – und nicht über die Kontaktdaten, die der potenzielle Betrüger bereitstellt.
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